Aachen: Grüne für Markthalle im alten Umspannwerk

Grüne fordern Umbau des alten Umspannwerks : Eine Markthalle hinter denkmalgeschützter Fassade

Aachen ist nicht nur der Campus, sagen die Grünen, die mit einem Ratsantrag für eine Markthalle die Blicke der Stadtplaner wieder verstärkt in die Innenstadt lenken wollen. Als Besitzerin des ehemaligen Umspannwerks an der Minoritenstraße habe die Stadt es dort in der Hand, eine neue Attraktion für die Aachener und Besucher der Stadt zu schaffen.

Die Idee ist nicht neu. Vor gut drei Jahren hat sie der Architekt Stefan Brasse erstmals ins Gespräch gebracht und damit sogleich auch die städtischen Planungspolitiker begeistern können. Auf gut 450 Quadratmetern, so schwebt es Brasse vor, könnte hinter denkmalgeschützter Fassade problemlos eine hochattraktive Markthalle mit Platz für mindestens 25 Verkaufsstände, Feinkostangebote oder Cafés geschaffen werden. Auch Veranstaltungen seien denkbar, um mehr Zugkraft zu entwickeln und diesen Teil der Innenstadt für die Besucher wieder interessanter zu machen.

Nötig hätte es die Ecke, die ebenso wie das benachbarte Altstadtquartier Büchel, die Großkölnstraße und der Bushof nach Wiederbelebung schreit. Umso mehr wundern sich die Grünen, dass seit 2015, trotz eines klaren Auftrags an die Verwaltung, die Markthallen-Idee weiterzuentwickeln, bis heute nichts passiert ist.

Mit einem Ratsantrag wollen sie nun darauf drängen, ein erstes Konzept für den Umbau des alten Umspannwerks, das heute vor allem als provisorische Turnhalle genutzt wird, möglichst noch im ersten Quartal 2019 vorzulegen.

„Einzigartiger Glücksfall für die Stadt“

Nach Ansicht der beiden grünen Planungspolitiker Michael Rau und Sebastian Breuer sei die Halle ein einzigartiger Glücksfall für die Stadt – ein Schatz, den man nur heben müsse. Denn jeder Aachener kenne zwar das Parkhaus Großkölnstraße und auch die Nikolauskirche, das Drumherum sei hingegen kaum erschlossen. Die Markthallen-Idee sei dafür genau das richtige Konzept, ist Rau überzeugt. Die Aachener sollten daher nicht nur jammern, sondern dort auch mal „etwas bieten, was andere nicht haben“, findet er.

Pläne für eine Markthalle gab es in den letzten Jahren viele: für Büchel, Bushof, für den ehemaligen „Brot Schneider“-Parkplatz, und zuletzt auch in Form eines „food courts“ im alten „Lust for Life“. Letzteres hat sich spätestens mit den Plänen von Sinn erledigt, dort einzuziehen. Höchste Zeit also, die Minoritenstraße wieder ins Gespräch zu bringen, finden die Grünen. Das architektonische Ambiente sei passend, es füge sich gut in die Planungen zum Altstadtquartier und Bushof ein und sei fußläufig gut erreichbar.

Vor allem aber befindet sich der Bau im Besitz der Stadt, wie Breuer betont. Das sei der entscheidende Vorteil. Denn wenn kein Investor zu finden ist, muss die Stadt es eben selbst machen. „Jeder hat Spaß daran“, ist Rau überzeugt, also solle man auch endlich etwas für die Menschen tun. Den Bau einer Markthalle hält er für allemal sinnvoller als die Sanierung des Neuen Kurhauses.

Eine Bedingung aber ist zuvor noch zu erfüllen: Es muss eine Ersatzturnhalle für die umliegenden Grundschulen gebaut werden, die bislang noch auf die Räumlichkeiten an der Minoritenstraße angewiesen sind. Heutigen Standards im Sportunterricht entspricht die Halle zwar schon lange nicht mehr, dennoch ist sie aus Kapazitätsgründen extrem gefragt. So wird in der Innenstadt seit langem nach einem passenden Grundstück für eine neue Turnhalle gesucht, noch ist die Stadt nicht fündig geworden. Die Suche müsse nun forciert werden, fordern die Grünen.

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