Aachen: 34-Jährige aus Aachen will über Hagen nach Berlin

Aachen: 34-Jährige aus Aachen will über Hagen nach Berlin

Als Mitglied der Bezirksvertretung Aachen-Mitte beschäftigt sich Cemile Giousouf mit Themen wie der farblichen Gestaltung des Pflasters auf dem Soerser Weg oder der Erneuerung der Bismarckstraße. Doch bald schon könnten ganz andere Themen auf die 34-jährige CDU-Politikerin zukommen. Denn die Aachenerin soll in Hagen für die CDU in den Bundestagswahlkampf ziehen.

Sie selbst möchte sich dazu nicht äußern, da ihre Kandidatur noch nicht offiziell feststeht. Doch der Hagener CDU-Kreisvorstand ist von der Beisitzerin im Kreisvorstand der Aachener Frauen-Union und der stellvertretende Vorsitzenden im Deutsch-Türkischen Forum der CDU überzeugt. „Hagen ist eine Stadt mit hohem Migrantenanteil.

Und es ist reizvoll, diesen Menschen mit Cemile Giousouf eine neue Perspektive anbieten zu können“, sagt der Geschäftsführer des Hagener CDU-Kreisverbandes Bernd Löwenstein den „Nachrichten“. Deshalb habe sich der Kreisvorstand für eine Kandidatur der Aachenerin ausgesprochen. Ein eigener Kandidat habe sich nicht aufgedrängt.

„Doch das ist nur eine Empfehlungsentscheidung“, weist Löwenstein auf die Besonderheit des Wahlkreises 139 hin, zu dem nämlich neben Hagen auch ein Teil des Ennepe-Ruhr-Kreises gehört. Dort steht die Vorstellung der 34-Jährigen mit türkischen Wurzeln nämlich noch aus, bevor sie auf einer gemeinsamen Vertreterversammlung offiziell aufs Kandidatenschild gehoben werden soll. Löwenstein: „Wir müssen mit den Kollegen im Ennepe-Ruhr-Kreis natürlich noch reden, aber ich bin guter Hoffnung, dass die Kandidatur klappt.“

Fest in SPD-Hand

Die Arbeiterstadt Hagen ist traditionell fest in SPD-Hand, Cemile Giousouf dürfte also gegen den SPD-Kandidaten René Röpsel keine Chance auf ein Direktmandat haben. Doch soll sie einen guten Listenplatz erhalten, der ihr den Weg aus Aachen über Hagen nach Berlin ebnen soll. Die Hagener CDU hatte zuvor in den eigenen Reihen keinen geeigneten Kandidaten gefunden, selbst eine Findungskommission blieb erfolglos, folglich trat Kreisvorsitzender Christoph Purps an den NRW-Landesvorstand der CDU heran, der die 34-jährige Aachenerin empfahl.

Cemile Giousouf arbeitet als Referentin im Integrationsministerium in Düsseldorf — dem ehemaligen Ministerium des aktuellen CDU-Landesvorsitzenden Armin Laschet. Außerdem wurde sie bei der Wahl Laschets im Juni 2012 als Beisitzerin ebenfalls in den Landesvorstand gewählt. Diesen darf sie also neben dem Generalsekretär der NRW-CDU, Bodo Löttgen, zu den Unterstützern ihrer Kandidatur in Hagen zählen.

„Auch in unserer Bundestagsfraktion muss sich die ganze Vielfalt der Gesellschaft widerspiegeln“, sagt Laschet, „Cemile Giousouf hat sich als Frau mit einer Zuwanderungsgeschichte weit über Aachen hinaus einen guten Namen gemacht“.

Gegenwind kommt unterdessen von der Parteibasis in Hagen, die sich gegen „eine Kandidatin von außen“ wehrt. Das weiß auch Kreisgeschäftsführer Bernd Löwenstein: „Das ist kein ganz angenehmer Weg. Da müssen wir noch viel Überzeugungsarbeit leisten.“