Aachen: Bericht der Verwaltung zum Kita-Ausbau

Bericht der Verwaltung zum Kita-Ausbau : Neue Kita-Plätze, aber U3-Versorgungsquote stagniert

Seit 2016 sind in der Stadt Aachen 583 neue Kitaplätze entstanden oder stehen kurz vor der Fertigstellung. 325 davon sind für Kinder unter drei Jahren eingerichtet worden. Einen Sachstandsbericht zum Kitaplatz-Ausbau hat die Verwaltung in der letzten Sitzung des Kinder- und Jugendausschusses vor den Sommerferien vorgelegt.

Sie reagiert damit auch auf die Berichterstattung unserer Zeitung, wonach die schwarz-rote Ratskoalition ihr 2016 angekündigtes „Zehn-Kita-Programm“ im angepeilten Vierjahres-Zeitraum nicht umsetzen kann.

„Wir können alle stolz sein, was in vier Jahren geschaffen wurde“, betonte Jugenddezernentin Susanne Schwier in der Sitzung. Mit 583 neuen Plätzen könne vielen Familien ein Angebot gemacht werden. Die Versorgungsquote bleibe trotz vieler neuer Plätze allerdings nahezu unverändert, sagte Schwier. Bei den unter Dreijährigen liegt sie im kommenden Kita-Jahr 2019/20 bei 46, 26 Prozent, das ist sogar minimal niedriger als im jetzt zu Ende gehenden Kita-Jahr 2018/19 mit 46,27 Prozent. Der Grund für die stagnierende Versorgungsquote liegt in der – grundsätzlich erfreulichen – Tatsache, dass Aachen weiter wächst. „Wir haben mehr Kinder in der Stadt“, so Schwier. Die Steigerung der U3-Versorgungsquote werde dadurch allerdings seit Jahren erschwert. „Da muss noch ein Schüppchen obendrauf“, erklärte die Dezernentin. Die von der Politik vorgegebene Zielvorgabe liege schließlich bei 50 Prozent. Im NRW-Vergleich sei das Aachener U3-Angebot dennoch „nahezu brillant“, betonte Schwier.

Seit 2016 sind nach Angaben der Verwaltung sechs Kindertagesstätten neu gebaut worden oder stehen kurz vor der Fertigstellung. Die Einrichtungen Händelstraße und Benediktusstraße (Brand) eröffnen im September, außerdem die als Investorenmodell konzipierte Kita Süsterfeldstraße. Ebenfalls durch einen Investor gebaut werden die Kitas Branderhofer Weg (2018 eröffnet) und Sittarder Straße (Start Ende 2019). Die Kita Kirchberg in Walheim ging im Mai in Betrieb. Für acht weitere Neubaumaßnahmen liegen laut Verwaltung Baubeschlüsse vor oder die Maßnahmen sind bereits in Planung oder Umsetzung: Franzstraße, Stettiner Straße, Kaiserstraße, Breitbenden, Haaren, Gartenstraße, Viktoriaallee und Tuchfabrik Becker.

In Teilen, so betont die Verwaltung, seien Kita- Neubaumaßnahmen auch seit 2016 über das „Zehn-Kita-Programm“ verwirklicht worden. Das Programm solle ab 2021 mit zwei Millionen Euro pro Jahr fortgeschrieben werden, heißt es. Gelder aus dem ursprünglichen Programm, die im Projektzeitraum nicht ausgegeben werden, sollen übertragen werden, dem Kita-Ausbau also nicht verlorengehen.

(mg)
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