Aachen: 750 Starter: Der ATG-Herbstlauf mausert sich zum Event

Aachen : 750 Starter: Der ATG-Herbstlauf mausert sich zum Event

Vielleicht müssen die Veranstalter des ATG-Herbstlaufs wirklich bald über eine Namensänderung nachdenken. Denn wie im vergangenen Jahr erinnerte das Wetter am gestrigen Tag überhaupt nicht an die kalt-nasse Jahreszeit, die dem Lauf seinen Namen gegeben hat. Die über 750 Läufer schienen die sommerlichen Temperaturen aber nicht zu stören.

Ohnehin war die dritte Auflage des noch relativ jungen Herbstlaufs schon nach kürzester Zeit ausgebucht.

Auf geht‘s: 750 Starterinnen und Starter nahmen den wieder mal sommerlichen ATG-Herbstlauf unter die Sohlen. Die „Ergänzung“ zum Winterlauf mausert sich selbst zu einem Top-Event. Foto: Ralf Roeger

„Man könnte sagen, der kleine Bruder des Winterlaufs wird langsam groß“, bilanzierte Organisator Günter Drießen von der Aachener Turn-Gemeinde (ATG). Immerhin seien diesmal fast doppelt so viele Läufer an den Start gegangen als noch vor einem Jahr. Für ihn und die rund 50 freiwilligen Helfer, die das Sportereignis auf die Beine gestellt haben, sei die ungebrochen große Nachfrage auch eine Bestätigung für die hohe Qualität des Laufs, so Drießen.

Sportlich waren die beiden ausgeschilderten Strecken anspruchsvoll. Gleich zu Beginn ging es vom Chorusberg aus leicht bergauf am Stausee vorbei und ab in den Grindelwald, wo wiederum angenehm kühle Temperaturen herrschten. Nach den Ruinen des Pelzerturms trennten sich dann die Wege: Für die Läufer der 7,1-Kilometer-Distanz ging es gemütlich weiter über den Tönnesrather Weg zurück zum Chorusberg. Für jene Läufer aber, die sich für die längere Distanz von 10,6 Kilometern entschieden hatten, folgten noch weitere Bergpassagen bis zum Klausbergweg an der belgischen Grenze, bevor auch sie den Rückweg zum Zieleinlauf antreten durften.

Dort brauchten die Zuschauer denn auch nur etwas mehr als eine halbe Stunde zu warten, bis jener Aachener über die Ziellinie kam, dessen Ausdauer anscheinend keine Grenzen kennt: Mussa Hudrog. Nach nur 36 Minuten und 46 Sekunden hatte er die 10,6 Kilometer geschafft, gefolgt von Lorenzo Zanon (37:46) und David Veith (38:38). Bei den Frauen war Franziska Fourné mit 42 Minuten und 42 Sekunden die Schnellste — und das mit über drei Minuten Vorsprung auf ihre Verfolgerinnen Irene Winkemann (45:34) und Elisabeth Wacker (48:11).

Bei der kürzeren Distanz lag das Spitzentrio ziemlich dicht beisammen: als Erster des gesamten Laufs erreichte schließlich Martin Heuschen nach 23 Minuten und 19 Sekunden das Ziel, gefolgt von Max Nores (24:05) und Ivan Blazevic (24:13). Auch bei den Frauen lagen nur Sekunden zwischen den ersten drei, die von Julia Kümpers (28:24) angeführt wurden. Dann folgten Claudia Valdix (28:39) und Andela Blazevic (29:08).

Günter Drießen und die Organisatoren wollen sich bald mit dem Forstamt zusammensetzen, um abzuklären, ob man in Zukunft auch noch mehr Läufer durch den Wald lotsen könnte. Damit das Leben für die Tiere und Pflanzen dort möglichst ungestört weitergeht, dürfen die Sportler die markierten Wege nicht verlassen. Noch am Sonntagnachmittag fahre er jeweils die Strecken ab und sammle die Schilder und allfälligen Unrat ein, um alles sauber zu hinterlassen. Viel zu tun, so war Drießen überzeugt, werde es aber nicht geben: „So diszipliniert wie die meisten sind, dürften uns die Läufer die Arbeit schon abgenommen haben.“

Mehr von Aachener Nachrichten