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52 Stationen bei der Aachener Kunstroute 2019

Kultur in Aachen : 22. Kunstroute weist wieder viele kreative Pfade

Ihre Schatten voraus wirft die 22. Aachener Kunstroute, die am kommenden Wochenende mit 52 Stationen und damit Ausstellungen von der Stadtmitte bis in die Außenbezirke und erstmalig auch nach Lemiers einlädt.

Damit ist die Kunstroute ein wenig umfangreicher als im Vorjahr, doch Quantität sei kein Ziel, sind sich die Organisatoren einig. „ Die Kunstroute ist ein Paradebeispiel für den Mix aus Beiträgen der freien Szene und städtischer Institutionen, hier geht es Hand in Hand“, freut sich Kulturdezernentin Susanne Schwier. „Sympathisch ist auch die unaufgeregte Vielfalt. Als Besucher orientiert man sich kurz, was man sehen möchte, und geht dann einfach los.“

In der Tat gibt es mehr Bandbreite an Themen denn je. „Aachen badet in Kultur“, findet Susanne Schwier angesichts des prallen kulturellen Lebens, das am traditionellen, alljährlich stattfindenden Kunstrouten-Wochenende zu erwarten ist. Mitorganisator Heinrich Hüsch verweist auf eine neue Verbundenheit zwischen den Disziplinen, etwa Malerei und Schmuckdesign oder Malerei und Musik, die mit ihrem Crossover neue Dimensionen von Kooperation und „inhaltlichen Befruchtungen“ ermögliche.

Nicht nur gestandene Galerien mit prominenten Profikünstlern nehmen an der Kunstroute teil, sondern auch Künstlergruppen wie Ateliergemeinschaften oder Verbände. Allein das Atelierhaus an der Talstraße stellt Arbeiten von 30 Künstlern aus, der BBK (Bund Bildender Künstler) ist mit 47 Künstlern im entstehenden Kulturzentrum Branderhof vertreten, und die Halle 1 in der Bachstraße präsentiert sich mit ihren 14 dort arbeitenden Künstlern. Erstmalig gibt es eine „Nacht der Jugendkultur“ in der Bleiberger Fabrik, und erstmalig zieht es Künstler des noch jungen Ausstellungsorts Gravieranstalt in die Oppenhoffallee zu einer Open-air-Aktion.

„Brotlose Kunst“ nennen die Kunstschaffenden der Galerie AixOtto36 ihre Ausstellung in einer ehemaligen Bäckerei und feiern ihr zehnjähriges Bestehen, gleich 30 Jahre besteht die Galerie Ramrath, die mit immer neuer „Ram-Art“ überrascht.

In der Themenvielfalt, die sich als Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen und Diskurse versteht, sticht diesmal etwa der Klimawandel heraus, etwa in Gideon Mendels weltbekannten Fotografien von Hochwassergebieten, die in der Galerie Artco gezeigt werden. Das Thema Dürre inszenieren Hella Frowein-Hagenah und Nasser Eghbalpour in dessen gleichnamiger Galerie. Als dritte Station mit gleichem Thema ruft der Skulpturenhügel am Senserbachweg den Klimanotstand aus.

Insgesamt nehmen mehr als 300 Künstler an 52 Ausstellungsorten an der Kunstroute teil, die mit ihren 60 Events und Präsentationen, Vernissagen, Finissagen sowie Abendprogrammen bis 22 Uhr kostenlos locken. Den allgemeinen Auftakt der Kunstroute bietet „Spektrum 2019“ in der Aula Carolina am Freitag, 27. September, mit einer gemeinsamen Ausstellung vieler Stationen, wo der Besucher sich ab 20 Uhr einen ersten Eindruck und Orientierung verschaffen kann. Auch in diesem Jahr gibt es ein Kunstwerk im Wert von 500 Euro zu gewinnen. Am Samstag sind die Kunstrouten-Stationen von 11 bis 18 und teilweise bis 22 Uhr geöffnet, am Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Nähere und ständig aktualisierte Informationen gibt es im Internet unter www.aachenerkunstroute.de.