Aachen: Erste Gewinner beim Gründungswettbewerb AC²

Gründungswettbewerb AC² : Von gebrauchten Babywindeln bis zur App

„Wenn Sie Erfolg haben, dann hat das auch Auswirkungen auf unsere Region“, sagte Städteregionsrat Tim Grüttemeier, als jetzt die ersten Gewinner beim Gründungswettbewerb AC² vorgestellt wurden.

Und das Interesse an den ersten Ergebnissen war groß, die Digital Church an der Jülicher Straße entsprechend bis auf den letzten Platz gefüllt. An Fantasie jedenfalls mangelt es den Teilnehmern offensichtlich nicht: Sie begeisterten das Publikum mit innovativen Ideen, die von der Verwertung gebrauchter Babywindeln über elektrisch betriebene Schiffe bis hin zu einer App zur Belebung der Innenstädte reichen. Und in einem abschließenden Voting entschieden die Zuschauer selbst, welche Geschäftsidee ihnen am besten gefällt: Die individuell gestalteten Lautsprecher von Timo Henschel und Matteo Hoeren kamen dabei auf den ersten Platz.

„Wir gestalten Lautsprecher, die ganz individuell angefertigt werden“, erklärten sie dem Publikum. Für das Gehäuse werden demnach hochwertige Steinarten wie Marmor, Schiefer, Granit, Beton, Keramik, Metall oder auch Holz verwendet. Die Materialien würden dann so miteinander kombiniert, dass Einklang und Kontrast erzeugt würden. Die Idee kam beim Publikum in der Digital Church offenbar gut an. Und das wird laut Trainerin Silke Beaucamp nicht zuletzt an der gelungenen Präsentation gelegen haben. „Ihr habt viel gelernt“, lobte sie das Team.

Nur jeweils zwei Minuten hatten die jungen Entwickler Zeit, um ihre Ideen und Projekte vorzustellen. Während sie auf der Bühne redeten, lief auf einer kleinen Leinwand daneben digital die Zeit ab. Und so ging es Schlag auf Schlag bei der Präsentation der insgesamt zehn Projekte. Nur eine Frau war unter diesen ersten Gewinnern: Die Immobilienkauffrau Jennifer Schröder will ihren Kunden mit „TerraVesta Immobilien“ ein ganzheitliches und vertrauenswürdiges Angebot machen, um nicht zuletzt auch das schlechte Image der Makler zu bereinigen.

Ihre männlichen Mitstreiter beim Wettbewerb brillierten dagegen oft mit Lösungen für technische Probleme. „Tonnenweise Babywindeln fallen an, bis ein Kind sie nicht mehr braucht“, führten beispielsweise Marco Karber und Jonas Bonus aus. Sie haben gemeinsam mit ihrem Partner Andres Sheldrick eine Lösung entwickelt, um anfallenden Biomüll direkt vor Ort in einer kleinen Anlage zu verwerten. Als Zwischenprodukt entstehe bei dem angedachten Pyrolyseverfahren Öl, das entweder gespeichert oder energetisch verwendet werden könne. So könne jede Kita ihre eigene Anlage haben, um die anfallenden Windeln zu verwerten.

All die vorgestellten Idee seien vor allem auch mit Blick auf den Strukturwandel so wichtig, hatte der Städteregionsrat zuvor ausgeführt. Und an digitalen Geschäftsideen mangelt es offensichtlich nicht, meint auch Christian Laudenberg, Geschäftsführer AC². In der ersten Phase des Gründungswettbewerbs wurden demnach bereits 67 Businesspläne eingereicht. Zehn davon wurden jetzt in der Digital Church als besonders erfolgversprechend prämiert: Die Teams wurden mit jeweils 250 Euro und einer Urkunde ausgezeichnet.

Für alle 118 Teilnehmer geht der AC²-Wettbewerb jetzt in die zweite Phase. Wer mag, kann sogar jetzt noch einsteigen. Entsprechende Informationen gibt es bei der Gründerregion Aachen telefonisch unter 0241/4460350 oder unter www.ac-quadrat.de. Das aktuelle Motto lautet dabei: „Du hast die Idee. Wir haben den Plan.“ Die endgültige Preisverleihung findet dann im Juni im Aachener Rathaus statt.

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