Aachen: Der Wettersäule geht für Monate das Licht aus

Abgeschaltet: Wettersäule außer Gefecht gesetzt

Seit 1958 gibt sich Aachen mit der elf Meter hohen Wettersäule die Kugel. Jetzt geht ihr das Licht aus. Die einzigartige Konstruktion mit 180 Leuchtröhren in drei Farben auf dem Verwaltungsgebäude am Hauptbahnhof bleibt monatelang düster – ein Sanierungsfall.

„Die Wettersäule ist tatsächlich seit über einer Woche defekt“, bestätigt Eva Wußing, Pressesprecherin der Stawag. Spezialisten des Aachener Energieversorgers umsorgen das historische Konstrukt seit vielen Jahren. Vor 60 Jahren wurde es von dem Aachener Unternehmer Pongs nach New Yorker Vorbild an seine Heimatsstadt Aachen übergeben. 1974 musste die Wettersäule nach vielen Ausfällen für drei Jahre stillgelegt werden. 1983 erfolgte eine umfassende Restaurierung – inklusive Erneuerung der Fernschaltung. Auch 2008 war der stählerne Wetterfrosch 40 Meter oberhalb der Lagerhausstraße für vier Wochen abgeschaltet. Wiederum wechselten Fachleute reihenweise Leuchtröhren – übrigens wegen des klareren Weißlichts bislang ohne Lila-Gefahr durch LED-Technik.

Nächste Maßnahme steht an

Nun steht die nächste größere Sanierungsmaßnahme an: „Wir haben jetzt bei der Begehung festgestellt, dass sie in Summe sanierungsbedürftig ist und etliche Leuchtröhren nicht mehr funktionieren“, erläutert Wußing auf Anfrage und führt weiter aus: „Das Grundmodell stammt ja aus den 50er Jahren und ist dann in den 70er Jahren von uns übernommen und später komplett saniert worden.“ Allerdings mit quasi „historischer“ Technik. Mit ähnlich authentischer Technologie will man nun die aktuelle Wiederherstellung der Säule, die als eines der bekanntesten Aachener Wahrzeichen gilt, bewältigen: „Jetzt haben wir einen neuen Dienstleister gefunden, der die Neon-Röhren farbecht reparieren kann. Das Ganze dauert allerdings, je nach Wetter, bis zu zwei Monate“, sagt Wußing. Und fügt hinzu: „Wir bitten die Aachenerinnen und Aachener um etwas Geduld und hoffen, dass wir mit der Wettersäule bald wieder das Öcher Wetter anzeigen können.“ Die Daten kommen übrigens vom Wetteramt in Essen. Von dort werden die Werte an die Zentralwarte in der Lombardenstraße weitergeleitet, die dann das entsprechende Signal der Wettersäule per Computer steuert – jeden Tag ab Anbruch der Dunkelheit.

Schon vor Jahren hatte die Stawag übrigens geprüft, ob man auf LED-Technik umstellen sollte, um Strom zu sparen. Doch dadurch hätte die „Farbechtheit“ gelitten, zumal der Stromverbrauch überschaubar ist: „Für ein Jahr verbraucht die Wettersäule 1000 Kilowattstunden, das ist ein Drittel von dem, was ein vierköpfiger Haushalt verbraucht.”, rechnet Wußing vor. Etwa 4100 Stunden pro Jahr signalisiert die Säule, wie man sich am nächsten Tag kleiden sollte. Ob man mit dem Rad zur Arbeit fahren kann, ob man draußen grillen kann oder ob das geplante Picknick ins Wasser fällt.

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