Aachen: Couven-Museum wird feierlich wiedereröffnet

Wiedereröffnung des Couven-Museums : Einladung zum Tanz mit „Madame Rokoko“

Wer da nicht anbeißt, ist selbst schuld: Spätestens am 13. Oktober zeigt sich die städtische Museumslandschaft garantiert wieder von ihrer Schokoladenseite. Wenn das frisch sanierte Couven-Museum übernächsten Sonntag feierlich neu eröffnet wird, soll es an köstlichen und funkelnden Überraschungen jedenfalls nicht mangeln.

„Dreieinhalb Monate lang haben wir alles daran gesetzt, das bezaubernde Kleinod namens Couven-Museum von Grund auf zu sanieren, um die barocke Wohnkultur des Grenzlands neu zum Erblühen zu bringen“, schwärmte Kulturdezernentin Susanne Schwier – und strahlte am gediegenen Kaffeetisch in der „guten Stube“ am Hühnerdieb mit „Madame Rokoko“ um die Wette. Die barocke Schönheit darf im doppelten Wortsinn als neues Aushängeschild im taufrisch glitzernden Ambiente der ehemaligen Monheimschen Apotheke und Süßwaren-Hochburg gelten. Auch wenn sie nur in zweidimensionaler Gestalt Hof hält auf blankgewienertem Parkett.

Im Zuge der umfassenden Restaurierung – Kostenpunkt laut Susanne Schwier rund 100.000 Euro – wurden nämlich nicht nur Wände neu verputzt und mit Spezialfarbe in zarten Pastelltönen verschönert, allerhand Mobiliar auf Hochglanz gebracht sowie etliche neue Steckdosen installiert, um die Vitrinen besser zu illuminieren. Auch das Leitsystem ist völlig neu gestaltet worden, erläuterte Carmen Roebers, ehemalige Kuratorin im Team der Route Charlemagne und – apropos Leitsystem – frisch gebackene Chefin des Hauses im Herzen der Altstadt.

Eine kleine Heerschar opulent gestalteter Acrylfiguren lädt die Besucher nun ein, sich in vier Sprachen über die Preziosen aus dem Vermächtnis bestens betuchter Bürgerlichkeit zu informieren. Zum neuen „Corporate Design“ – wie die Nachgeborenen das in schnödem Neudeutsch nennen – gehört ferner übrigens ein in filigran-floral geschwungenes „C“ als Logo des Hauses.

Und auch die digitale Ära bleibt nicht außen vor. „Per Smartphone und QR-Code können die Besucher an Ort und Stelle Informationen zu historischen Hintergründen der Präsentationen über die Homepage des Hauses abrufen“, erläutert Professor Frank Pohle, Leiter der Route Charlemagne, der das Couven-Museum seit 2016 angehört. Pünktlich zum Neustart soll die neue Netz-Plattform eingerichtet sein (couven-museum.de).

Foto: ZVA/Harald Krömer

Auch dort wird man sicherlich eine Wiederentdeckung der speziellen Art bewundern können. Karikaturen, die um den Beginn des 19. Jahrhunderts von Studenten an den Wänden des „Ante-Zimmers“ zum Salon hinterlassen worden sind, sind wieder sichtbar gemacht worden.

Für einen traditionsreichen Vorgeschmack auf die feierliche Neueröffnung am 13. Oktober sorgte beim Pressetermin am Mittwoch derweil „Schokoladenmädchen“ Jenny Schnier. Die junge Schauspielerin aus dem Ensemble des Theater 99 servierte im stilechten Kostüm Heißgetränke in edlem Porzellan.

Foto: ZVA/Harald Krömer

Nach der offiziellen Eröffnung um 11 Uhr wird zur Feier des Tages allerdings erst einmal zum Sektempfang gebeten, erklärte Susanne Schwier. Von 14 bis 16 Uhr gibt es stündlich Führungen auf den Spuren der feudalen und gutbürgerlichen Tage zwischen Barock, Rokoko und Biedermeier. Die Künstler des Theater 99 laden zum Tanz, eine Zofe zeigt, mit welch enormem Aufwand die hochherrschaftlichen Damen weiland ausstaffiert wurden.

Zudem gibt es Lesungen aus zeitgenössischer Korrespondenz, romantische Gedichte aus der sogenannten Schäferlyrik und der griechischen Mythologie werden vorgetragen. Und: Im blumengeschmückten Innenhof dürfen die Gäste auch selbst einmal in das eine oder andere Accessoire aus der Garderobe von Monsieur oder Madame Rokoko schlüpfen – Selfie selbstverständlich erwünscht. Kleine Überraschungen zum Mitnehmen warten zum Nulltarif. Und natürlich ist auch der Eintritt zur Feier der Wiedereröffnung gratis.

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