Aachen: Exponiertes Eckgrundstück bald mit achtfachem Wohnraum

Ecke Lütticher Straße/Hohenstaufenallee : Verwahrloste Wiese soll exklusivem Appartementkomplex weichen

Der Aachener Christian Wego errichtet ab Herbst einen Appartementkomplex mit 63 Wohnungen an der Ecke Lütticher Straße/Hohenstaufenallee. Die ungewöhnliche Metallfassade muss aber abgeschrieben werden – was Verzögerungen auslöst.

Diese Dreiecksbeziehung endet erstmal im Dreck. Aber nur vorerst. Ab Herbst rücken die Bagger an. Ziemlich verwahrlost liegt das Grundstück Lütticher Straße 159 mit der Flanke Hohenstaufenallee zur Kreuzung am Amsterdamer Ring – ein sogenanntes Filetstück in bester Lage. Allerdings roh und verwachsen. Damit ließe sich reichlich Rendite erwirtschaften, wenn dort reihenweise wertvolle Eigentumswohnungen gebaut und verkauft werden könnten. Aber vor Ort passiert seit Jahren nichts. Das soll sich nun nachhaltig ändern, wie Bauherr Christian Wego am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung erläutert. Mit der IGA Immobiliengesellschaft Aachen errichtet er dort ein exklusives Appartementhaus mit 63 Wohnungen – allerdings anders als zunächst erwartet.

Vor Jahren stand dort auf einem wundervollen Grundstück mit leichter Hanglage eine herrschaftliche Villa. Die damals 548 Quadratmeter Wohnfläche für drei Familien wurden aus einem Erbschaftsfall für eine Millionensumme im Jahr 2014 angeboten. Den Zuschlag erhielt ein Aachener Investor. Die Immobilie ging durch einige Hände, wurde letztlich abgerissen. Der neue Wohnkomplex – vom Aachener Architekturbüro „kadawittfeld“ als spannender monolithischer Baukörper mit drei Obergeschossen plus Penthouse geplant – soll in dieser Ecklage „selbstbewusst als optisches Tor zur Innenstadt die bislang durch asphaltierte Straßen dominierte Kreuzung städtebaulich aufwerten“, wie Wego sagt. Tausende Autos fahren hier täglich auf der Route von und nach Belgien.

Statt vormals 548 Quadratmeter Wohnfläche stehen dann auf dem Eckgrundstück 4660 Quadratmeter für die Bewohner bereit, aufgeteilt in Wohnungen von 22,5 bis 125 Quadratmeter. Das entspricht einer Verachtfachung des Wohnraums. Damit will man vor allem dem Bedarf an vielen Single-Haushalten gerecht werden. Wego denkt dabei an Studierende, an junge Akademiker im Hochschulumfeld – und genauso an Senioren. In die Planung einbezogen wurde übrigens – darauf legen die Planer Wert – ein auffallend schöner, das Umfeld prägender Baum. „Der seltene türkische Hasel inspirierte ,kadawittfeldarchitektur’ dazu, ihn in den Entwurf einzubinden“, erklärt Wego. Für ihn ist bedeutsam, dass sich der Baukörper, der ganz bewusst nicht überall bis an die Grundstücksgrenzen reiche, trotz seiner Dominanz harmonisch in die ebenfalls von größeren Häusern geprägte Nachbarschaft einfüge, sagt er. Um die architektonische Qualität in besonders attraktives Licht stellen, war zudem so kostspielige wie auffällige Fassadenstruktur aus gold-braunen Metallverbundplatten vorgesehen. Doch dies stieß bei potenziellen Wohnungskäufern nicht auf ungeteilte Gegenliebe. „Uns hat das überrascht, aber wir tragen dem natürlich Rechnung und planen um“, sagt der Bauherr. So wurden zuletzt weitere Verzögerungen ausgelöst. Der Baukörper wird nun – wie vom weit überwiegenden Teil der Kundschaft gewünscht – mit konventionellen Klinkerriemchen versehen. An der Exklusivität der entstehenden Eigentumswohnungen, die in unmittelbarer Nähe des Aachener Südviertels deutlich über 4000 Euro pro Quadratmeter kosten werden, soll sich indes nichts Wesentliches ändern.

Spätestens im kommenden Herbst will man die Baugrube ausheben – mit gut anderthalbjähriger Verspätung. „Die Ausführungsplanung ist gestartet, letzte Anpassungen beim Wärmeschutz aufgrund der veränderten Fassade werden vorgenommen. Jetzt geht’s los. Die Fertigstellung ist für Herbst 2021 vorgesehen“, freut sich Bauherr Wego. Er errichtet übrigens parallel gerade in Aachen-Brand dutzende Wohnungen unter dem Projektnamen „Bartholomäushof“ – ebenfalls ein Großprojekt.

Der erbärmliche Zustand des einsamen Eckgrundstücks an der Lütticher Straße/Hohenstaufenallee wird also nicht mehr von langer Dauer sein – der Investor hat sein Ja-Wort gegeben, Happyend für eine Dreiecksbeziehung.

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