Aachen: Aachen Arkaden starten rekordverdächtig

Aachen: Aachen Arkaden starten rekordverdächtig

Nur Katrin seilte sich ab, als tausende Eröffnungsgäste ab 9.05 Uhr durch die brandneuen Aachen Arkaden strömten. Die junge Frau hatte am Donnerstag ein Gewinnspiel gewonnen und im Bergsteiger-Sitzgurt unter der 25 Meter hohen Glaskuppel des 70 Millionen Euro teuren Einkaufstempels das rote Band durchschnitten.

Ein symbolträchtiger Höhenflug: Weltrekordverdächtige 6000 Meter maß der rote Stoffstreifen, der dann auch von zahllosen Besuchern zerschnibbelt werden durfte. Die freuten sich augenscheinlich aber noch mehr über die 1000 Gratis-Scheren, die Arkaden-Betreiber TCN verteilt hatte - und zogen dann auf Erkundungstour durch den gigantischen Shopping-Komplex.

Fünf Handy-Shops

59 Geschäfte bieten bereits auf erklecklicher Fläche der über 230 Meter langen Arkaden Waren und Dienstleistugen an. Einige große Namenm sind darunter: H&M, Deichmann und Esprit zum Beispiel. Fünf Handy-Shops sind zudem vertreten.

Die kulinarische Auswahl bleibt dagegen überschaubar: Die Sandwich-Kette Subways und ein asiatisches Fastfood-Restaurant können nicht darüber hinwegtäuschen, dass vor allem im „Basement” noch reihenweise unvermietete Einzelhandelsflächen auf dem Markt sind.

Das 2. Obergeschoss und den angeschlossenen Büroturm kann man indes gar nicht über die Rolltreppen des Licht durchfluteten Atriums erreichen. Muss man auch noch nicht. Denn die 5000 Quadratmeter stehen komplett leer.

„In den kommenden Wochen und Monaten wollen wir hier einen attraktiven Mieter-Mix aus dem Büro- und Gesundheitssektor zusammenstellen”, sagte TCN-Sprecherin Astrrid Grafe. „Ärzte, Wellness-Einrichtungen und ein Fitnesscenter gehören ebenso zu unserem Vermietungskonzept”, erklärt sie.

Unklar ist noch, ob der Aachener Stadtrat einem umstrittenen TCN-Antrag zur Sortiment-Umschichtung zustimmt. Auf 2800 Quadratmetern mehr als ursprünglich vereinbart will der Arkaden-Betreiber danach Bekleidung, Lederwaren und Bücher anbieten.

Der Grund: Das Mieter-Interesse für Elektronik, Lebens- und Genussmittel ist schwächer als erwartet. „Ich bin sicher, dass wir in den kommenden Monaten noch viele neue Einzelhändler und Dienstleister in die Arkaden aufnehmen können”, betonte Center-Managerin Bettina Fuchs.

Dann sollen auch die Außenanlagen - inklusive Kreisverkehr und Parkhaus - fertiggestellt sein. Denn zwischen den gewaltigen Besucherströmen drängten sich auch am Donnerstag noch Bauarbeiter. Sie verlegten die letzten Kabelmeter des leitungsnetzes, das in dem Bau zwischen 2630 Tonnen Stahl und 19.000 Kubikmetern Beton insgesamt 144 Kilometer lang ist. Klingt ebenfalls rekordverdächtig.

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