Aachen: Archimedischer Sandkasten auf dem Katschhof eröffnet

Archimedischer Sandkasten : Buddeln, spielen und ein bisschen forschen

Es ist angerichtet. 150 Tonnen feinster Spielsand sind aufgeschüttet. Großzügige Mengen an Sandspielzeug, von der Schaufel bis zum kleinen Bagger, sind einsatzbereit. Und die Liegestühle sind aufgestellt. Seit Donnerstagmorgen, 9 Uhr, ist Aachens größter Sandkasten, der Archimedische Sandkasten auf dem Katschhof, offiziell eröffnet.

Aufmerksame Sandkastenfans hatten allerdings schon viel früher spitzgekriegt, dass die Leute vom Stadtbetrieb am Dienstag mit dem Aufbau fertig geworden waren. Folge: Schon am Mittwoch herrschte Hochbetrieb im Spielparadies zwischen Dom und Rathaus.

Eigentlich müsse er fast nichts mehr sagen, erklärt denn auch Oberbürgermeister Marcel Philipp am Donnerstag beim offiziellen Starttermin. Kein Projekt in Aachen finde eine solch uneingeschränkt positive Resonanz. Aus seinem Büro hat Philipp nun gut zwei Wochen lang einen prima Blick auf das Gewusel unten im Sand. Der Archimedische Sandkasten, benannt nach dem griechischen Mathematiker, Physiker und Ingenieur der Antike, ist bereits der vierte in Folge, und seit Wochen hatten Aachener hoffnungsvoll nachgefragt, wann es denn endlich losgehe.

Wissenschaft in der City

Philipp betont aber auch, dass die Spielerei im Sand mehr sein soll als ein nettes Angebot der Stadt an ihre Bürger und die Besucher der Stadt. Der Sandkasten ist Teil des Projekts „Future Lab“, mit dem Kommune und Hochschulen Wissenschaft in die City tragen und die ganze Stadt zum Zukunftslabor machen wollen. „Über eine so tolle Aktion lassen sich Hochschulthemen wunderbar vermitteln“, ist Philipp überzeugt. „Das funktioniert.“

Wie sich Spiel und Wissenschaft begegnen, kann man bereits am Freitag, 19. Juli, erleben. Von 10 bis 17 Uhr geht der diesjährige Aktionstag am und im Sandkasten über die Bühne. Ein Team vom Institut für Mobile Autonome Systeme und Kognitive Robotik der Fachhochschule Aachen stellt zum Beispiel auf dem Katschhof den Feldroboter „Etarob“ vor. Der kann Unkraut erkennen und vernichtet es chemiefrei mit Stromstößen. Blumenkohl und anderes Gemüse sowie die Würmer im Boden werden dagegen verschont.

Freuen darf sich das Publikum auch auf den Minibagger, mit dem die Fachgruppe Rohstoffe und Entsorgungstechnik der RWTH anrückt. „Die zeigen am Beispiel von Sand, wie Rohstoffe gewonnen werden“, erläutert „Future-Lab“-Projektleiterin Jutta Göricke. Das Continium aus dem niederländischen Kerkrade bietet Experimente für Grundschulkinder an, das Future-Lab-Team der Stadt stellt seine App vor, die zu 13 Orten der Wissenschaft führt, und im Centre Charlemagne gibt es um 12 und 14 Uhr das „Abenteuer Archäologie“ und von 12 bis 16 Uhr die „Werkstatt Archäologie“.

Ente gegen Drink

Stärken können sich die Gäste an der Cocktailbar und am Popcorn-Mobil von Streetscooter. Serviert werden an den Elektrofahrzeugen alkoholfreie Cocktails wie „Future Colada“, „Science on the Beach“ oder „Archimedes-Brause“. Und wer eine von 100 Enten entdeckt, die das Wissenschaftsbüro der Stadt im Sand vergräbt, darf sich seinen Drink kostenlos abholen.

Mächtig gebaut wird natürlich auch wieder auf dem Katschhof. Die Archimedische Werkstatt, der Ferienworkshop der städtischen Ferienspiele, verwandelt sich diesmal in ein „Play Lab“. Ein riesiger interaktiver Irrgarten solle entstehen, kündigt Renate Prömpeler vom städtischen Fachbereich Kinder, Jugend und Schule an. Die Bleiberger Fabrik gestaltet das Angebot für Kinder und Jugendliche von zehn bis 16 Jahren. Am 2. August soll der Irrgarten fertig sein. „Dann ist er erfahrbar und erspielbar und wird einige Überraschungen bieten“, verspricht Sibylle Keupen, Leiterin der Bleiberger Fabrik. Einige Plätze im „Play Lab“ gibt es übrigens noch, sowohl für einzelne Tage als auch für eine ganze Woche.

Nachhaltigkeit ist Thema

Für reichlich Spielzeug im großen Sandkasten hat auch diesmal wieder die Stawag gesorgt. Und was am Ende nicht zu sehr gelitten habe, werde fürs nächste Jahr aufbewahrt, versichert Pressesprecherin Eva Wußing.

Der Aachener Stadtbetrieb hat ja mittlerweile schon Routine, wenn es darum geht, die 320 Quadratmeter große Sandkiste vor der Rathaus-Freitreppe aufzubauen. Am 5. August muss alles wieder demontiert werden. Der gesamte Sand werde dann in einer Gärtnerei gelagert und später nach und nach auf den städtischen Spielplätzen verteilt, erklärt Thomas Thalau, Betriebsleiter beim Stadtbetrieb. Nachhaltigkeit ist schließlich auch ein Thema im „Future Lab“.

www.futurelab-aachen.de

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