Aachen: AWO-Kita eröffnet Quartiersgarten

Familienzentrum Mittendrin : Ein Fleckchen Grün mitten in der Stadt

Ein Fleckchen Grün mitten in der Stadt: Das Familienzentrum Mittendrin, Kindertagesstätte der Arbeiterwohlfahrt an der Goerdelerstraße, hat den ersten AWO-Quartiersgarten offiziell eröffnet.

Das Areal soll den Kindern der Einrichtung und ihren Eltern, aber auch allen Nachbarn im Viertel zum Gärtnern, Feiern und Entspannen offenstehen.

Wer in der Stadt wohnt, hat meist keinen Garten, oft nicht einmal einen Balkon. „Kinder brauchen aber Natur, auch mitten in der Stadt“, sagt Daniela Bejan, die gemeinsam mit Birgit Leder-Schmitz die Kita leitet. Am Familienzentrum können Kinder jetzt im Grünen spielen und nach Herzenslust gärtnern.

Die Kita Mittendrin erobert mit dem Quartiersgarten quasi auch ein Stück Außengelände zurück. Für den Bau der großen Wohnanlage Kronprinzenquartier musste die Einrichtung seinerzeit ein Stück ihres Außengeländes abgeben, damit ein Fußweg zu den neuen Wohnhäusern angelegt werden konnte. Alle Proteste nutzten damals nichts. Der neue Fußweg schnitt zudem ein Stück Land vom übrigen Kita-Gelände ab. „Wir haben lange überlegt, was wir mit dem Areal machen können“, sagt Bejan. Der Gemeinschaftsgarten sei eine Lösung, die vielen zugutekomme.

Viele haben auch beigetragen, dass die Idee umgesetzt werden konnte. Geld kam von der AWO-Rehinland-Stiftung und aus dem Stadtteilfonds. Damit konnten acht Kubikmeter Mutterboden verteilt, Sandkasten, Hochbeete, Gewächshaus, Mobiliar, Grill, Gartengeräte und mehr angeschafft werden.

In Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Arbeitsmarktförderungsgesellschaft Low-tec, dem Sozialwerk Aachener Christen und dem Christlichen Kinderbund Aachen wurde der Garten dann startklar gemacht. Die Hochbeete stehen, eine „soziale Hängematte“ ist gespannt, die ersten Gehölze sind gepflanzt. Hier ist schon sehr intensiv gearbeitet worden.

Die 150 Quadratmeter Grün laden nun alle Gartenfreunde ein, zu Schaufel und Harke zu greifen – oder einfach nur zu entspannen. Die Grashalme des Rasens sehen noch etwas mickrig aus. „Da müssen wir wohl noch einmal nachsäen“, überlegt Bejan.

Vor allem aber sind ab sofort die Leute aus dem Viertel gefragt. Die Kita Mittendrin sucht regelmäßige Nutzer für den Garten sowie Paten, die sich mit um Gestaltung und Organisation kümmern möchten. Während der Öffnungszeiten der Kita ist der Garten künftig immer geöffnet. Mithilfe der Paten soll die Anlage bei Bedarf auch abends und an den Wochenenden zugänglich gemacht werden. Daniela Bejan ist sehr zuversichtlich, dass sich genug Paten finden, die die Schlüsselgewalt übernehmen können. Mehr als ein halbes Dutzend Interessierte hat sich bereits gemeldet. Ansonsten ist vieles denkbar im neuen Quartiersgarten: gemeinsamer Frühsport, Eltern-Café, Frühstück im Freien, Kindergeburtstage, Grillfeste …

Beim Eröffnungsfest pflanzten nicht nur die Kinder mit Feuereifer Blumen und Kräuter in die Beete. Auch einige Senioren vom AWO-Begegnungszentrum in der Schleswigstraße schauten vorbei. AWO-Geschäftsführer Özgur Kalkan zeigte sich zum Auftakt sehr zufrieden. „Das ist ein tolles Projekt“, sagte Kalkan. „Hier ist aus einer Problematik ein schönes Stück Quartiersarbeit entstanden.“ Auch er bedankte sich ausdrücklich bei allen Helfern, die das Projekt auf den Weg gebracht haben.

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