Aachen: „Aachen goes Electro“: Werbetrommel für die Elektromobilität

Aachen : „Aachen goes Electro“: Werbetrommel für die Elektromobilität

362 PS, in 4,5 Sekunden von null auf hundert — das klingt nach den Träumen der großen Jungs. Bei Elektromobilen denkt man eher an ökologisch korrekte Kleinwagen als an einen BMW i 8. „Wir kommen eher von der emotionalen Seite“, sagt Gisela Kohl-Vogel.

Die Geschäftsführerin von Kohl Automobile versichert jedenfalls glaubhaft, dass es „höllisch Spaß macht“, ein Elektroauto zu fahren. Weil sich das noch nicht überall herumgesprochen hat, wird jetzt kräftig für die Elektromobilität getrommelt.

„Aachen goes Electro“ heißt schön denglisch das Programm, das am 25. Oktober am Elisenbrunnen und in der Elisengalerie über die Bühne geht. Einen ganzen Samstag lang können Besucher dort sehen, was elektrisch so alles geht. So stellt etwa die Aseag ihren eigenständig umgebauten E-Bus vor, die Initiative Velo City eröffnet die ersten vier Verleihstationen für Pedelecs, und Autohäuser zeigen, was sie an strombetriebenen Fahrzeugen im Angebot haben.

Und damit die Aachener die Elektromobilität auch wirklich „erfahren“ können, stehen auch Proberunden auf dem Programm. „Das geht dann vom Elisenbrunnen einmal rum um das Theater“, erklärt Günter Bleimann-Gather von der Marketingagentur Tema, die das Spektakel veranstaltet. Als Partner sind die Stadt, die Städteregion und die Hochschulen mit im Boot.

Tatsächlich sieht man in Aachen die Elektromobilität als „strategisch wichtiges Element“ an, wie Armin Langweg von der Stadtverwaltung erklärt. „Die Autos werden ein wichtiger Baustein bleiben“, meint Langweg, „aber sie werden leiser und lokal emissionsfrei.“ Das sieht man auch bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) mit Wohlwollen. „Bisher sind wir an der Umweltzone vorbeigekommen“, sagt IHK-Vertreterin Monika Frohn. Sie glaubt, dass die elektrisch betriebenen Fahrzeuge „unser Mobilitätsverhalten verändern können“.

Elektrisches Dorfauto

Ein Beispiel dafür kann Claudia Strauch von der Städteregion liefern. „Das elektrische Dorfauto in Eicherscheid wird intensiv genutzt“, berichtet sie. Die Eifeler teilen sich nach dem Carsharing-Prinzip den Wagen und machen dabei laut Claudia Strauch ähnliche Erfahrungen wie Gisela Kohl-Vogel: „Wer einmal damit gefahren ist, der ist begeistert.“

Vorangetrieben hat die Städteregion die Elektromobilität zudem mit der Bestellung von 100 Streetscootern. Das elektrisch betriebene Nutzfahrzeug ist ein echter Öcher: Ausgetüftelt wurde das Auto im Dunstkreis der RWTH, und gebaut wird es auch in Aachen. „Wir konzentrieren uns auf Flottenkunden“, sagt Bianca Budai von der Streetscooter GmbH. Wer will, kann am 25. Oktober einen Vorführwagen testen. Ein Preisschild hat der nicht, weil der Preis nach Stückzahlen und Ausstattung jeweils gesondert kalkuliert wird.

Beim BMW i 8 ist das hingegen ganz klar: Rund 126.000 Euro kostet der Plug-in Hybrid, der neben seinem Elektromotor noch einen Dreizylinder-Benzinmotor hat. Für die meisten großen Jungs dürfte das also ein Traum bleiben.

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