Aachen: 4000 Kinder beten gemeinsam

Aachen : 4000 Kinder beten gemeinsam

Rund 4000 Kinder haben am Mittwoch bei der Aachener Heiligtumsfahrt auf dem Platz vor dem Aachener Dom gemeinsam gebetet. Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger” gestaltete mit Weihbischof Karl Borsch den Gottesdienst zum „Tag der Kinder”, bei dem die Windeln Jesu als Teil der verehrten Heiligtümer gezeigt wurden.

Höhepunkt des Gottesdienstes war das Anbringen von insgesamt 230 Meter Tuch rund um den Platz. Im Vorfeld hatten hierzu Kinder aus dem Bistum Aachen 2700 Stoffbilder gemalt. Diese wurden in Bahnen zusammengenäht und stellten das Thema des Tages dar: „Eingehüllt in das Tuch des Lebens”.

Die Stoffbilder zeigen Szenen aus dem Leben Jesu und dem eigenen Leben. Kinder aus Grundschulen und Kindergruppen des Bistums hatten die kleinen Kunstwerke gemalt und sich so auf die Heiligtumsfahrt vorbereitet. „Aachen ist eine Stadt der Kinder. Der Dom wurde schon 1927 zur Zentralkirche der Kinder in Deutschland erkoren”, sagte der Präsident des Kindermissionswerks, Winfried Pilz, über die große Resonanz zum Kindertag.

Die Aachener Heiligtumsfahrt übt insgesamt eine hohe Anziehungskraft auf die Gläubigen aus: 40.000 Pilger kamen in den ersten fünf Tagen in die Kaiserstadt, um die vier großen Aachener Reliquien zu sehen, teilte ein Sprecher des Domkapitels mit. „Die Heiligtumsfahrt ist ein großes Gemeinschaftserlebnis, das die Gläubigen zueinander bringt - weltweit und auch bistumsnah”, sagte der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff. Bis zum Ende der Heiligtumsfahrt werden 100.000 Pilger erwartet.

Bei der alle sieben Jahre stattfindenden Heiligtumsfahrt werden die Tücher gezeigt, die als Windel und Lendentuch Jesu verehrt werden, als Kleid Mariens und Grabtuch Johannes des Täufers. Mit der Wallfahrt setzt die Bischofsstadt Aachen die Tradition der Reliquienverehrung fort, die seit 1349 im siebenjährigen Turnus stattfindet. Karl der Große hatte die Reliquien 799 vom Patriarchen von Jerusalem als Geschenk erhalten. Wissenschaftler datieren die Tücher auf das 3. Jahrhundert zurück.