Aachen: Freie evangelische Gemeinde neu gegründet

Aus dem Kirchenleben : Wie die Ökumene gelebt wird

Seit vier Jahren ist die Christusgemeinde Teil des Frankenberger Viertels. Seit der Trennung von der freikirchlichen Gemeinde in der Roermonder Straße findet die neu gegründete Freie evangelische Gemeinde (FeG) Gastfreundschaft in der katholischen Gemeinde von St. Gregor von Burtscheid, speziell in der Herz-Jesu-Gemeinde.

Eigentlich treffen sich die freikirchlichen Christen sonntags immer zum Gottesdienst im Gemeindesaal von Herz-Jesu. Doch jetzt durften sie unter dem zweitgrößten Mosaik nach dem Dom in der neoromanischen Werksteinbasilika – im Volksmund gern Frankenberger Dom genannt – feiern.

Für Gastgeber Pfarrer Thomas Faltyn war es eine Ehre, seine Kirche den christlichen Nachbarn zu öffnen. Habe man doch in den vergangenen vier Jahren nicht nur eine gute, von großer Herzlichkeit geprägte Weggemeinschaft gefunden. Zwei besondere Feier-Anlässe der Christusgemeinde riefen auch nach einem feierlichen Raum: Die Aufnahme der FeG in den Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland und die feierliche Einführung des Ehepaares Lisanne und Jonas Decker als Gemeindereferentin und Pastor. Jonas Decker wurde zudem ordiniert.

Das junge Ehepaar hat seinen Dienst – „im Frühjahr einmütig von der Gemeinde bestellt“, wie Detlef Hansmann von der Gemeindeleitung berichtete – nach dem Studienabschluss im Juli an der Theologischen Hochschule Ewersbach bereits am 1. September im Frankenberger Viertel begonnen. Demnächst kommt mit der Geburt ihres zweiten Kindes eine weitere Herausforderung auf die beiden jungen Menschen zu. „Es ist eine Schwellensituation sowohl für das Paar, als auch für die Gemeinde“, meinte Wolfgang Theis, Dozent für praktische Theologie an der Theologischen Hochschule Ewersbach, der die Ordination von Jonas Decker übernahm. Er wies damit auch darauf hin, dass für die Gemeinde nach längerem Klärungsbedarf mit der Ursprungsgemeinde und vier Jahre Gemeindeleben ohne Pastor nun etwas Neues beginne. „Erinnert Euch an die gemeinsame Grundlage des Glaubens: ‚Nicht Ihr habt mich gewählt, sondern ich habe Euch gewählt‘“, gab er sowohl dem Ehepaar, als auch der Gemeinde ein Wort aus dem Johannes-Evangelium mit auf den Weg.

Bezirksbürgermeisterin Marianne Conradt lobte besonders die ökumenische Gemeinschaft zwischen katholischen, evangelischen und freikirchlichen Christen im Quartier: „Die Anwesenheit engagierter Gemeinden hat auch in der säkular organisierten Kommune einen großen Einfluss auf die Stadt.“ Die Christusgemeinde sei ein aktiver Mitspieler im Viertel. „Suchet der Stadt Bestes“, wünschte sich die politische Vertreterin ebenfalls mit einem Bibelwort engagiertes Einmischen von Gemeinde und Pastorenpaar in die Stadtgesellschaft.

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