Aachen: Aachen-Arkaden: Die Managerin muss gehen

Aachen: Aachen-Arkaden: Die Managerin muss gehen

In den Aachen-Arkaden schrillen alle Alarmsirenen: Mit sofortiger Wirkung hat der Eigentümer TCN am Freitag die bisherige Centermangerin Bettina Fuchs abgesetzt. Ein neues „schlagkräftiges Spezialisten-Team”, so heißt es in der Mitteilung von TCN, wird die Führung des Einkaufszentrums am Bahnhof Rothe Erde übernehmen.

Der Wechsel an der Spitze ist ein deutliches Indiz für die Krise, in der das Shoppingcenter nur zwei Monate nach der Eröffnung steckt. Denn die Erwartungen, die TCN und die Mieter mit dem rund 80 Millionen Euro teuren Objekt verknüpft haben, können bislang augenscheinlich nicht annähernd erfüllt werden.

Stimmung ist schlecht

Zahlreiche Ladenlokale stehen nach wie vor leer, die Kunden bleiben fern, die Stimmung unter den Mietern ist schlecht, die Umsätze im Weihnachtsgeschäft lassen schwer zu wünschen übrig. Schon tragen sich die ersten Geschäftsinhaber mit dem Gedanken, die Aachen-Arkaden im Frühjahr wieder zu verlassen.

Das jedoch könnte eine verheerende Folgewirkung haben, der TCN nun durch einen Personalwechsel entgegentreten will. „Wir haben Verantwortung gegenüber unseren Mietern, die wir hiermit ganz konkret wahrnehmen”, erklärt Holger Bräutigam von TCN. Erfahrungen in Krisensituationen scheint das neue Management-Team zu haben. Es habe unter anderem „ein internationales Modehaus-Netzwerk zum Erfolg geführt”, heißt es in der TCN-Pressemitteilung.

Zu den vorrangigen Aufgaben der Spezialisten zählen laut Pressesprecherin Astrid Grafe, die deutliche Verbesserung des Marketings und der Mieterbetreuung. Zusätzlich soll auch in der Muttergesellschaft in Neuss ein Team speziell für die Aachen-Arkaden tätig werden. All dies sind deutliche Anzeichen dafür, dass die Lage ernst ist.

Vom schlimmsten Fall will Grafe jedoch noch lange nicht reden. Noch setzt TCN darauf, durch verschärftes Marketing und einen besseren Branchenmix die Attraktivität erhöhen und mehr Besucher dauerhaft anziehen zu können. Rückendeckung erhofft sich TCN allerdings auch von der örtlichen Politik und Verwaltung.

Umwidmung nötig

Insbesondere müssten Verkaufsflächen umgewidmet werden, drängt das Unternehmen. Es will unter anderem mehr Platz für Bekleidung, Schuhe oder Bücher schaffen. Dagegen gibt es von IHK und Einzelhandeslverband starke Vorbehalte, weil Kaufkraft nicht aus der Innenstadt abgezogen werden soll.

Wenn alles nicht hilft, könnte doch eintreten, was Skeptiker früh prophezeit haben: Die Aachen-Arkaden könnten sich als Investitionsruine erweisen. Welche Tragweite das für die Stadt hätte, wäre kaum zu überschauen, meint Grafe. „Dann würde niemand mehr Geld in die Hand nehmen und im Ostviertel investieren”, prophezeit sie, „das darf nicht passieren.” Von den Folgen für das eigene Unternehmen - laut Selbstdarstellung „ein junger und innovativer Projektentwickler” - will sie erst gar nicht reden.

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