Aachen: Abfallberater machen mobil gegen Ressourcenverschwendung

Einsatz für die Umwelt : Dieses Problem ist nicht von Pappe

Innerhalb von einer Minute sind durchschnittlich etwa 5000 Einweg-Kaffebecher im Müll gelandet. Das sind etwa 90 Becher pro Sekunde.Das muss nicht sein. Städtische Abfallberater haben deshalb jetzt in der Rotunde des Elisenbrunnens für umweltbewusstes Konsumverhalten mobil gemacht.

Die Rechnung ist simpel: Laut der Deutschen Umwelthilfe verbrauchen die Deutschen etwa 2,8 Milliarden Pappbecher im Jahr.

Für Thomas Thalau, Betriebsleiter des Aachener Stadtbetriebs, sind das allerdings 2,8 Milliarden Becher zu viel. Deshalb haben er und eine Handvoll weiterer städtischer Abfallberater jetzt am Elisenbrunnen für einen bewussteren Umgang mit Einwegprodukten geworben. „Wir wollen die Aachener sensibilisieren, zu wiederverwendbaren Alternativen statt zum Pappbecher zu greifen“, sagte er.

Passanten konnten sich von den Experten beraten lassen und nebenbei per Glücksrad einen nachhaltigen Kaffeebecher aus Keramik gewinnen. Ziel der Aktion sei es auch gewesen, darauf aufmerksam zu machen, wie viel Müll die Menschen alltäglich produzieren – und wie viel davon vermeidbar wäre. Ein Pappbecher zum Beispiel kommt durchschnittlich gerade einmal 15 Minuten zum Einsatz, bis er im Mülleimer oder gar am Straßenrand liegen bleibt.

Die Konsequenzen sind mittlerweile allgegenwärtig: Müll gelangt massenhaft auch in den Meeren und in die Mägen der Tiere. Fast jeder kennt die Bilder, auf denen Vögel an Plastik verenden oder Abfall wie ein Teppich die Ozeane überzieht. Denn Plastik – oft nur wenige Sekunden genutzt – verharrt eine gefühlte Ewigkeit lang in der Natur. Über Fische und andere Tiere landet es schließlich auch auf den Tellern.

Auf den täglichen Coffee-to-go-Becher möchten die meisten trotzdem nicht verzichten. Thalau führt dieses Verhalten auf die Bequemlichkeit vieler Menschen zurück. „Viele genießen den selbst gemachten Kaffe nicht mehr in Ruhe morgens am Frühstückstisch, sondern kaufen ihn sich mal eben auf dem Weg zur Arbeit“, sagte er. „Deshalb ist es umso wichtiger, dass mehr Leute zu den wiederverwendbaren Bechern greifen.“

Und auch in anderen Alltagssituationen könne man viel Plastik vermeiden, sagte Abfallberaterin Annika Huppertz: „Viele Kosmetika beinhalten Plastikpartikel, auf die man verzichten kann. Und beim Einkauf ist ein Jutebeutel genauso hilfreich wie eine Plastiktüte.“ Huppertz ist überzeugt: „Müllvermeidung beginnt bei jedem Einzelnen, und nur wenn jeder seinen Beitrag leistet, können wir das Problem in den Griff kriegen.“ Nicht nur zur Weihnachszeit.