Aachen: Abriss der Brücke Erzbergerallee hat begonnen

Brücke Erzbergerallee : In zwei Wochen dürfen die Fußgänger wieder durch

An der maroden Brücke Erzbergerallee hat der Abriss begonnen. Zwei Bagger sind seit Dienstag dabei, große Betonbrocken herauszustemmen. Bis Ende nächster Woche soll auch die gesamte Stahlkonstruktion abmontiert sein. Und Ende des Jahres soll die neue Brücke stehen.

Die wichtigste Nachricht – zumindest für viele Kinder – zuerst: Die beliebte Rutsche von der Brücke Erzbergerallee hinunter zum Vennbahnradweg kommt wieder. Sogar eine ganz neue Rutsche wird aufgebaut. Allerdings müssen junge Leute sich bis Ende des Jahres gedulden. Bevor wieder gerutscht werden kann, wird eine komplette Brücke abgerissen und eine neue aufgebaut.

Am 15. April haben die vorbereitenden Arbeiten an der Brücke Erzbergerallee begonnen. Unter anderem wurde auch die beliebte Rutsche abmontiert. Vertreter des Aachener Stadtbetriebs, des beauftragen Ingenieurbüros Doser Kempen Krause, der Baufirma Dohmen und des Abbruchunternehmens BHR erklärten am Donnerstag vor Ort, was nun in den nächsten Wochen und Monaten auf Anwohner und Verkehrsteilnehmer in diesem Bereich zukommt.

Bis Ende nächster Woche, sagte Barbara Siodmok, Brückenbauingenieurin beim Stadtbetrieb und Projektleiterin der Maßnahme auf städtischer Seite, werde für die Bewohner der umliegenden Häuser der schlimmste Dreck und Lärm bereits überstanden sein. Bis dahin soll die marode Brücke, die unweit der Kirche Herz Jesu über die Vennbahntrasse führt, komplett verschwunden sein.

Erzbergerallee: Brückenarbeiten in vollem Gange

Seit Dienstag sind zwei Bagger mit Abruchhämmern auf der Brücke zugange. Die Brückenkappen an den Seiten, die als Gehweg dienten, werden herausgeschnitten und in großen Stücken auf Sattelschleppern abtransportiert. „Die Betonteile werden bewusst nicht vor Ort pulverisiert“, betont Siodmok, „so entsteht auf der Baustelle weniger Staub.“ Sortenrein getrennt und entsorgt werden die Brocken erst auf dem Betriebsgelände von BHR in Würselen. Fünf Sattelschlepper hätten allein am Donnerstagmorgen knapp 100 Tonnen Beton weggefahren, berichtet Michael Lövenich vom Abbruchunternehmen.

So wird die neue Brücke Erzbergerallee aussehen. Fachleute sprechen von einem überschütteten Rahmentragwerk. Foto: Stadt Aachen Kempen Krause

„Im Rückwärtsgang“ stemmen die Abrissbagger nun den Beton zwischen den Stahlträgern aus und legen die gesamte Stahlkonstruktion frei. Die sieben Längsträger der Brücke, jeder etwa 24 Meter lang, werden danach abgetrennt und vorsichtig auf den Vennbahnweg hinuntergelassen. Und dann ist die Brücke Erzbergerallee 67 Jahre nach ihrem Bau Geschichte. Nur die beiden Widerlager, die die Brücke tragen, bleiben stehen. Gebraucht werden sie künftig allerdings nicht mehr.

Die neue Brücke wird nämlich ganz anders gestaltet. Sie wird als „überschüttetes Rahmenbauwerk“ ausgeführt und in etwa so aussehen wie ein Erddamm mit einer grünen Böschung und einem Tunnel mittendurch. Der Bau der neuen Brücke wird einige Monate dauern. Jörg Noppeney, Bauleiter der Baufirma Dohmen, ist jedoch zuversichtlich: „Ende des Jahres ist alles fertig.“ Erst dann können Autofahrer die neue Brücke Erzbergerallee passieren.

Schon in etwa zwei Wochen dagegen werden nach jetzigem Zeitplan die Sperrungen für Fußgänger und Radfahrer wieder aufgehoben. Der Vennbahnweg wird nach dem Abriss der alten Brücke wieder freigegeben, für die Querung des Vennbahnwegs werden Behelfsrampen angelegt. Und darauf dürften viele dringend warten. Die Vollsperrung auf und unter der Brücke unterbricht nämlich eine wichtige Verbindung im Viertel, vor allem Fußgänger müssen große Umwege in Kauf nehmen. Ein Senior, erzählen die Leute vor Ort, habe am Mittwoch sogar gefragt, ob man ihn denn nicht einfach über die Brücke eskortieren könne. Da klafften bereits dicke Löcher im Beton.

Verkehrskadetten im Einsatz

Die Brücke Erzbergerallee ist auch Schulweg zu zahlreichen Schulen in der Umgebung. Die Schulkinder werden ab Montag ebenfalls noch einige Tage Umwege nehmen müssen. Die Schulen seien im Vorfeld informiert worden, sagt Siodmok. Damit aber auch wirklich alle wissen, wo sie langmüssen, werden am Montagmorgen ab 7 Uhr Verkehrskadetten an beiden Seiten der gesperrten Brücke Position beziehen und die Umleitung erklären.

Die Brücke Erzbergerallee wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1952 wieder aufgebaut. Bei einer Untersuchung des Bauwerks war derart starker Sanierungsbedarf festgestellt worden, dass ein Neubau wirtschaftlicher ist. Die Planungs- und Baukosten der Maßnahme sind auf rund 1,2 Millionen Euro veranschlagt. In diesem Budget sind auch die Kosten für die Rutsche enthalten. Gegenüber dem ursprünglichen Standort wird sie ein wenig verschoben und soll auch etwas kürzer ausfallen. Dafür bekommen die Kinder aus dem Viertel aber eine ganz neue Rutsche. Einige von ihnen haben an der Baustelle schon danach gefragt.

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