Aachen: Bau der Erdgaspipeline Zeelink beginnt bei Lichtenbusch

Baustelle mit Krötenzaun : Bagger legen auf der „Zeelink“-Baustelle los

Vor Wochen schon wurden viele Meter Krötenzaun aufgebaut, nun sind die Bagger im Einsatz: An der Monschauer Straße, unweit der Autobahnauffahrt Lichtenbusch, haben in dieser Woche die Arbeiten für den Bau der großen „Zeelink“-Pipeline begonnen.

Die Erdgasfernleitung wird bei Lichtenbusch die Grenze überschreiten und über den Niederrhein nach Legden/Ahaus im Münsterland führen. 13 Kilometer weit wird die Erdgasfernleitung über Aachener Gebiet verlaufen, und die Arbeiten auf der Wiese an der Autobahn sind sozusagen der Startschuss für das Projekt auf Aachener Gebiet, wie Helmut Roloff, Sprecher des Bauherrn, Open Grid Europe, auf Anfrage bestätigt.

Anfang des Jahres, so Roloff, seien die Planfeststellungsbeschlüsse der Bezirksregierung eingegangen. Auf der damit genehmigten Trasse, die auf Aachener Stadtgebiet von Lichtenbusch bis Verlautenheide führt, werde nun zunächst der Mutterboden abgetragen und zur Seite geschoben.

Das Material für die Pipeline ist bereits unterwegs. Am Montag wurden die ersten Rohre per Bahn am Bahnhof in Stolberg angeliefert. In Aachen werden sie zunächst in drei Zwischenlagern untergebracht. Jedes einzelne Rohr ist 18 Meter lang, acht Tonnen schwer und hat 22 Millimeter dicke Wände. Allein für den Bauabschnitt im Bereich Aachen, gut 18 Kilometer von Lichtenbusch bis Eschweiler-Röhe, werden 1100 solcher Rohre benötigt. Insgesamt ist die zu verlegende Strecke für die Zeelink-Pipeline in fünf solcher Baulose unterteilt.

Auf der Trasse werden die einzelnen Rohre zu bis zu 400 Meter langen Stücken verschweißt und im Boden versenkt. Schließlich werde die Trasse wieder mit dem Mutterboden bedeckt, sagt Roloff.

Massive Pfähle, viele Meter niedriger Zaun: Die Maßnahme soll Kröten und Frösche auf der „Zeelink“-Baustelle schützen. Foto: ZVA/Harald Krömer

Der umfangreiche Krötenzaun mitten auf der Wiese hatte bereits im Vorfeld der Bauarbeiten bei vielen Passanten auf der Monschauer Straße für Rätselraten gesorgt. Die Anlage gehört zu den umweltrechtlichen Auflagen des Projekts. „Wir haben hier eine ökologische Baubegleitung, die uns genau auf die Finger schaut, damit Flora und Fauna geschützt werden“, sagt der Open-Grid-Sprecher. Der Krötenzaun soll verhindern, dass Frösche und Kröten jetzt im Frühjahr auf ihren Wanderungen auf die „Zeelink“-Baustelle gelangen.

Insgesamt ist die – nicht unumstrittene – Erdgas-Pipeline, die das deutsche Netz mit den Gas-Terminals im belgischen Zeebrügge verbinden soll, 215 Kilometer lang. Die Kosten sind auf rund 600 Millionen Euro veranschlagt. 2021 muss die Leitung laut Bundesnetzplan fertig und in Betrieb sein.