Aachen: Bernd Radtke zeigt Fotos auf den Spuren der Jakobspilger

Kunstgeschichten : Bernd Radtke zeigt Fotos auf den Spuren der Jakobspilger

Naturbelassene Landschaft, Sonne, Wolken, Wind und Wetter erlebt der Aachener Fotograf Bernd Radtke auf seinen alljährlichen Wanderungen in den französischen Teilen des Jakobswegs. Hier wandert er nicht als Pilger, sondern als Naturliebhaber, der die Kontraste und Nuancen des Augenblicks mit der Kamera festhält.

Bernd Radtke liebt die menschenleere Einsamkeit und Weite, das kostbare Licht des Himmels in all seinen Facetten und die Morbidität von Häusern, Gehöften, Straßen und Kapellen, die immer wieder die Pilgerwege säumen und Geschichten vom Standhalten und Überleben erzählen.

Reizvoll ist das Wechselspiel des Erlebens von Natur und Religion. Wandel bestimmt die Natur draußen vor der Tür – Stille herrscht drinnen. Hier, in den alten Kirchen mit ihren Nischen und verzogenen Türen, den abgesessenen Stühlen und den verbleichenden Heiligenfiguren, scheint die Zeit still zu stehen. Der Betrachter riecht nahezu den Staub der Jahrhunderte, der auf den morbiden Kostbarkeiten liegt, hört das Knacken der alten Hölzer und sieht die Schritte der Gläubigen auf den unebenen Steinböden. Kerzen scheinen ewig zu brennen, um ein mildes Licht der Hoffnung zu senden.

Labyrinthisch muten bisweilen die Wege in der Natur an, die der Pilger nehmen kann, labyrinthisch präsentieren sich auch die vielen Nischen, Plätze, Altäre, Treppen, Gänge und andere Dinge in den religiösen Räumen. Hier muss sich der Pilger beziehungsweise der Betrachter selbst seinen Weg durch die vermeintliche Unüberschaubarkeit bahnen und Wege entwickeln, indem er sie geht. Dann offenbart sich ein ganz besonderer Zauber fern des Alltag, zwischen Gestern, Heute, Religion und Schönheit, der mit einer leisen Melancholie in ein weites Feld zwischen Poesie und Spiritualität führt. Ein Film, in dem auch das Lied der Jakobspilger mit ihrem Gruß „Ultreia“ zu hören ist, rundet die Fotoschau ab. Am Mittwoch, 25. April, gibt es um 18.30 Uhr einen Vortrag des Fotografen, die Ausstellung hängt bis zum 27. April im Kulturwerk der Aachen Arkaden, Trierer Str. 1. Geöffnet ist montags bis samstags von 13 bis 19 Uhr. www.berndradtke.de

„Das Gesicht des Anderen“ nennt sich die Ausstellung von Stefan Tiersch (Aachen) und Leon Sahiti (Bremen) im „Vorzimmer“ des Atelierhauses Aachen im Depot, Talstraße 2. Beide interessieren sich für die japanische Kultur, zu sehen gibt es aber auch Arbeiten zum Thema Hölle. „Höllenblumen“ und die Vorstellung der Hölle als überfülltes Schwimmbad laden zur Auseinandersetzung an den Samstagen und Sonntagen 6. und 7. April sowie 13. und 14. April., jeweils 13 bis 16 Uhr; weitere Termine sind nach Absprache unter Telefon 0157/33151898 möglich.

Der Düsseldorfer Fotograf Sven Kierst zeigt im Rahmen der „Lichtbeute“-Ausstellungen seine Arbeiten in den Räumen der Ateliergemeinschaft Berns-Blees-Gehlen-Goerger-Haupts an der Warmweiherstraße 40. Die Vernissage findet am Freitag, 5. April, 18 Uhr, statt, zu sehen sind die Fotos noch am 6., 7., 13. und 14. April, jeweils von 11 bis 18 Uhr.

sven-kierst.com

Mehr von Aachener Nachrichten