Aachen: Grüne beantragen neue Gesamtschule an der Alkuinstraße

Antrag im Stadtrat : Grüne wollen Gesamtschulplätze an der Alkuinstraße

In einem Ratsantrag sprechen sich die Grünen im Stadtrat dafür aus, die geplante 5. Gesamtschule im Gebäude der Alkuinrealschule einzurichten, die auslaufend geschlossen wird. Die Grünen können sich auch vorstellen, keine neue Gesamtschule zu gründen, sondern eine bestehende Gesamtschule durch eine Dependance an der Alkuinstraße auszubauen.

Dass Aachen eine 5. Gesamtschule bekommen soll, das steht seit dem Sommer 2018 fest. Wann und vor allem wo die neue Schule entstehen soll, das ist aber weiterhin offen. Mehrere Standorte werden geprüft, darunter ist auch das Gelände der Alkuinschule, die nach dem Beschluss der Politik auslaufend geschlossen wird. Vor diesem Hintergrund gehen nun die Grünen in die Offensive. Sie fordern in einem Ratsantrag die „Gründung der 5. Gesamtschule am bewährtem Standort“.

Dieser „bewährte Standort“ liegt aus Sicht der Fraktion an der Alkuinstraße. Der Stadtrat möge die Verwaltung beauftragen, heißt es im Antrag, „die Gründung einer 5. Gesamtschule – neu oder als zweiter Standort einer bestehenden Gesamtschule – zum Schuljahr 2020/21 am Standort der Alkuinschule vorzubereiten“.

Aus Sicht der schulpolitischen Sprecherin der Grünen, Ulla Griepentrog, spricht viel für dieses Vorgehen. Der Schulausschuss habe die Notwendigkeit einer fünften Gesamtschule bereits im vergangenen Jahr festgestellt. „Ein Beginn, der gekoppelt ist an einen möglichen Neubau, verzögert den Start der Schule um viele Jahre.“ Mindestens fünf Jahre werde das dauern, rechnet Griepentrog, „und Freiflächen haben wir ohnehin nicht mehr viele in der Stadt.“ An der Alkuinstraße dagegen wäre für den Auftakt ein Schulgebäude bereits vorhanden, das man dann weiterentwickeln könnte. Aus Sicht der Grünen könnte eine „zeitnahe Lösung“ darin bestehen, den Schulbetrieb an der Alkuinstraße fortzuführen. „Dies kann der Start einer 5. Gesamtschule in Aachen sein.“

Ob solch ein Weg tatsächlich genehmigungsfähig wäre, müsste allerdings noch geklärt werden. Zur Erinnerung: Als an der Sandkaulstraße die 4. Gesamtschule gegründet wurde, da konnte die David-Hansemann-Realschule nicht, wie ursprünglich vorgesehen, geradewegs in die Gesamtschule überführt werden. Vielmehr musste die Realschule offiziell geschlossen, die Gesamtschule danach gegründet werden.

Die Überlegung, gar keine neue Schule zu gründen, sondern für eine bestehende Gesamtschule einen zusätzlichen Standort einzurichten, würde auch die Oberstufe dieser Gesamtschule stärken, argumentiert Griepentrog. Je größer eine Schule, desto größer sei auch der Anteil der Schüler, der nach der Sekundarstufe I Kurs aufs Abitur nimmt, und desto größer die Bandbreite an Kursen, die eingerichtet werden können. Wie ein Schulbetrieb mit einem solchen „Ableger“ an einem anderen Standort zu organisieren wäre, müsste laut Griepentrog im Detail allerdings geklärt werden. Es dürfe nicht sein, dass die Schüler während des Unterrichts hin- und herfahren müssten, betont sie. Zu guter Letzt würde es auch der Alkuinschule guttun, wenn dort möglichst schnell wieder neues Leben einzöge, ist die Schulpolitikerin überzeugt. „Die Schülerinnen und Schüler haben einen Anspruch auf einen lebendigen Schulstandort.“

Eine Schulgründung ist ein komplexer Vorgang und an viele Vorgaben gebunden. Richte man stattdessen einen „Ableger“ einer bestehenden Schule ein, dann müsse der Schulausschuss lediglich die Erhöhung der Zügigkeit, also der Klassen pro Jahrgang, für diese Schule beschließen, überlegt Griepentrog.

Indes wartet Bernd Krott, schulpolitischer Sprecher der SPD, dringend darauf, dass es in der Standortfrage für die 5. Gesamtschule bald Vorschläge der Verwaltung gibt. „Wir müssen bei dem Thema endlich vorankommen“, sagt er. In der nächsten Woche, so Krott, werde es ein weiteres Gespräch der schulpolitischen Sprecher mit der Schulausschussvorsitzenden und Vertretern der Verwaltung geben. Anfang November könnte das Thema dann endlich im Schulausschuss auf der Tagesordnung stehen, hofft er.

„Etwas vorschnell“

Vom Vorstoß der Grünen zeigt sich Krott etwas irritiert. In der Standortfrage für die 5. Gesamtschule sei vieles weiterhin nicht geklärt. „Und wenn die Grünen sich auf einen Standort festlegen, ohne zu wissen, ob eine Gesamtschule dort überhaupt umzusetzen ist, dann finde ich das etwas vorschnell.“

Der schulpolitische Sprecher der CDU, Holger Brantin, verweist mit Blick auf den Antrag der Grünen ebenfalls darauf, dass zunächst die Standortfrage geklärt werden müsse. „Wenn man an der Alkuinstraße nicht erweitern kann, dann bringt das doch nichts.“ Der Auftrag der Politik an die Verwaltung laute schließlich, die Gründung einer sechszügigen Gesamtschule vorzubereiten, erinnert er.

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