Aachen: 50 Jahre Städtepartnerschaft: Herausragende Basis für das künftige Europa

Aachen : 50 Jahre Städtepartnerschaft: Herausragende Basis für das künftige Europa

Der Austausch von Printen und Champagner könnte nicht herzlicher sein. Und mit ihrem Lächeln dokumentieren die beiden Stadtoberhäupter ihre gegenseitige Sympathie. Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp und der Reimser Oberbürgermeister Arnaud Robinet besiegelten am Samstag zum 50-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Aachen und Reims die deutsch-französische Freundschaft und damit die älteste Aachener Städtepartnerschaft.

In ihren Reden bei der Feierstunde im Krönungssaal des Rathauses stellten die Stadtoberhäupter die Städtepartnerschaft, die Freundschaft zwischen den französischen und deutschen Bürgern, als herausragende Basis für das Europa der Zukunft heraus. Einen feierlichen Rahmen boten zwei Chöre, das Ensemble Vocal d’Enfants du Conservatoire de Reims unter Leitung von Yves Weeger und der Mädchenchor am Aachener Dom unter Leitung von Marco Fühner.

„Lang lebe die tiefe Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland, lang lebe die Städtepartnerschaft zwischen Reims und Aachen in einem Europa des Friedens und der Freiheit!“, appellierte Oberbürgermeister Marcel Philipp bei der von tiefer Zuneigung getragenen Feierstunde. Dabei erneuerten die Oberbürgermeister der beiden Städte den Partnerschaftsvertrag mit ihren Unterschriften — und mit ihren eindringlichen Reden.

Philipp stellte die aktuellen politischen Herausforderungen des geeinten Europas heraus. „Der Stellenwert einer Städtepartnerschaft hilft, Europa stark zu halten. Europa ist der Sicherheitsriegel gegen einen Rückfall in Nationalismus, gegen innereuropäische Konflikte und letztlich gegen Krieg. Europa ist das große Friedenssicherungsprojekt der letzten Jahrzehnte. Die Arbeit an unserer Städtepartnerschaft ist Friedensdienst!“, sagte der Aachener Oberbürgermeister.

Mit Blick auf den designierten Karlspreisträger Timothy Garton Ash thematisierte Philipp die aktuelle Bedrohung der europäischen Idee durch aufkeimenden Nationalismus. Diese beunruhigende Situation werde auch Auswirkungen auf die Städteverbindungen haben. „Die Bürgerschaften unserer Städte sind deshalb aufgerufen, dafür zu kämpfen, dass die Völker zueinander finden statt sich voneinander abzugrenzen“, betonte Philipp.

Gegenbesuch im April

Wie er erkannte auch sein Reimser „Pendant“ Arnaud Robinet, „dass mit unserer Städtepartnerschaft, die die beiden historischen Krönungsstädte miteinander verbindet, nicht nur das historische Erbe geehrt wird, sondern auch das Europa von Morgen gestaltet wird“. Robinet forderte, mit Toleranz und Frieden die Verantwortung für das Europa, in dem künftige Generationen miteinander leben, zu gestalten. Die Städte seien das Basislager jeder Demokratie.

Wie exzellent dies in der Städtepartnerschaft Aachen-Reims funktioniert, stellten Philipp und Robinet heraus, indem sie den Partnerschaftskomitees und ihren über die fünf Jahrzehnte aktiven Leitungen — derzeit Catherine Delot auf Reimser und Georg Schmidt auf deutscher Seite — dankten. Eine besondere Anerkennung wurde dem ehemaligen Vorsitzenden des Reimser Komitees, Henri Desdouits, zuteil. Für seine Verdienste wurde er mit dem Karlssiegel in Silber ausgezeichnet.

Zum Abschluss sangen die Chöre gemeinsam die beiden Nationalhymnen und Beethovens „Ode an die Freude“. Die jungen Sänger, die das Miteinander auf mitreißende Art leben, wurden mit großem Applaus bedacht. Die Feierlichkeiten zum Jubiläum der Städtepartnerschaft sind damit angelaufen. Der Gegenbesuch einer Aachener Delegation mit Oberbürgermeister Marcel Philipp an der Spitze bei den französischen Freunden ist Anfang April geplant.

Schon am Freitagabend gab es in der Citykirche St. Nikolaus ein gemeinsames Konzert des Mädchendomchores und des Ensemble Vocal d’Enfants aus Reims. Danach schloss sich eine erste Begegnung im Centre Charlemagne an. Spontaner und gern gesehener Gast war Karnevalsprinz Thomas III.

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