Aachen: 31 neue Wohnungen mitten in Burtscheid

Aachen : 31 neue Wohnungen mitten in Burtscheid

Ein großes Loch tut sich auf mitten in Burtscheid. Wo Passanten an der Altdorfstraße früher auf Teile der Rheumaklinik blickten, schauen sie nun hinab in eine Baugrube. Dort wird derzeit die Bodenplatte gegossen für ein Bauprojekt mit dem irritierenden Namen „Quartier 74 Grad“.

Die Bezeichnung leite sich ab von der heißen Quelle im Zentrum des Quartiers, erklärt Nikola Müller-Langguth vom zuständigen Büro kadawittfeldarchitektur. Und die könne eben mit Wassertemperaturen von bis zu — genau — 74 Grad aufwarten.

Harmonisch: Der Neubau soll sich in die Umgebung einfügen und farblich an den Fassaden der Nachbarschaft orientieren. Visualisierung: Rendertaxi.

Weil damit in Burtscheid Europas heißeste natürliche Quelle sprudele, sei es den Architekten ein Anliegen gewesen, diese Besonderheit für die Aachener erlebbar zu machen. Das alte Quellhaus wird deshalb zugänglich gemacht. Zudem soll es einen Park im Blockinneren geben, und der Durchgang durch das Quartier wird ebenfalls ermöglicht.

Derzeit ist jedoch alles noch Baustelle. In einigen Tagen soll die Bodenplatte fertiggestellt sein, danach werden Stahlbetonwände hochgezogen. Anschließend geht es weiter mit Schal- und Betonierarbeiten für die Decke der Tiefgarage.

Diese soll ein begrüntes Dach bekommen was als Garten für die Bewohner diene. 31 hochwertige Wohnungen errichtet die Aachener REAQ Immobilien der Investoren Ilker Simons und Martin Wibelitz als Bauherr im ersten Bauabschnitt. Die Größen variieren zwischen 70 bis 210 Quadratmetern. Weitere Bauabschnitte sind geplant.

Noch aber wird am ersten Abschnitt kräftig gewerkelt, bis Ende April kommenden Jahres soll der Rohbau stehen. Dafür waren vor rund einem Jahr weite Teile der alten Landesklinik, die nicht unter Denkmalschutz standen, abgerissen worden.

An die Stelle der alten Gebäude aus der Nachkriegszeit tritt nun ein schicker Neubau, der sich gestalterisch in die historische Umgebung einfügen und die Bauflucht der Nachbarschaft aufnehmen soll. Farblich wird sich die moderne Klinkerfront an den Sandsteinfassaden der Nachbargebäude orientieren.

Vorplatz und Durchgang

Die einzelnen Gebäudeteile haben die Architekten in ihren Plänen so angeordnet, dass zur Altdorfstraße hin ein kleiner Vorplatz entsteht. Grünflächen und Sitzgelegenheiten haben die Planer dort vorgesehen. Durch eine große Tordurchfahrt gelangt man von dort zum alten Quellhaus und weiter durch das ganze Quartier bis zur Benediktinerstraße.

Die Architekten sehen darin einen Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung im Kurviertel. Laut Nikola Müller-Langguth werde nicht zuletzt mit dem freien Zugang zum Quellhaus „ein Stück lokaler Identität ins öffentliche Bewusstsein gerückt“.

Ebenfalls umgebaut wird das sogenannte Ärztehaus, worum sich das Büro ASH Architekten kümmert. Hier soll ein Notariat einziehen.

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