Aachen: Großes Programm rund um Kaiser Karl

Karlsschützen-Gilde : Noblesse beim Königsball, Tradition beim Fest

Mit Stolz begehen die Aachener alljährlich am letzten Januar-Sonntag den Todestag von Kaiser Karl.Die Stadt stand ganz im Zeichen des Karlsfestes mit vielen Aktivitäten rund um Dom und Rathaus.

Es ist Tradition, dass beim jährlichen Karlsfest das Rathaus den Besuchern zu Besichtigungen und Führungen auch durch sonst nicht öffentlich zugängliche Räume offen steht. So war es natürlich auch gestern. Der erste Besucher betrat um zehn Uhr das Foyer. Bis zum Nachmittag um 17 Uhr waren es mehr als 4000 Interessierte, die das Angebot nutzten. Viele Besucher kamen auch aus Belgien und den Niederlanden. Französische Besucher stellten besonders im oberen Krönungssaal die Frage, ob in diesem Raum der aktuelle Freundschaftsvertrag zwischen dem französischen Staatspräsidenten Macron und Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp unterzeichnet worden sei.

Generalversammlung

Nach jahrhundertealtem Brauch hat die Karlsschützen- Gilde das Recht, am Tag des Karlsfestes ihre jährliche Generalversammlung im Krönungssaal des Rathauses durchzuführen und verdiente Schützen für ihren Einsatz auszuzeichnen. Zuvor hatten die Schützen im Aachener Dom an einem Pontifikalamt teilgenommen, das Weihbischof Karl Borsch zelebrierte. Anschließend zogen die Karlsschützen begleitet von der Roetgener Musikvereinigung mit ihrem Dirigenten Christian Reinartz in einem Festzug zum Rathaus. Hier wurden sie bereits von den Spalier stehenden Mitgliedern der Rathausgarde und der erwartet und empfangen.

Aus den Begrüßungsworten des Präsidenten der Karlsschützen-Glde, Robert van Eisern, wurde der interreligiöse, ökumenische Charakter der anwesenden Gästeschar erkennbar. Anerkennend wandte sich van Eisern in seinem Grußwort an Aachens OB Marcel Philipp. Wörtlich sagte er: „Ihnen und ihren Mitarbeitern möchte ich meine besondere Hochachtung aussprechen für das, was Sie vergangenen Dienstag für Aachen und Europa geleistet haben.. Wir durften in unserer Stadt miterleben, wie nicht nur die unter Karl dem Großen vereinten Länder Frankreich und Deutschland ihre Freundschaft erneuerten und für die Zukunft einen mutigen Schritt nach vorne wagten, um ein vereintes Europa zu schaffen, in dem jeder Bürger die gleichen Rechte hat“.

Sie haben die Karlsschützen-Gilde über 60 Jahre hinweg mit geprägt: Heinz Markel, Schatzmeister des Rheinischen Schützenbundes (links), und Karlsschützen-Präsident Robert van Eisern würdigten die Jubilare Erhard Waber und Walter Gutknecht (Mitte von links). Foto: Martin Ratajczak

Den würdigen Rahmen für den Königsball 2019 bot mit dezenter Noblesse der Ballsaal des Alten Kurhauses, der die Gäste auf die stilgerechte Tanzfläche lockte.

Vom Discjockey-Duo „DH-Sound“ mit dem zünftigen Marsch „Gruß an Kiel“ und von der Festgesellschaft mit Taktklatschen begleitet, hielten die Karlsschützen in ihrer Tracht Einzug. Präsident Robert van Eisern begrüßte unter den Ehrengästen den König der Karlsschützen Alfred Hilgers mit Gattin, Gilde-Prinz Christian Förster, Ehrenkönig und Kaiser der Gilde Alfred Defourney mit Gattin, den Stadtkönig von Aachen Wolfgang Keil von der Dreifaltigkeitsbruderschaft 1840 aus Nütheim-Schleckheim sowie den Stadtprinzen von Aachen Tim Hofrichter von den St. Hubertus-Schützen Aachen-Burtscheid wie auch Bürgermeisterin Marianne Conradt.

Sie hatte sich intensiv auf ein Grußwort vorbereitet und wies auf den „Ehrfurcht einflößenden Gründungszeitraum der Karlsschützen von vor 1198“ hin. Zugleich erwies sie der Gilde ihre Hochachtung, dass sie sich heute nicht nur der Wehrhaftigkeit, sondern vor allem der sportlichen Seite widmet. Anschließend eröffnete das Karlsschützen-Königspaar Alfred und Josefa Hilgers zur Melodie „Rot, rot sind die Rosen“ den Ball.

Und auf dem Festparkett bewegte sich noch mehr. Langjährige und engagierte Mitglieder wurden durch Schatzmeisterin Elke Heitzer und Heinz Markel, Präsidiumsmitglied des Rheinischen Schützenbundes, ausgezeichnet. Gerda Roeb-Wilms und Helga Förster wurden für 25-jähriges Engagement im Verein geehrt, auf 40 Jahre blickt Ferdy Esser zurück, für 60-jährige Mitgliedschaft wurden Walter Gutknecht und Erhard Waber, die sich beide zudem als „Hoffotografen“ Verdienste erworben haben, mit der Präsidentenmedaille ausgezeichnet.

Krönender Abschluss des Ballabends war der imposante Auftritt der Showtanzgruppe „Baccara“. Die zehn Paare unter Leitung von Sarina Breuer trugen die Partnerinnen in imposanter Pose auf den Schultern herein, ließen die Tänzerinnen wie einen Wirbelwind durch die Lüfte fliegen und bildeten Vierer-Pyramiden. Der Auftritt wurde mit Taktklatschen vom begeisterten Publikum belohnt.