Aachen: Eine dienstältesten Bands spielt in der Burg Frankenberg

Musik : Der Blues lebt - mit Jupp Ebert und Blues Delivery

Unbestreitbar ist Blues Delivery eine der dienstältesten Aachener Bands ihres Genres. In diesem Jahr begeht sie ihr 40. Bühnenjubiläum. Am 5. Mai spielt die Gruppe in der Burg Frankenberg in Aachen.

Aber ist „alt sein“ ein Qualitätsmerkmal? Bei einer Musikgruppe doch wohl nur, wenn es von Zeit zu Zeit eine Auffrischung durch neue Mitglieder gegeben hat und wenn insgesamt der Geist jung und dynamisch geblieben ist.

Von Blues Delivery kann man das sagen. Seit zwei Jahren ist nun Jupp Ebert konstant der Sänger der Gruppe. Jupp, als „The Voice of Aachen“ bekannt („Alemannia olé“), genießt als Frontmann einer Joe Cocker Tribute Band weit über Aachens Grenzen hinaus Anerkennung. Als Rockmusiker singt er gerne und überzeugend Blues, die Musik, welche die Wurzel des Rock darstellt. Blues Delivery bietet ihm dafür die ideale Plattform

Aus der Gründungszeit sind Riedel Diegel, Männi Wotruba und Werner Weber immer noch dabei. Diegel ist neben Jupp Ebert der „Star“ der Gruppe. Mit seinem atemberaubenden Mundharmonikaspiel verblüfft und begeistert er jedes Mal die Zuhörer. 1989 erlangte er den Titel eines „World Champion of Blues and Rock Harmonica.” Er gehörte einst der legendären schwäbischen Rockband Schwoißfuaß an, machte Aufnahmen mit Reinhard Mey und spielte viel mit L.S.E. (Tommy Engel & Co.) in Köln.

Wotruba ist ein vielseitiger E-Gitarrist, Sänger und Jug-Bläser (jug, ein in der Bluesfrühzeit als Bassersatz gespielter Krug). Er ist nicht nur ein Meister des Blues und Rock, sondern spielt auch Jazzrock und Funk in der Band Trademark. Werner Weber spielt seine Dobro-Gitarre akustisch im Fingerpickingstil und ist im Übrigen das Bluesgewissen der Gruppe, immer darauf verweisend, dass der Blues eigentlich die Musik der versklavten afroamerikanischen Landarbeiter in den Südstaaten der USA im frühen 20. Jahrhundert war.

Der fünfte im Bunde ist der niederländische Gitarrist Mark Beumers. Er mischt Jazzelemente und balladeske Melodik in die Musik der Deliveries, eine stimulierende Ergänzung des traditionellen Stils, an dem sich die Gruppe grundsätzlich orientiert.

Das Repertoire der Gruppe reicht vom frühen Blues bis zum Rock ’n Roll. Wie die Bluesbands der Frühzeit spielen die Deliveries ohne Schlagzeug. „Relaxed, leise und mit sehr viel Herzblut, drehen sie die Uhren des Blues zurück, da kann man erkennen, wie viel Energie diese Musik hat. Eine Bluesband ohne Schlagzeug ist ja schon ungewöhnlich, doch es fehlt nichts.“ So war 2008 nach einem Konzert von Blues Delivery auf der Burg Satzvey zu lesen.

Das Konzert in der Burg Frankenberg in Aachen am Sonntag, 5. Mai, (bei schönen Wetter open air) beginnt um 12 Uhr.

(red)
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