Aachen: Für die Teilnahme bei "The Voice Kids" musste Thapelo kämpfen

Thapelo bei „The Voice Kids“ : Der Traum vom eigenen Song im Radio

Mit acht Jahren hat Thapelo schon mit Löwen getollt, mit einem Warzenschwein gesungen und wurde von Hyänen verfolgt – natürlich auf vollkommen sicherem Boden im Stage Theater im Hamburger Hafen als junger Simba im weltberühmten Musical „Der König der Löwen“.

Doch so richtig schlotterten ihm erst dann die Knie, als er fünf Jahre später rund 650 Kilometer von seiner neuen Heimat Aachen entfernt in Berlin im Studio Adlershof die Bühne betrat und vor fünf mit dem Rücken zu ihm gewandten Stühlen den Song „Halo“ von Beyoncé anstimmte. „Ich war richtig nervös. Man hat nur diese eine Chance. Und wenn man diese Chance vermasselt, ist man raus“, sagt Thapelo über seinen Auftritt bei „The Voice Kids“. Heute weiß er: Diese Sorgen waren völlig unbegründet. Bei der Musik-Castingshow überzeugte er nicht nur einen der vier Juroren – die Mindestanforderung, um es von der sogenannten Blind Audition („Blindes Vorsingen“), bei der die Musikprofis nur die Stimme des Kandidaten hören, in die nächste Runde zu schaffen. Gleich alle vier Juroren – Lena Meyer-Landrut, Mark Forster, das Zweierteam von The BossHoss und Stefanie Kloss (Silbermond) – drückten auf den roten Buzzer. Und kämpften mit allen möglichen Bandagen darum, dass der Aachener Schüler in ihr Team kommt.

Rund drei Monate nach der Aufzeichnung seines ersten großen Fernsehauftritts ist Thapelo immer noch überwältigt von der Resonanz auf seine Stimme. „Dass alle mich wollten, ist unbeschreiblich.“ Dass er sich letztlich für Lena Meyer-Landrut als Coach entschied, begründet er damit, dass ihre Musik am ehesten seinem Stil entspreche. „Außerdem ist sie total lustig.“

Statt mit Lena in Berlin zu lachen, drückt Thapelo zurzeit wieder in Aachen die Schulbank. Im vergangenen Juli zog er mit seiner Mutter, seinem Stiefvater und den zwei jüngeren Schwestern von Hamburg in die Kaiserstadt. An der Maria-Montessori-Gesamtschule besucht er die achte Klasse. Seiner Leidenschaft geht er aber erst nach dem Unterricht nach. Jeden Dienstag steht Gesangstraining auf dem Programm. Und wenn er nicht mit dem Mountainbike durch die Wälder brettert, spielt er zu Hause in seinem Zimmer Gitarre. Gesungen werden dann vorwiegend Pop- und Soullieder. Und natürlich hofft er, eines Tages seine eigenen Songs im Radio zu hören.

Schon mit drei Jahren habe Thapelo gesungen, erinnert sich seine Mutter Lungi Haupts. Und zwar – wie sollte es anders sein – Musicalhits. „Damals habe ich mich selbst auf das Casting für ‚König der Löwen’ vorbereitet“, sagt Haupts. Und der Steppke habe sie tatkräftig dabei unterstützt. Dass der Sohn seinen Eltern nacheifern – Mutter wie Vater standen beziehungsweise stehen seit Jahren als Musicaldarsteller auf der Bühne – und selbst vier Jahre lang den jungen Löwenjungen Simba spielen würde, war damals noch gar nicht abzusehen. Für den Sprung von der Musical- auf die Fernsehbühne musste der 14-Jährige trotzdem erstmal kämpfen. „Schon mit neun Jahren wollte ich bei ‚The Voice Kids’ mitmachen. Doch meine Mutter hat immer ‚Nein’ gesagt.“ Doch seine Beharrlichkeit hatte Erfolg – sehr zum Stolz der Familie.

Ob die lustigen Zeiten mit Lena Meyer-Landrut in Berlin längst vorbei sind oder noch weitergehen, ist indes ein wohlbehütetes Geheimnis. Wie lang die Zusammenarbeit der „The Voice“-Kandidaten mit ihrem Coach andauert, hängt von ihrem weiteren Erfolg bei der Talentshow ab. Wer sich bei den „Blind Auditions“ bewährt, muss sich in der nächsten Runde in den „Battles“ („Kämpfen“) beweisen. Ob Thapelo auch diesen Zwischenerfolg gemeistert hat? Das erfahren die Zuschauer erst in einigen Wochen, wenn die Auszeichnung bei Sat1 ausgestrahlt wird. Das Talent dazu hat der Schüler allemal. Wie Alec Völkel vom Team BossHoss in der „Blind Audition“ sagte: „Mit dir kann man das Ding gewinnen.“

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