Aachen: 3700 Starter: Das ist ein neuer Rekord

Aachen: 3700 Starter: Das ist ein neuer Rekord

Noch nie zuvor haben so viele Schülerinnen und Schüler auf einmal die Beine in die Hand genommen, um für den Frieden zu laufen. Der Aachener Friedenslauf, eine Aktion von Pax Christi, Netzwerk Aachener Schulen gegen Gewalt und Rassismus, Evangelischer Studierenden Gemeinde, Aachener Friedenspreis und anderen, feierte am Freitag ein schönes Jubiläum.

Seit zehn Jahren gibt es ihn, und jedesmal machen mehr Schulklassen mit. Entsprechend stark war das Gewusel von Weißhemden in der Innenstadt zwischen Eäzekomp, Dom und Elisengarten. Eine lustige Friedenstaube mit Kappe und Turnschuhen lachte von der weißen Sportkluft, die das Organisationsteam ausgegeben hatte. Insgesamt 3700 Kinder waren am Start.

Training fürs Miteinander

„Zehn Jahre Friedenslauf ist für uns etwas Besonderes, denn das Ereignis ist schon zu einer Marke geworden und wir werden in den Gemeinden darauf angesprochen”, freute sich Superintendent und Schirmherr Hans-Peter Bruckhoff bei einem Pressegespräch während der Veranstaltung. Ohne solche Aktionen „erfahren Jugendliche Hoffnungslosigkeit”. Frieden zu machen sei für viele Menschen eine abstrakte Sache, ergänzte Rolf-Peter Cremer von Pax Christi. „Hier haben die jungen Leute einen konkreten Hintergrund und wissen genau, was passiert”. Dazu trügen das Rahmenprogramm und die Vorbereitungen in der Schule bei.

Freitag konnten die Schüler beispielsweise vom Pantomimen Scheibub in Rollenspielen lernen, wie man ein Problem gewaltsam oder aber friedlich lösen kann. Für größere Schüler gab es schon im Vorfeld Workshops zu den Themen. Stärke entwickeln, wie man mit Provokationen umgeht, in hitzigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren sind trainierbare Aspekte für ein friedliches Miteinander.

Runde um Runde drehten die Kids, unterwegs an Stationen gestärkt mit Wasser und Bananen. 160 Ehrenamtliche waren im Einsatz. „So kann man die Kinder bewegen!” freute sich Karen Siebert von Pax Christi. „Die Stadt steht still, Straßen werden gesperrt, der Oberbürgermeister kommt nur für die Kinder - das finden sie gut.” Siebert gefällt es außerdem besonders, dass sich bei der Veranstaltung alle Schulformen mischen. Jede gelaufene Runde von etwa 800 Metern wird gesponsert von Freunden und Familienmitgliedern sowie einigen Aachener Firmen. Das gesammelte Geld wird für verschiedene Friedensprojekte sowie Anti-Rassismus- und Anti-Gewalttrainings in Aachen eingesetzt. Im letzten Jahr haben die teilnehmenden Schulen 17.000 Euro Reinerlös erlaufen.

Am Schluss steht noch ein Grüppchen Schüler von der Grundschule Passstraße auf dem Markt. Die Lehrerinnen haben ihnen ein Eis spendiert. zehn, zwölf und 15 Runden sind Lena, Mailinde und Hasan gelaufen. „Es war anstrengend, wir sind gejoggt, manchmal auch gegangen”, sagen sie voller Begeisterung. Hasan ist zufrieden: „Ich fand es gut, weil wir den Armen helfen. Und es macht Spaß.”

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