Aachen: ein Jahr Kulturhaus Barockfabrik

Umfangreiches Programm zum einjährigen Bestehen : Kulturhaus Barockfabrik redet Tacheles

Das Kulturhaus Barockfabrik in Aachen feiert in diesem Jahr sein einjähriges Bestehen. Gefeiert wird das mit einer Reihe von Veranstaltungen im Ludwig Forum.

Sie sehen sich alle als Teile eines großen Puzzles an, eines Puzzles das Kunst, Kultur und Bildung vereint. Die Stadtpuppenbühne Öcher Schängche, die Theaterschule Aachen, das Literaturbüro in der Euregio Maas-Rhein, die Vereine EuregioKultur, ARTbewegt, FestAusschuss Aachener Karneval und die Volkshochschule sind allesamt Teile eines großen Ganzen: des Kulturhauses Barockfabrik.

In diesem Jahr feiert das Kulturhaus sein einjähriges Bestehen und zu diesem Anlass „wird Tacheles geredet“, erklärt Irit Tirtey, Kaufmännische Geschäftsführerin des Kulturbetriebs des Stadt. Die Barockfabrik versteht sich als Ideenschmiede, in der neben dem Programm der einzelnen Mieter ein gemeinsames Projekt entwickelt wird. Zu ihrem Geburtstag arbeiten die Nutzer in ihrer ersten Kooperation die Historie anhand von Theater, Tanz und Lesungen auf.

Am Samstag startete die Projektwoche „Kulturhaus Barockfabrik redet Tacheles – Jüdisches Leben heute und damals“ mit der Premiere des Schauspiels „Ghetto“. Bis Samstag, 22. Juni, wird das Stück über die Gründung eines Theaters 1942 in einem jüdischen Ghetto, im Space des Ludwig Forums zu sehen sein.

Neben der Inszenierung der Theaterschule steht am Mittwoch, 19. Juni, um 19 Uhr, eine Lesung in der Mulde des Ludwig Forums an. Anhand der Frage „Ist es Freude, ist es Schmerz?“ treten das Literaturbüro und die Theaterschule eine literarische Reise durch die jüdische Literatur an.

Von Franz Kafka über Mascha Kaléko bis hin zu aktueller Literatur begegnet man hier den Werken von Autoren mit jüdischen Wurzeln.

Einen Jiddischen Abend mit Lesungen, Liedern und Poetry Slams über Heimat, Vielfalt und gegen Rassismus und Grenzen findet am Donnerstag, 20. Juni, um 19 Uhr statt. Für Musik, koscheren Wein und Knabbereien wird gesorgt sein.

Am Freitag, 21. Juni, um 19 Uhr, steht das Tanztheater ARTbewegt mit seiner Performance „#(no)Filter“ auf der Bühne im Space. Die jungen Tänzerinnen und Tänzer übertragen das Thema der Woche ins Hier und Jetzt. Die Frage „Wer definiert unsere Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe von Menschen und ist dies ethisch vertretbar?“ liegt der Inszenierung zugrunde und soll die Menschen zum Nachdenken anregen, erzählt die Choreografin Ivonne Eibig.

Alle Veranstaltungen der Projektwoche finden im Ludwig Forum statt. „Da die Barockfabrik nicht genug Raum für alle Aufführungen bietet und wir Kunst, Literatur, Musik und Tanz eine Heimat schenken, war das Kulturhaus mit seinen Ideen bei uns willkommen“, freut sich die Direktorin Myriam Kroll.

„Nach einem Jahr kommt das Kulturhaus erst so richtig in Fahrt“ erzählt Tirtey und verweist auf den Spielplan der Barockfabrik für das zweite Halbjahr dieses Jahres. „Bei unserem bunten Programm ist für jeden etwas dabei“ findet Tirtey und lädt alle Interessierten zu den kommenden Veranstaltungen ein.

Den Spielplan des Kulturhauses von August bis Dezember findet man auf www.barockfabrik-aachen.de. Karten für die Veranstaltungen der Projektwoche erhält man an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

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