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Aachen: Das Verkehrschaos am Napoleonsberg ist ausgeblieben

Sanierung der Stützmauer in Kornelimünster : Für diese Baustelle gibt es sogar Lob

Zwei Monate nach Einrichtung der Großbaustelle am Napoleonsberg in Kornelimünster herrscht allenthalben Erleichterung im Ort. Das befürchtete Verkehrschaos durch die Teilsperrung der Durchgangsstraße ist völlig ausgeblieben. Und inzwischen gehen die Planer sogar davon aus, dass auch die vorgesehenen Zeiten der Vollsperrungen noch verringert werden können.

„Das hatten wir uns anfangs wirklich schlimmer vorgestellt“, sagt Bezirksamtsleiterin Rita Claßen, die jeden Tag mehrmals durch die Baustelle muss. „Das klappt gut und läuft fast wie normal“, hat sie festgestellt. Die Ampelschaltung sei perfekt abgestimmt, so dass sich die Rückstaus in Grenzen hielten. Auch der historische Ortskern sei weiterhin gut erreichbar. Beschwerden von Geschäftsleuten oder Gastronomen seien ihr bislang nicht zu Ohren gekommen.

Eine ähnliche Bilanz zieht auch der Stadtbetrieb, der für die Sanierung der Stützmauer zur Inde am Napoleonsberg verantwortlich ist. Dafür muss rund ein Jahr lang eine Fahrspur gesperrt werden, der Verkehr wird in beiden Richtungen einspurig an der Baustelle vorbeigeleitet. „Das läuft selbst zu Spitzenzeiten sehr gut“, sagt Timo Pappert von der städtischen Pressestelle. Auch von den Anwohnern kämen bislang nur positive Rückmeldungen.

Reagiert hat die Stadt unter anderem auf eine Anregung aus der Schulpflegschaft der Grundschule. So wurde eine zunächst gesperrte Fußgängerfurt an der Kreuzung Steinkaulplatz wieder freigegeben, damit die Grundschüler dort sicherer über die Straße kommen.

Die Baustelleneinrichtung und die vorbereitenden Arbeiten sind damit abgeschlossen. Das Geländer zur Inde hin wurde bereits abgeschraubt, Teile des alten Betongehwegs wurden ebenfalls schon entfernt. Auch ein stattliches und gut 100 Meter langes Gerüst an der maroden Stützmauer wurde inzwischen aufgebaut, so dass nun die ersten Untersuchungen und Kernbohrungen an der Mauer erfolgen können.

Die eigentliche Instandsetzung soll im Januar beginnen, sagt Pappert. Die Mauer müsse komplett neu verfugt werden, zugleich werde der Wandquerschnitt verbreitert. Ausgetauscht und verbreitert wird zudem die über die Mauer hinausreichenden Kragarmplatte, die bisher nur wenig Platz für Fußgänger ließ. Künftig soll sie breit genug sein, um zusätzlich auch Radfahrern Platz zu geben. Für sie soll so der Weg vom Korneliusmarkt in Richtung Steinkaulplatz sicherer werden.

Auf eine zunächst für Januar vorgesehene Vollsperrung könne voraussichtlich nun doch verzichtet werden, sagt Pappert. Demnach soll es eine erste Vollsperrung nun erst im Sommer und eine zweite zum Abschluss der Arbeiten im nächsten Herbst geben. Für diese Zeiten werden dann weiträumige Umleitungen eingerichtet. Alles besser, als die ersten Planungen im Jahr 2017 noch befürchten ließen: Damals hielt man noch eine 13 Monate lange Vollsperrung des Napoleonsbergs für nötig.