Aachen: Die SPD im Stadtrat beweist Kreativität

Auch das gibt’s : Der Alltag braucht Helden oder: Wickeln im Rathaus!

Wenn man keine Probleme hat, macht man sich eben welche. Und wenn die Probleme dann da sind, braucht es Menschen, die sich kümmern. Die anpacken, mutig, entschlossen und zielorientiert. Zum Beispiel Politiker. Im konkreten Fall: Sozialdemokraten.

Wohnungsnot, Dieselfahrverbot, Arbeitslosigkeit, wirtschaftliche Entwicklung – alles Themen, um die sich alle bemühen, die sich dazu berufen fühlen. Aber um Menschen glücklich zu machen, geht es nicht um Sonntagsreden, sondern um den Alltag. Um das, was die Mensche im Allgemeinen und die Wählerinnen und Wähler im Speziellen betrifft. Ganz nah an der Basis zu sein, dass ist sozialdemokratisches Credo, die Öcher Genossen nehmen das ernst. Entschlossen und tatkräftig.

Am Donnerstag haben wir es dann schwarz auf weiß und digital in die Redaktion gekabelt bekommen: „Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Aachen stellt mehrere Anfragen, welche den Alltag der Aachener Bürgerinnen und Bürger verbessern sollen.“ Das macht neugierig, denn da geht es ums Ganze. So setzen sich die Damen und Herren aus der roten Ratsabteilung für – Achtung – „Wickelmöglichkeiten für Männer im Rathaus“ ein.

Da wird ein wahres Problem angesprochen, das den Menschen oder besser den Männern in diesem Fall nicht unter den Nägeln, sondern anderswo brennt. Damit Papi den stundenlangen Shoppingausflug von Mami rund um Dom und Rathaus auch ohne Pannen übersteht, braucht es diese „Wickelmöglichkeit für Männer im Rathaus“. Wo sonst, als an dieser zentralen Stelle der Route Charlemagne, im Zentrum der Macht, das so lange männlich geprägt war, könnte man besser Wickeln als im Rathaus? Und wenn die Männer gerade gewickelt werden, kann man bei Vorhandensein auch den Nachwuchs trockenlegen. Synergieeffekte nutzen im Alltag die SPD ist da ganz an der Spitze der Bewegung.

Doch damit nicht genug. Es reicht nicht, die SPD packt auch andere heiße Eisen am Wickel. Haben Sie sich, beispielsweise, schon einmal gefragt, wie es um die „Parkplatzsituation von Kleingärtnerinnen und -gärtnern“ bestellt ist? Nein? Aber die SPD tut es. Weil sie – noch ein Zitat – „die Alltagssorgen aller Aachener Bürgerinnen und Bürger im Blick behält“. Und zu diesen Alltagssorgen gehört eben auch die Frage, wie denn Kleingärtnerinnen und ihre Partner normalerweise im Parkbereich aufgestellt sind. In sozialdemokratischer Diktion liest sich das so: „Aus diesem Grund würden wir gerne wissen, wie viele Kleingärtnerinnen und -gärtner nur über Bewohnerparkzonen in ihre Gärten gelangen.“

Nun kann man sich nicht so einfach mit der Parkmöglichkeit für Hobby-Hyazinthen-Züchter befassen, das wäre zu kurz gesprungen. Man darf bei diesem Thema nicht – Achtung Zitat! – „die gesamte Parksituation vor Ort aus den Augen“ verlieren. Da sind wir aber beruhigt. Nicht, dass es zum Kleinkrieg zwischen Gärtnern und Nichtgärtnern, zwischen Anwohnern und Zugereisten, zwischen Flora und Fauna kommt.

„Keine Kleinigkeit“ hat die SPD ihre gestrige Mitteilung über Neues aus der roten Ideenschmiede überschrieben. Man möchte eigentlich vor Lachen blau anlaufen, denn zum schwarz ärgern gibt die SPD in diesem Falle wirklich keinen Anlass. Sie zeigt vielmehr Innovationskraft und Phantasie.

Hoffentlich wirft die Verwaltung die Ratsanfragen jetzt nicht durcheinander und tüftelt an Konzepten, wie man Männer auf Parkplätzen vor Kleingartenanlagen wickelt. Das könnte zu Nachfragen führen. In diesem Sinne!

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