Aachen: 25 Jahre in der Schublade: „Karl der Kleine“-Illustrator veröffentlicht Kinderbuch

Aachen: 25 Jahre in der Schublade: „Karl der Kleine“-Illustrator veröffentlicht Kinderbuch

Rund 25 Jahre lag in Alfred Neuwalds Wohnung in Aachen eine große schwarze Mappe, die er lange Zeit aus den Augen verloren hatte. Darin: sein erstes, selbstgezeichnetes Kinderbuch. Damals hat er noch eine Federzeichnung auf Aquarellpapier angefertigt und Teile geairbrusht, also aufgespritzt. Am Computer arbeitete er damals noch nicht.

Er versuchte, die Geschichte von Stups, dem kleinen Schwertwal, und seinem Seehund-Freund Rudi an Verlage zu verkaufen. Die aber hatten erst mal nur Interesse an Neuwalds Talent als Illustrator, nicht aber an Stups. Es folgten Geschichten über Kapitän Sternhagel, die Weltenbummler und Karl der Kleine. Stups jedoch hatte er nie so ganz vergessen. „Es war das erste Kinderbuch, das ich gemacht habe“, sagt Neuwald. Eine Geschichte über den Zusammenhalt zweier Freunde, die es im wahren Leben zwischen Seehund und Schwertwal so wahrscheinlich nie geben könnte.

Doch gerade das hat die Herzogenrather Verlegerin Veronika Aretz an dem Buch so begeistert. „Die Geschichte ist wirklich schön. Es geht darum, dass man andere nicht im Stich lässt, und das, finde ich, ist eine wichtige Erkenntnis für die Kinder“, so Aretz. Erst vor rund vier Wochen lernten Aretz und Neuwald sich kennen. Die Verlegerin war auf der Suche nach einem Illustrator für ein anderes Buch und stieß dabei auf Alfred Neuwald. Bei einem der folgenden Treffen erwähnte Neuwald, das nie veröffentlichte Kinderbuch in der Schublade. Aretz griff zu, las die Geschichte, schaute sich die Bilder an, und war gleich Feuer und Flamme.

Plüschtier in Planung

In besagten vier Wochen hat sie sich dann darum gekümmert, dass aus den Zeichnungen auf Aquarellpapier ein fertiges Buch wird. Denn „Stups — der kleine Schwertwal“ sollte zur Comiciade, die an diesem Wochenende stattfindet ( siehe Infobox), auf den Markt kommen. Neuwald scannte seine Zeichnungen unverzüglich ein und schickte sie an Veronika Aretz. Sie erledigte den Rest.

So wird das Buch am morgigen Samstag bereits am Stand von Alfred Neuwald gleich neben dem kleinen Karl liegen. Auch Lesezeichen sind bestellt. Aretz denkt aber noch weiter. „Ein passendes Plüschtier wäre schön, aber da bin ich noch dran.“

Ihr war es wichtig, zunächst das Buch als kleines Taschenbuch und als Spiralbindung drucken zu lassen. „Mal schauen, was besser ankommt“, sagt sie.

Für Alfred Neuwald geht damit ein Traum in Erfüllung. Stups, der seinen Namen daher hat, dass er die Eisscholle, auf der Rudi zu Beginn des Buches sitzt, freundlich anstupst, ist ein Charakter, den er gerne kreiert hat. Zudem musste er lange auf den großen Auftritt seiner Figur warten. Schließlich lag seine Geschichte ja ein Vierteljahrhundert in der schwarzen Mappe. Und damit war sie nicht allein: „Ich habe noch einen Comic in der Schublade, der ist sogar schon 30 Jahre alt“, sagt er und lacht.

Veronika Aretz horcht da sofort auf: „Ich bewundere ihn. Die Zeichnungen sind wirklich toll. Normalerweise muss man so etwas immer nachbearbeiten, aber in diesem Fall war das gar nicht nötig. Unsere Zusammenarbeit ist damit definitiv noch nicht beendet“, sagt sie.

Wer „Stups — der kleine Schwertwal“ außerhalb der Comiciade erwerben möchte, kann es zum Preis von 8,90 Euro im Internet bestellen: ISBN: 978-3-944824-76-5.

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