Aachen: 370 Schwimmer legen in 24 Stunden 3229 Kilometer zurück

Aachen: 370 Schwimmer legen in 24 Stunden 3229 Kilometer zurück

Was mehr als zweimal stattfindet, so sagt man in Aachen, ist bereits Tradition. So gesehen gehört auch das 24-Stunden-Schwimmen in der Osthalle dazu, das am Wochenende zum dritten Mal veranstaltet wurde. Und geht es nach dem Zuspruch, den der noch junge Wettbewerb bisher erhält, dann hat er durchaus das Zeug, auch außerhalb der Kaiserstadt das Prädikat „Traditionsveranstaltung“ zu erhalten.

Das liegt auch an den deutschen Rekorden, die in der Osthalle zuverlässig zu Jahresbeginn geknackt werden. Dafür verantwortlich ist in erster Linie Vera Niemeyer aus Kohlscheid. Die „Sportlerin des Jahres 2017“ hält im 24-Stunden-Schwimmen mit 96,3 Kilometern den aktuellen Weltrekord — und sie hat auch am Wochenende in Aachen mit 81,5 Kilometern gleich eine neue deutsche Bestmarke aufgestellt. Das ist etwa so, als würde man die Strecke von Aachen nach Maastricht und wieder zurück im Wasser zurücklegen.

Bei den Männern wurde zwar kein neuer Rekord aufgestellt, aber mit 60 Kilometern zeigte Hans Fuhrmann dennoch eine äußerst beachtliche Leistung. Nicht allzu weit hinter ihm folgte Mats Pöhler, der mit gerade einmal zwölf Jahren insgesamt 42 Kilometer zurückgelegt und ein deutliches Ausrufezeichen für den Nachwuchs gesetzt hat.

Ingesamt legten die 370 Teilnehmer des dritten 24-Stunden-Schwimmens 3229 Kilometer zurück. „Selbst nachts um zwei Uhr wurde es nicht wirklich leerer im Wasser“, berichtet Veranstalter Jochen von Arnim. Dabei sei so eine große Anzahl von Sportler auch organisatorisch eine Herausforderung. So waren — nach den guten Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr — diesmal wieder zwei Bahnen für die Profis reserviert, und vier standen den Freizeitschwimmern offen. „Es hat sich bewährt, dass die Freizeitschwimmer zu den Stoßzeiten am Samstagnachmittag jeweils nach 500 Metern eine kurze Pause einlegen müssen, worüber die meisten ohnehin ganz froh waren“, sagt von Arnim.

Neben den herausragenden Spitzenleistungen sind es gerade die Breitensportler, welche die rund 80 ehrenamtlichen Veranstalter des Brander und des Aachener Schwimmvereins jedes Jahr neu motivieren. „Dass etwa das Gymnasium Kreuzau wieder mit einer ganzen Klasse mit dabei war, freut uns ganz besonders.“ Überhaupt gehe es den beiden Vereinen in der Hauptsache nicht um den Wettbewerb, sondern darum, Kinder und Jugendliche ins Wasser zu bringen.

Ein Ziel, dass an diesem Wochenende definitiv erreicht wurde. So steht für von Arnim und sein Team schon jetzt fest: auch im kommenden Jahr wird es wieder ein 24-Stunden-Schwimmen geben. Die mittlerweile ausgereifte Organisation und die Atmosphäre, in der Weltrekordhalter neben gemütlich schwimmenden Freizeitsportlern ihre Bahnen ziehen, tragen wesentlich dazu bei.

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