Aachen: Ältester Karnevalsverein will keine jecken Vierbeiner mehr

Karneval : Oecher Penn setzt nicht mehr aufs Pferd

Zufall oder gut gewählt? Während Pferde in Aachen im Moment das Maß aller Dinge zu sein scheinen, setzt die Oecher Penn, eigener Aussage nach mit dem Gründungsdatum 1857 der älteste Karnevalsverein der Stadt, ein Ausrufezeichen. Man wolle künftig im Rosenmontagszug auf Pferde verzichten, teilte der Verein jetzt mit.

Der Einsatz von Pferden in den Karnevaklsumzügen ist seit langem höchst umstritten. In diesem Jahr sorgte stürmisches Wetter dafür, dass die Pferde in Aachen am Rosenmontag im Stalll blieben. Eine Ausnahme noch. Die Penn jedenfalls will die Ausnahme zur Regel machen.

Bislang wurden der Planwagender Oecher Penn und der Furagewagen beim Rosenmontagszug jeweils mit einem Kaltblüter und das Tanzpaar mit einem Kaltblut-Zweispänner durch den Rosenmontagszug gezogen.

Hierfür hätten Kutscher und Pferde ein langwieriges Training absolvieren und strenge Regularien einhalten müssen, so die Penn. Darüber hinaus hätten die Pferde in einem sehr guten Allgemein- und Gesundheitszustand sein müssen, der regelmäßig durch Veterinäre kontrolliert und protokolliert worden sei.

„Nach den Unfällen in Köln und Bonn wollen wir die Sicherheit von Mensch und Tier nicht unnötig gefährden und verzichten deshalb freiwillig auf den Einsatz von Pferden im Rosenmontagszug“, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung des Karnevalsvereins.

Die Entscheidung auf den wetterbedinghten Verzicht auf Vierbeiner beim diesjährigen Rosenmontagszug, die erst am frühen Morgen des Rosenmontags bekannt gegeben worden war, habe die Penn angesichts des kurzfristig erforderlich gewordenen Umladens des Wurfmaterials von Plan- und Furagewagen bzw. Kutsche nicht nur vor enorme logistische Herausforderungen gestellt. „Sie bedeutete zugleich, dass die Pferde zweimal einem unnötigen Transport ausgesetzt waren, da sie unverrichteter Dinge wieder die Heimreise antreten mussten“, so die Penn-Postmeister Dirk Römer.

Die Stadtgarde werde ihre Wagen schrittweise nun so umbauen, „dass sie in Zukunft von motorgetriebenen Pferden gezogen werden können“.

(alp)
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