Aachen: Aktionstag am Archimedischen Sandkasten

Wissenschaft spielerisch erleben : Mini-Bagger und Feldroboter im Schatten des Doms

Am und im Archimedischen Sandkasten auf dem Katschhof ist am Freitag der Aktionstag über die Bühne gegangen. Mit dem Tag will die Initiative “Future Lab“ Wissenschaft erlebbar machen. Besonders gut kam bei den Kindern der Mini-Bagger an, den die RWTH zwischen Dom und Rathaus am Start hatte.

Der Mini-Bagger kommt bei den Jungen besonders gut an. Dass man den Kugelschreiber, der unten an seiner Schaufel baumelt, mit Gefühl sogar in einen Flaschenhals dirigieren kann, scheint auf den ersten Blick kaum zu glauben. Doch unter der fachkundigen Anleitung von Mark Justin Benninghoff, Student an der RWTH, gelingt es dem fünfjährigen Paul nahezu problemlos, die Aufgabe zu erfüllen. „Das hast du richtig gut gemacht“, lobt Benninghoff anschließend. Er ist mit der „Fachgruppe für Rohstoffe und Entsorgungstechnik“ zum Katschhof gekommen, um auf seinen Studiengang aufmerksam zu machen. Der 1,1-Tonnen-Bagger gehört schnell zu den beliebtesten Angeboten beim Aktionstag in und um den Archimedischen Sandkasten.

Dort buddeln und graben unzählige Jungen und Mädchen, während die Eltern die Chance nutzen und ein Weilchen in einem der vielen Liegestühle verschnaufen. Hier und da werden die Kinder dann sogar fündig: Insgesamt 100 gelbe Enten warten im Sand verborgen darauf, entdeckt zu werden. Wer das Glück hat, eine der mit Doktorhut und Diplom ausgestatteten Enten zu finden, kann sie an der e-mobilen Cocktailbar eintauschen: Gegen einen „Wissenschaftselixier“ beispielsweise, einen „Long Island Einstein“ oder einen „Science on the beach“. Die alkoholfreien Cocktails kommen bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen gut an.

Dem Feldroboter ETAROB der FH Aachen ist auf den ersten Blick gar nicht anzusehen, was er alles kann. Ausgestattet mit zig Kamerasystemen, Laserscannern und Sensoren ist er in der Lage, autonom auf dem Feld zu arbeiten: Elektrisch betrieben beseitigt er Unkraut, düngt das Gemüse und erntet es sogar. Das Institut für Angewandte Automation und Mechatronik an der FH hat ihn entwickelt, und laut Tobias Müller und Jannik Hoppe, beide Wissenschaftliche Mitarbeiter an der FH, werden Wissenschaftler und Studenten in Kürze eine Firma gründen, um seine Vermarktung weiter voranzutreiben. „Bei der Entwicklung des Prototyps haben wir sehr stark von den Erkenntnissen beim autonomen Fahren profitiert“, sagt Tobias Müller. Und die Unkrautbeseitigung erfolgt mit Stromstößen, eine Methode, die von der Zasso GmbH entwickelt wurde.

Überall auf dem Katschhof bekommen die Besucher Gelegenheit, sich mit wissenschaftlichen Fragen und Themen auseinanderzusetzen. Das Future Lab Aachen organisiert diesen Aktionstag, um Aachen als Wissenschaftsstadt und Ingenieurschmiede in den Mittelpunkt zu rücken. Auch Kerkrade ist an diesem Tag mit seinem Museum Continium vertreten und zeigt an einem Stand mal ganz nebenbei, wie eine überdimensionierte Büroklammer zurechtgebogen wird. Außerdem lädt es ein, den Geheimnissen von Ötzi, dem Mann aus dem Eis, auf die Spur zu kommen oder einen Tag voller spannender Entdeckungen im Museum zu erleben.

Und gleich nebenan bietet Emanuel Schmidt, RWTH Aachen, die Möglichkeit, Glaubensorte wie den Aachener Dom oder die Bilal-Moschee mit einer VR-Brille digital zu erforschen. Vor allem Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen eines entsprechenden Projekts die religiöse Vielfalt Aachens durch den Besuch von unterschiedlichen Glaubensorten kennenlernen.

Im Rahmen der Archimedischen Werkstatt auf dem Katschhof entsteht auch eine Orgel aus unterschiedlich langen Röhren. Betreuer Nico Schneider (Bild) hat sie mit den Kindern entwickelt. Foto: Andreas Herrmann

Das diesjährige Bauprojekt der Bleiberger Fabrik steckt derweil noch ganz in den Anfängen. „Wir sind gerade fleißig dabei, Wände für das geplante Labyrinth zu bauen“, sagt Nico Schneider, der die teilnehmenden Jungen und Mädchen betreut. Besonders stolz sind alle auf die Orgel: Die haben sie aus unterschiedlich langen Röhren zusammengebaut, und gespielt wird sie mit eigens dafür angefertigten „Paddles“. Nico Schneider führt gleich einmal vor, wie sich das anhört.

Und während die vielen Kooperationspartner an diesem Aktionstag ihre Projekte vorstellen, tummeln sich im Archimedischen Sandkasten weiterhin die kleinen Besucher. Das Wetter ist ideal, weder zu heiß noch zu kalt, und lädt entsprechend ein, einen wunderbaren Tag an Aachens „Pop-Up-Strand“ zu verbringen. Und das nutzen die Besucher dann auch kräftig aus.

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