Aachen: Der Stadtpark wird neu hergerichtet

Stadtpark Aachen : Die alte Pracht soll wieder erblühen

Der einstige Glanz ist ein wenig stumpf geworden, aber nun soll nachpoliert werden: Das Parkpflegewerk für den Aachener Stadtpark hat jetzt im Umweltausschuss seine letzte Hürde genommen.

Damit soll sichergestellt werden, dass die 2,3 Hektar große und geschichtsträchtige Grünfläche zwischen Monheimsallee, Krefelder Straße, Robensstraße, Passstraße und Rolandstraße ihre Anziehungskraft und Reize behält.

Die gibt es nämlich reichlich und sie sind es wert, erhalten und gepflegt zu werden, ist die Landschaftsarchitektin Ina Bimberg überzeugt. Nach mehr als zweijähriger Vorarbeit hat die renommierte Planerin aus Iserlohn jetzt einen allseits hochgelobten Abschlussbericht vorgelegt, der Grundlage für die Parkpflege in den kommenden Jahren sein wird.

Dafür hat sie jeden einzelnen Teil in den Blick genommen, aus denen der Park seit Mitte des 19. Jahrhunderts zur heutigen Größe zusammengewachsen ist. Die Grundlage hat damals der preußische Gartendirektor Peter Josef Lenné geschaffen. Für das einstige Spital Mariahilf am Gut Wingertsberg hatte er seinerzeit den Spitalgarten konzipiert, der nach und nach vergrößert wurde. Zunächst kamen Flächen an der Passstraße hinzu, später folgten Anzuchtflächen für die Stadtgärtnerei und ein Aussichtspunkt am Wingertsberg. Anfang des 20. Jahrhunderts musste das Spital dem Quellenhof und dem Neuen Kurhaus weichen, es folgte eine Umgestaltung zum Kurgarten. Und noch vor dem Zweiten Weltkrieg wurde er um den Farwickpark an der Passstraße mit seiner markanten Kastanienallee, seinen Rondellen, dem Senkgarten und einem Wasserbecken erweitert.

Viele dieser Entwicklungsschritte sind auch heute noch erkennbar und machen den besonderen Wert dieses Gartendenkmals aus, ist Bimberg überzeugt. Im gartenpflegerischen Leitbild heißt es daher auch, dass die wechselvolle Geschichte des Parks und seine unterschiedlichen gartenarchitektonischen Stile auch künftig erkennbar sein sollen.

Kongressdenkmal wird saniert

Der Eingangsbereich an der Monheimsallee mit seinem Konzertplatz soll nach der Sanierung seiner „Scharnier-Funktion“ zur Innenstadt besser gerecht werden. Foto: ZVA/Harald Krömer

Die ersten Schritte zur Wiederherstellung der alten Pracht sind bereits eingeleitet, wie etwa im Rosengarten an der Passstraße zu sehen ist, wo derzeit das Kongressdenkmal saniert wird. Doch die nächsten sollen nun zügig folgen. Besonderen Handlungsbedarf sehen die Planer zunächst vor allem für die arg ramponierten Wege, auf denen ausgespülte Flächen schnell erneuert werden müssen. Gerade auch die Hauptverbindung zwischen Monheimsallee und Passstraße müsse grundlegend saniert werden. Dort soll auch eine bessere Beleuchtung geschaffen werden.

Darüber hinaus müssten dringend die verschiedenen Zugänge aufgewertet werden, die teils schlecht erkennbar und an manchen Stellen auch mit Mülltonnen verstellt sind. Auch der Eingang an der Monheims­allee mit seinem Konzertplatz müsse „als wichtiges Scharnier zur Innenstadt“ überarbeitet werden, empfehlen die Planer. Deren besonderes Augenmerk gilt zudem den Blumenterrassen und dem großen Rondell im Herzen des Parks sowie dem Farwickpark, wo viele Treppen und Mauern bereits überwuchert sind und wieder hergestellt werden müssen. Aufgewertet werden sollen auch die Spielplätze.

Hoffen auf Landesmittel

Was das alles kostet, steht derzeit im Detail noch nicht fest. Allerdings rechnet die Stadt fest mit Landesmitteln aus der Städtebauförderung für das Innenstadtkonzept 2022. Die Umsetzung wird sich über einen längeren Zeitraum hinziehen.

Im Rosengarten an der Passstraße sind die ersten Schritte zur Sanierung bereits eingeleitet worden. Dort wird derzeit das Kongressdenkmal wieder aufpoliert. Foto: ZVA/Harald Krömer

Das einhellige Lob und die Zustimmung seitens der Politik war den Planern für ihre Arbeit sicher. Ergänzend regten die Grünen an, auch die Minigolfanlage aufzuwerten und dafür den Kontakt mit dem Pächter zu suchen. Zudem sollen die großen Rasenflächen künftig auch mit Wildblumen durchsetzt werden, um bedrohten Insekten Gutes zu tun. Auch dies fand die Zustimmung der anderen Politiker.

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