Aachen: Am Tuchwerk wurde das erste Klima-Festival gefeiert

Zahlreiche Organisationen stellen sich vor : Alle Musiker spielen gratis fürs Klima

Die bisherigen Erfolge feiern, frische Energie tanken und sich dabei noch weiter vernetzen: Das war laut Rüdiger Haude der Grund, das erste Klima-Festival am Tuchwerk in der Soers zu feiern.

Die Klimaaktivisten nutzen die Gelegenheit auch, um ihren Standpunkt einmal mehr deutlich zu machen. Überall an den Wänden des Tuchwerks hingen Bilder vom Hambacher Forst mit Parolen wie: „Schaukeln ist wichtiger als Baggern“ oder „Stop killing Tierra Madre“. „Die Strukturen sind so stark wie nie“, meinte einer der Aktivisten auf der Bühne, der in der Szene als „Clumsy“ bekannt ist. „145 Aktivisten leben im Wald in neuen Baumhäusern“, erzählte er weiter und ergänzte dann aber auch: „Die Bagger rücken immer näher.“

Er machte deutlich, dass der „Kampf um den Erhalt des Hambacher Forstes“ weitergehe. „Die Klimabewegung ist weltweit so stark wie nie zuvor“, führte er aus. Den Grund dafür sieht er in der Vielfältigkeit der Gruppen, die sich diesem Ziel verschrieben haben. Auch auf dem ersten Klima-Festival in der Soers präsentierte sich eine Vielzahl von Organisationen: Von der „Seenotrettung“ über das „Netzwerk Grundeinkommen“ bis hin zu Vertretern von „Fridays for Future“, „Science for Future“ oder vom „Solarenergieförderverein“.

Ganz wichtig war den Organisatoren laut Rüdiger Haude, dass die Gäste bei freiem Eintritt feiern konnten. Möglich wurde das, weil alle Bands ohne Gage spielten. Der Bassist Peter Sonntag hatte den Stein dabei ins Rollen gebracht. „Er wollte auf einem Festival gratis für den Klimaschutz spielen“, erzählt Haude. Und genau das taten am Samstag dann alle Musiker: Von Final Virus über Bodo Wartke bis hin zu Bloodstrings und vielen anderen.

Organisiert hat das Festival die Organisation „Hambi Support Aachen“, der auch Rüdiger Haude angehört. „Wir haben im letzten Sommer aktiv die Verteidigung des Hambacher Waldes unterstützt“, sagt er, und wir haben auch in Aachen einige Aktionen ins Leben gerufen, darunter den Kinotrailer „May the Forst be with you“.

Und auch wenn den Aktivisten das Thema „Klimaschutz“ nach wie vor unter den Nägeln brennt, so war die Stimmung in der Soers absolut entspannt. Beim „Upcycling-Workshop“ konnten Interessenten ihrer Kreativität freien Lauf lassen, und überall luden Stände zum veganen Essen ein. Und auch das ist laut Organisatoren ein wichtiges Angebot zur Nachhaltigkeit.

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