Aachen: 500 Sportler laufen, um Geld für Arbeitslosenhilfen zu sammeln

Aachen: 500 Sportler laufen, um Geld für Arbeitslosenhilfen zu sammeln

Miriam Werken hüpft auf der Stelle. Nicht, weil sie nervös ist, sondern um sich aufzuwärmen. Sie ist eine von über 500 Läufern, die am Sonntag für den Solidaritätslauf rund um Rathaus und Dom an den Start gingen.

Bereits zum zweiten Mal ist Miriam Werken dabei, um für den guten Zweck Geld zu erlaufen. Der Sport ist seit Jahren ihr Hobby, in den vergangenen zwei Monaten hat sie intensiver trainiert. „Ich möchte schließlich nicht schon nach der vierten Runde aufgeben müssen, sondern durchhalten.” Zehn Runden Minimum sind ihr Ziel.

Dann heißt es: Auf die Plätze, fertig, los! Gruppen, Klassen, Freundeskreise, Arbeitskollegen, Vereine und einzelne Teilnehmer in bunten T-Shirts und Trikots laufen oder walken für den guten Zweck.

Bereits zum vierten Mal hat das Büro der Regionaldekane Aachen-Stadt und Aachen-Land zum Solidaritätslauf für Menschen ohne Arbeit aufgerufen. Die Schirmherrschaft haben erneut Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff und Superintendent Hans-Peter Bruckhoff übernommen.

Die Idee hinter dem Solidaritätslauf ist simpel und doch anders: Läufer suchen sich einen Sponsor, der für jede erlaufene Runde einen vereinbarten Betrag zahlt. Ob der Sponsor nun ein Freund, Geschäftsinhaber oder der Läufer selbst ist, ist egal. Ebenso das jeweilige Runden-Geld.

Am Schluss wird die Summe jedes einzelnen Läufers halbiert, sodass 50 Prozent in ein vom Sportler gewähltes Projekt investiert werden können, egal ob Klassenkasse oder Gemeindeprojekt.

Die andere Hälfte fließt in die evangelische und katholische Arbeitslosenarbeit. So werden mehr als 30 regionale Ausbildungs- und Qualifizierungsprojekte für Langezeitarbeitslose und Jugendliche ohne Ausbildung unterstützt.

„Da kann je nach dem schon eine Menge zusammenkommen”, erzählt Kurt Willms vom Organisationsteam. Der Benefizlauf im vergangenen Jahr erbrachte 20.000 Euro.

Mittlerweile ist Miriam Werken fünf Runden gelaufen. Bei einer Strecke von circa einem Kilometer pro gelaufene Runde ist da noch Platz nach oben meint sie und lacht. Spaß haben alle Läufer, auch wenn ein Teil schon aufgehört hat. Unter ihnen der sieben-jährige Marlon. Drei Runden hat er geschafft und ist mächtig stolz. „Ein Kilometer mehr als im letzten Jahr”, strahlt er. Jetzt steht er am Straßenrand und feuert die anderen Läufer an.

Durch das September-Special, das, so Willms, mittlerweile Stadtfestcharakter angenommen hat, und aufgrund von Baumaßnahmen kam es zu einigen Engpässe, sodass die Strecke um Dom und Rathaus musste in diesem Jahr leicht verändert werden, erzählt Kurt Willms. Doch das stellt für die Läufer kein Problem dar. Und bei 30 Streckenposten rund um die Strecke kann nicht viel schief gehen.

Die Kombination aus Live-Musik der Pius Big-Band, gutem Wetter und gut gelaunten Menschen an der Laufstrecke haben das Event in diesem Jahr erneut zu einem Highlight gemacht.

Nach 90 ist der Lauf vorbei. Miriam Werken hat bis zum Ende durchgehalten, „auch wenn es nach einer Weile schwer wurde”. Doch am Ende hatte sie 13 Stempel auf ihrer Karte, die ihren Sponsor nun 26 Euro kosten werden. Das Geld will sie aber nicht auf zwei Projekte aufteilen, sondern vollständig der kirchlichen Arbeitslosenarbeit zukommen lassen.