Aachen: Busse der Aseag kriegen Filter für Diesel

Aseag-Flotte : Plötzlich geht alles ganz schnell mit den Dieselfiltern für die Aseag

Die Überraschung tut angesichts drohender Dieselfahrverbote und stickoxidverpesteter Luft in der City richtig gut: Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte die Aseag am Dienstag, dass bis zum Ende des ersten Quartals 2019, also bis zum 1. April des kommenden Jahres, die für eine Umrüstung mit Dieselfiltern tauglichen 98 Busse der roten Flotte auch umgerüstet sein werden.

Das habe man mit den Werkstätten vereinbart, auch die Mittel dafür seien vorhanden, erklärte Aseag-Sprecher Paul Heesel.

Das obige Szenario bringt einen Zeitgewinn von einem halben Jahr, schneller also, als es die Politik noch Ende vergangener Woche sowohl im Mobilitätsausschuss unter dem unverfänglichen Punkt „Nahverkehrsplan“ als auch in den Gesprächen mit der Kölner Bezirksregierung am Freitag letzter Woche über die Aktualisierung des Luftreinhalteplanes für Aachen beschlossen hatte (wir berichteten).

Danach war die Aseag bis 1. Oktober 2019 aufgefordert, die Nahverkehrsbusse mit den neuen SCRT-Filtern – sie kosten zwischen 20.000 und 30.000 Euro je Bus-Typ – zu bestücken und diese vorrangig in der City fahren zu lassen.

„Nicht mehr umrüstbar“

Die geforderte Euro-6-Norm erfüllen bislang nur 57 der insgesamt rund 230 Wagen der roten Flotte, bis zum Jahresende kommen 14 Neufahrzeuge – selbstredend ebenfalls ausgestattet mindestens mit Euro-6-Norm – hinzu. Nach Adam Riese verbleiben sodann immer noch 62 Fahrzeuge, die wegen ihrer älteren Bauart, so Heesel, auch mit bestem Willen „nicht mehr umrüstbar“ sind und höchst wahrscheinlich in der Presse enden werden. Für den Ersatz dieser Busse will die Aseag die jährliche Fahrzeugerneuerungsrate für 2019 und 2020 beinahe verdoppeln, statt wie bislang 14 neue Busse sollen es dann jeweils 24 pro Jahr sein. Mit diesen dann 48 neuen Wagen und bereits angeschafften E-Bussen wäre die Flotte beinahe vollständig erneuert.

Wäre da nicht das Problem des Ersatzverkehrs durch Subunternehmer, die immerhin rund ein Drittel der Flotte ausmachen. Von diesen rund 80 Bussen sind ebenfalls nur 60 umrüstbar. Hier gaben Politik und Verwaltung der Aseag und ihren Geschäftspartnern bis Ende 2020 Zeit, was die Grünen letzte Woche im Mobilitätsausschusses auf die Barrikaden brachte. „Das müsste schneller gehen“, forderte Grünen-Sprecher Wilfried Fischer im Ausschuss. Auch am Dienstag legte er nach: „Wir haben bereits 2016 gefordert, die Einnahmen durch die damals neu eingeführte grüne Plakette umgehend in die Erneuerung der Aseag-Flotte zu stecken“, so Fischer. Denn die Groko hatte letzten Donnerstag den Grünen-Antrag auf eine schnellere Umrüstung auch bei den Wagen der Subunternehmer mehrheitlich abgebügelt.

„Nicht anders zu machen“

Für CDU-Sprecherin Gaby Breuer war das „einfach nicht anders zu machen“. Auch für SPD-Frau Ye One Ree zählten die Sachargumente der Aseag. Danach ist der Flottenumbau bei den Subunternehmern schwieriger und zeitintensiver. Trotzdem: Die Aseag hatte sich insbesondere mit der Anschaffung von sauberen E-Bussen verzockt, die Auslieferung der 13 bestellten Fahrzeuge verschiebt sich immer weiter nach hinten, Nachbestellungen haben deswegen keine Chancen.

Aufsichtsratschef Heiner Höfken (SPD) sprang hier der Aseag-Spitze bei: „Wir haben zunächst sehr auf E-Busse gesetzt. Doch dem Anbieter ist eine Produktionshalle niedergebrannt, so dass niemand weiß, wann die bestellten Wagen kommen werden.“ Dieser Bus-Typ habe den Vorteil, dass er mit einer Reichweite von 350 Kilometern ohne Nachladen an der Strecke ausgekommen wäre, erklärte Höfken.

Sprecher Heesel wies darauf hin, dass es nachweisbar taugliche Filtersysteme, wie es das SCRT-System ist, erst seit etwas mehr als zwei Jahren gebe. Sie habe man zusätzlich an der Hochschule testen lassen.

Die Umrüstung der Aseag-Flotte ist neben etwa der Parkraumbewirtschaftung ein zentraler Baustein des novellierten Luftreinhalteplans. Jener soll in einer gemeinsamen Sitzung des Umwelt- und Mobilitätsausschusse am 13. November beraten werden, so dass ihn der Stadtrat am Tag danach, am 14. November, beschließen könnte.

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