Aachen: An vielen Schulen wird in den Sommerferien gebaut

Neue Toiletten, neue Fenster, neue Räume : Stadt Aachen stellt die wichtigsten Baumaßnamen an Schulen vor

Die Schüler sind raus, nun gibt die Stadt Aachen richtig Gas. An vielen Schulen wird in den Sommerferien neu gebaut, umgebaut und saniert. Arbeiten mit einem veranschlagten Investitionsvolumen von rund zehn Millionen Euro werden in diesem Jahr umgesetzt, das meiste davon in den Sommerferien, wenn Lärm und Dreck nicht stören.

30 Baumaßnahmen habe die Stadt sich vorgenommen, sagt Jörg Crumbach, neuer Leiter der Abteilung Schule im Fachbereich Kinder, Jugend, Schule. Gearbeitet werde an 18 Grundschulen, drei Realschulen, fünf Gymnasien und vier Gesamtschulen. Eine der großen Grundschul-Baustellen läuft derzeit in Burtscheid. An der Grundschule Am Höfling ist die alte Pausenhalle größtenteils abgerissen worden. Ein Neubau steht dort bereits im Rohbau. Er bietet 90 Quadratmeter zusätzlichen Platz, der für die Offene Ganztagsschule als Pausenhalle und als Versammlungsstätte für bis zu 200 Personen genutzt werden kann, wie die stellvertretende Projektleiterin Nelly Steffens vom städtischen Gebäudemanagement erläutert. Bis zum Ende der Ferien sollen die Fenster eingebaut sein, und im Dezember, rechtzeitig für die Weihnachtsfeier, soll der Neubau fertig sein. Die Kosten sind auf 1,5 Millionen Euro veranschlagt.

Seit 2003 habe die Stadt allein über ihr Schulreparaturprogramm rund 45 Millionen Euro in die Sanierung von Toilettenanlagen, die Renovierung von Klassenzimmern, Fassaden und Fenstern gesteckt, erläutert Manfred Lennartz, Abteilungsleiter Hochbau beim Gebäudemanagement. „Wir in Aachen sind ganz vorne dabei bei den Schulreparaturen“, stellt Lennartz zufrieden fest. „Und das sieht man unseren Schulen an. Andere Städte beginnen damit gerade erst.“ Aber die Stadt verbaut nicht nur eigenes Geld. Mittel aus öffentlichen Förderprogrammen wie den Konjunkturpaketen II und III oder dem Programm „Gute Schule 2020“ sollen helfen, dass es vorangeht mit der Arbeit an den Schulen. Allein aus „Gute Schule 2020“ kann die Stadt Aachen rund 21 Millionen Euro abrufen. Und Lennartz ist weiter zuversichtlich, dass bis zum Ablauf der vorgegebenen Frist jeder Euro an Fördergeld abgerufen und verbaut sein wird.

Das Einhard-Gymnasium ist nun schon im zweiten Jahr Baustelle. Die Schulgemeinschaft hat mittlerweile Routine darin, kurz vor den Ferien mit Mann und Maus an der Robert-Schuman-Straße auszuziehen und die letzten Schultage an anderen Lernorten zu absolvieren. So haben die Bautrupps etwas mehr Zeit. Und der Baufortschritt ist gut zu erkennen: Viele Fenster sind schon erneuert, das Dach im Hauptgebäude samt Lichtkuppeln ist saniert, die Vorhangfassade montiert. „Nächste Woche kommt das Dach der Verwaltung dran“, kündigt Projektleiterin Brigitte Schuh an. Wenn das neue Schuljahr losgeht, werden alle Klassen nutzbar sein, Verwaltungstrakt und Lehrerzimmer sogar schon eine Woche früher.

Die Gesamtkosten des Projekts sind auf rund 6,1 Millionen Euro veranschlagt. Das Geld kommt zu einem großen Teil aus dem Konjunkturpaket III des Landes. 2020 möchte die Stadt mit allen Arbeiten fertig werden – immer vorausgesetzt, die einzelnen Gewerke werden wie geplant ausgeführt. Auch die Stadt als Bauherr hat Probleme, Firmen zu finden. Für die Vorhangfassade am Einhard, immerhin ein Auftrag mit einem Volumen von gut einer Million Euro, gingen erst bei der zweiten Ausschreibung Angebote ein, und auch da gerade einmal drei. Im Wettlauf mit anderen Auftraggebern geht die Stadt mittlerweile dazu über, Arbeiten sehr frühzeitig auszuschreiben.

Den Schülern und Lehrern am Einhard-Gymnasium beschert der Umbau auch ganz neue klimatische Bedingungen. „Durch die energetische Sanierung wird das Gebäude dicht gemacht, richtig dicht“, erklärt Martin Lambertz, Abteilungsleiter Projekte und Energie beim Gebäudemanagement. Deshalb bekomme jedes Klassenzimmer nicht nur modernen Sonnenschutz an die Fenster, sondern auch ein eigenes Lüftungsgerät, das für gutes Raumklima sorgt. Durch Wärmerückgewinnung können zudem auch noch 25.000 Euro im Jahr an Heizkosten gespart werden, rechnet Lambertz vor.

Die Kinder der Grundschule Hanbruch würden sich die Augen reiben, wenn sie ihre Schule jetzt zu sehen kriegten. Ihre alte Pausenhalle ist nämlich bis auf die Bodenplatte abgerissen worden. Der denkmalgeschützte Altbau kommt nun vorübergehend besonders schön zur Geltung. Auf der Brache entstehen eine neue Eingangshalle und ein Neubau mit Multifunktionsraum, Sanitärräumen und Büros. Kosten: rund 1,65 Millionen Euro. In etwa einem Jahr solle alles fertig sein, erläutert Projektleiterin Kerstin Hester. Dann hat jedes Kind der Grundschule Hanbruch sogar ein eigenes Schließfach. Und für die vielen Tretroller, mit denen die Kinder aus dem Viertel zur Schule rollen, gibt es einen eigenen Parkplatz.

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