Aachen: Die ganze Vielfalt eines Viertels bei Lothringair

Straßenfest Lothringair : Die ganze Vielfalt eines Viertels

Das hippe und alternative Straßenfest Lothringair rund um die Lothringer Straße im Frankenberger Viertel feiert am 29. Juni seine sechste Auflage. Doch dazu wäre es beinahe nicht gekommen. Denn nach dem vergangenen Jahr stand das Lothringair auf der Kippe.

Die Erfinderin des Festivals, Andrea Nikisch, befürchtete, dass das Lothringair einfach nicht mehr zu bewältigen sei, vor allem nicht mit ehrenamtlichem Engagement. Zu viel Arbeit, zu viel Verantwortung, die „nebenbei“ zu bewältigen sind. Als Rettung eilte der Musikbunker herbei, der für dieses Jahr das Festival unter seine Fittiche nimmt. Gründerin Andrea Nikisch ist und bleibt die gute Seele des Festivals, sagt Chris Kukulis, Booker für den Musikbunker und einer der Hauptakteure im Organisationsteam.

Dem Kernteam der Organisation war es wichtig, dass alles so bleibt, wie bisher. Die Projektgruppen für das Programm, für die Stände vor Ort und für Media sollten weiterhin aus den Leuten bestehen, die bereits vorher erfolgreich beim Lothringair mitgewirkt hatten und somit die notwendige Erfahrung mitbringen. Auch das Finanzierungsmodell bleibt gleich: eine erfolgreiche Crowdfunding-Aktion und vor allem der Getränkeverkauf vor Ort sorgen dafür, dass sich das Lothringair stemmen lässt. Was ebenfalls bleibt, ist, dass alle Beteiligten ehrenamtlich arbeiten und somit keinen Cent an den Einnahmen verdienen, nicht einmal der Musikbunker selbst. Sogar einige der DJs würden keine Gage verlangen, so Chris Kukulis. Sämtliches Geld, was übrigbleibt, würde als Rücklage für das kommende Jahr genutzt.

Die kulturelle Vielfalt lässt wie immer nichts zu wünschen übrig. Auf zwei Hauptbühnen ist Musik angesagt, mit dabei sind unter anderem The Rodeo, ein Alter-Ego der französischen Sängerin und Songwriterin Dorothée, die eine Vorliebe für ungewöhnliche Covers hegt und ihr Album mit demselben Produzenten der White Stripes gemischt hat. Auch mit auf der Bühne sind The Inexplicables, die ihren Musikstil selbst als „Heavyweight beat box extravaganza“ beschreiben.

Ob diese Musikrichtung tanzbar ist, darf dann jeder für sich herausfinden. Des Weiteren locken Ausstellungen, wie beispielsweise „Trans-Plant“ von Christiane Dénes, Tanz- und Theateraufführungen von Performancespace oder aber auch buntgefächerte Shows, wie die des Chaos Lese Clubs. Dieser besteht aus sechs Slam-Poetinnen und -Poeten, die eine unberechenbare Mischung aus Bühnenliteratur, Musik und Publikumsspielen abliefern. Außerdem wird das Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung Kindern das Thema Nachhaltigkeit näherbringen.

Ein weiteres Highlight dieses Jahr wird wohl auch wieder die Tattoo-Künstlern Kaa sein, die jedem, der ausreichend spontan und mutig ist, ein Lothringair Mini-Tattoo verpasst. Für Unschlüssige gibt es da das Glücksrad: Einmal dran gedreht, entscheidet es über das Tattoo-Motiv, ohne Rückzieher und doppelten Boden, versteht sich. Insgesamt bietet das Lothringair knapp 70 Veranstaltungen und lädt somit jede Altersklasse zum Flanieren und Spaßhaben ein. Dazu wird allen kulinarischen Geschmäckern etwas geboten: von unter anderem veganer Kost bis hin zu asiatischen Gerichten. An den insgesamt vier Getränkeständen gibt es kühle Erfrischungen zu fairen Preisen.

Das Festival findet am Samstag, 29. Juni, von 14 Uhr bis 22 Uhr statt − mit anschließender Aftershowparty im Musikbunker.

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