Aachen: Andreas Schaub schreibt Buch über Ausgrabungen

„Gläserne Grabungen“: Stadtarchäologe Andreas Schaub legt Buch vor : Was alles so in Aachen steckt

Stadtarchäologe Andreas Schaub hat ein Buch über seine Arbeit geschrieben. „Gläserne Grabungen“ beschreibt die Funde, die von 2006 bis 2016 in Aachen gemacht wurden.

„Es wird nicht bei zehn Jahren Grabungen bleiben“, zeigte sich Oberbürgermeister Marcel Philipp überzeugt, als Stadtarchäologe Andreas Schaub am Donnerstag im Centre Charlemagne sein Buch „Gläserne Grabungen“ vorgestellt hat. Seit 2006 untersucht Schaub die Böden in Aachen auf archäologische Fundstücke und war dabei mehr als erfolgreich. „Dank unseres Stadtarchäologen wissen wir heute vieles besser als noch vor zehn Jahren“, unterstrich Philipp im vollbesetzten Auditorium des Museums die Bedeutung der archäologischen Funde der letzten Jahre.

Zwei der bedeutendsten Funde konnten die Gäste der Buchpräsentation gleich im Centre Charlemagne bewundern: Die Sockelsteine und Fragmente eines Weihsteines wurden in der Körbergasse gefunden und zählen laut Schaub zu den ältesten im deutschsprachigen Raum. Nachdem sie vom Landesmuseum Bonn restauriert wurden, können sie nun in der Dauerausstellung des Centre Charlemagne begutachtet werden. „Überhaupt sind die archäologischen Entdeckungen der letzten Dekade bahnbrechend“, sagte Schaub. Vor allem das römische und mittelalterliche Aachen erscheine in einem neuen Licht. All die neuen Funde und ihre entsprechende Einordnung können nun in dem neuen Buch nachgeschlagen werden. Bei der Präsentation des Titels dankte Schaub ganz ausdrücklich all jenen, die dazu beigetragen haben, diese Veröffentlichung möglich zu machen.

„Wir haben nicht gezögert, einer gemeinsamen Veröffentlichung zuzustimmen“, sagte Professor Harald Müller, Vorsitzender des Aachener Geschichtsvereins. Seiner Meinung nach ist die Archäologie seit jeher ein großes Faszinosum, und sowohl der deutsche Archäologe Heinrich Schliemann wie auch Filmheld „Indiana Jones“ haben demnach ihren Beitrag dazu geleistet, dass das so ist.

Funde neu beleuchtet

„Man braucht Hinweise“, betonte er und verwies darauf, dass die Grabungen inzwischen zu einer öffentlichen Angelegenheit geworden sind. Und so wird es sicher nicht nur der Oberbürgermeister sein, der Aachens Stadtarchäologen hier und da in einer Baugrube antrifft. Dessen Dank gilt jetzt ganz ausdrücklich all jenen, die dazu beigetragen haben, dass die Aachener Geschichte anhand der archäologischen Funde der letzten Jahre zum Teil neu beleuchtet werden kann. Das zehnjährige Bestehen der neuen Archäologie wurde im vergangenen Jahr mit einer Reihe von Vorträgen gefeiert, die jetzt – wie schon damals versprochen – in dieser neuen Publikation zusammengefasst wurden.

Darin wird die Aachener Archäologie aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Projekte an den Hochschulen kommen dabei ebenso zur Sprache wie vergessene Funde, die darauf warten, eingeordnet zu werden. Und was Aachens Boden preisgibt, wird schließlich nach den Schwerpunkten Urgeschichte, Römerzeit und Mittelalter sortiert. Als Herausgeber zieht Andreas Schaub dann am Ende die Bilanz seiner bisherigen Tätigkeit und zeigt gleichzeitig die Fragen auf, deren Beantwortung ihm am meisten unter den Nägeln brennt: Wo sind die Wohnhäuser der jungsteinzeitlichen Arbeiter vom Lousberg? Gab es eine keltische Siedlung auf dem Markthügel? Wo sind die römischen Friedhöfe von Aquae Granni? Und wo ist die Pfalz von Pippin?

Andreas Schaub (Hrsg.), „Gläserne Grabungen. 10 Jahre neue Stadtarchäologie Aachen 2006 – 2016“. Aus der Reihe: Aachener Beiträge zur Baugeschichte und Heimatkunst 9.

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