Aachen: Eimbürgerungsfeier im Krönungssaal

Stimmungsvolle Einbürgerungsfeier im Rathaus : Auch die „Öcher Nationalhymne“ erklingt für die neuen Deutschen

Die Stadt Aachen hatte am Wochenende 544 Menschen aus 60 Nationen in den Krönungssaal des Rathauses eingeladen. Sie alle haben im vergangenen Jahr in Aachen die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten.

Passend zum feierlichen Anlass hat sich die Stadt für einen der wichtigsten Säle Europas entschieden. „Hier kommen bis heute Menschen aus der ganzen Welt zusammen“, sagte Oberbürgermeister Marcel Philipp bezogen auf den Krönungssaal im Rathaus. An diesen geschichtsträchtigen Ort lud er am Wochenende 544 Menschen aus über 60 Nationen. Einige leben schon länger in der Kaiserstadt, andere sind erst seit kurzem hier. Sie alle eint, dass sie im vergangenen Jahr in Aachen die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten haben.

„Wir in Aachen erleben den wertschätzenden Umgang miteinander als bereichernd und inspirierend. Aachen ist eine internationale und weltoffene Stadt, geprägt von dem vielfältigen und harmonischen Zusammenleben von über 160 Nationen“, sagte Philipp in einer kurzen Begrüßungsrede und hieß die neuen Staatsbürger damit willkommen. Ausgrenzung und rassistische Tendenzen bezeichnete Philipp als „irrsinnig und blödsinnig“, das Leben sei bunt.

Ähnliche Worte fand die stellvertretende Städteregionsrätin Elisabeth Paul, die Deutschland als Einwanderungsland hervorhob. Aktuell sei in der Bundesrepublik einiges im Umbruch, Rassismus, antisemitische und islamfeindliche Tendenzen kämen immer noch vor. „Aber: 80 Prozent der Deutschen wählen demokratische Parteien“, betonte Paul. Paola Blume, Vorsitzende des Integrationsrats der Stadt Aachen, lud die Anwesenden zu aktivem Engagement ein. „Mischen Sie sich im alltäglichen Leben ein, äußern Sie Ihre Meinungen und Gedanken!“, sagte sie.

Zu den weit über 500 Menschen, die seit vergangenem Jahr im Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft sind und der Einladung der Stadt gefolgt waren, gehört Tatjana Richter. Sie kam Ende 2009 aus der Republik Moldau nach Aachen. Geblieben ist sie wegen ihres Mannes, den sie während des Studiums kennenlernte. Am Anfang sei es nicht einfach gewesen, in Deutschland zurechtzukommen. „Ich finde es sehr schön in Aachen, es gibt hier viele freundliche Menschen, aber meine Familie habe ich erst sehr vermisst“, erklärte Richter.

José hatte keine Wahl

Eine ganz andere Geschichte hat José de la Rosa. „Ich bin mit vier Jahren nach Deutschland gekommen, ich hatte keine Wahl“, sagte der gebürtige Spanier und erntete mit seinen humorigen Aussagen die Sympathien des Publikums. Seine Eltern seinen damals als klassische Gastarbeiter von Sevilla nach Bad Godesberg übergesiedelt, in die Kaiserstadt führte de la Rosa schließlich das Studium. Nach einem kurzen Aufenthalt in München brachte ihn die Arbeit zurück nach Aachen.

Durch die rund einstündige Veranstaltung im „schönsten Wohnzimmer der Stadt“ führte Christian Mourad, für einen feierlichen Rahmen sorgte zwischendurch der Aachener Chor „NotaBene“. Unter der Leitung von Florian Zintzen gab er „Kein schöner Land“ und „Je ne l’ose dire“ zum Besten. Fehlen durfte natürlich auch nicht die „Öcher Nationalhymne“ (Mourad) „Urbs Aquensis“, die der Chor im lateinischen Original und in deutscher Übersetzung präsentierte. Nach dem Bühnenprogramm boten die Verantwortlichen allen Interessenten noch Führungen durch Rathaus und Dom an.

Zuvor aber motivierte Philipp alle Anwesenden dazu, sich zukünftig aktiv miteinzubringen. „Nutzen Sie die Möglichkeit der politischen Wahl, werden Sie vielleicht sogar selbst politisch, bürgerschaftlich oder ehrenamtlich aktiv!“ Zugleich versprach Aachens erster Bürger sein offenes Ohr und ermunterte alle, sich bei ihm zu melden, wenn es Gesprächsbedarf geben sollte. „Ich habe eine E-Mail-Adresse, mein Büro ist eine Etage tiefer. Es ist auch Ihr Rathaus hier.“

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