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24-Stunden-Schwimmen in Aachen mit neuen Rekorden

24-Stunden-Schwimmen : Auf sechs Bahnen herrschte rund um die Uhr Hochbetrieb

Schwimmen um die Wette, soviel wie möglich. Bei der vierten Auflage des Aachener 24-Stunden-Schwimmens wurden nicht nur Neujahrsvorsätze umgesetzt, sondern auch einige persönliche Bestmarken geknackt.

Insgesamt 263 Teilnehmer zogen es vor, an diesem verregneten Wochenende lieber im 28 Grad warmen Wasser in der Osthalle ihre Bahnen zu ziehen, als draußen im Regen zu stehen. Nass wurde man so oder so. Egal ob Anfänger oder ambitionierte Schwimmer, ob Jung oder Alt, ob mitten in der Nacht oder am späten Nachmittag, jeder konnte nach Lust und Laune seine Meter im Wasser zurücklegen

Zwar waren es weniger Teilnehmer als im Vorjahr, doch hatte dies für alle in diesem Jahr Aktiven einen angenehmen Nebeneffekt: Eine kurze Zwangspause nach 500 geschwommenen Metern, um andere zum Zuge zu lassen, war nicht nötig. Und trotzdem war rund um die Uhr auf jeder der sechs Bahnen Hochbetrieb. „Doch das hat sich so super verteilt, dass wir keine Wartezeiten hatten“, meinte Steffen Willms vom Orga-Team. Organisiert wird das Event gemeinsam durch die Aachener und Brander Schwimmvereine (ASV und BSV).

Rund 140 Helfer

Ermöglicht haben die gelungene Veranstaltung auch die rund 140 Helfer aus den beiden Vereinen, die insbesondere die Auswertung übernehmen und nach jeweils 50 zurückgelegten Metern auf einem Touch-Pad die Badekappennummer antippen. Das ausgeklügelte Messsystem von „E24“ aus Thüringen leitet die Daten direkt an einen Zentralrechner weiter. Das aktuelle Ergebnis wird auf einer Leinwand angezeigt und alle 10 Sekunden aktualisiert.

Aus dem reinen Sport-Event sei schnell ein spaßiges und außergewöhnliches Erlebnis mit netten Gleichgesinnten und familiärem Charakter geworden. „Man sieht hier viele Schwimmer aus dem Schwimmbezirk Aachen und kennt sich untereinander“, so Willms. Viele Firmen und Vereine aus der Region von Aachen bis Düren nahmen auch an der Gruppenbewertung teil, welche die „Euregio Kraulquappen“ zum vierten Mal in Folge gewannen. Ehrgeizig sprangen die ersten Schwimmer am Samstag um Punkt 12 Uhr ins Becken. Einige von ihnen mit ganz klaren Zielen: Lieke Walecki (15) und Oliver Esser (22) hatten sich 50 Kilometer vorgenommen. Doch es kam noch besser. Sie überwanden den Schlafentzug und meisterten die enorme körperliche Belastung. Dafür haben sie bis zu fünfmal pro Woche trainiert.

So sehen Sieger aus: Kleine und große Athleten haben sich im Wasser mächtig ins Zeug gelegt. Für die Besten gab es Urkunden. Foto: Andreas Cichowski

Im Wasser helfen sie sich gegenseitig, denn innerhalb der Gruppe der „Euregio Kraulquappen“ wechseln sie die Führungsposition regelmäßig, damit die dahinter Schwimmenden es im Sog leichter haben. Nachts ziehen beide sehr gerne ihre Bahnen: „Es ist immer wieder etwas Besonderes“, meinte Lieke. „Man hat Platz und kann sein Tempo schwimmen.“

Schnell stand fest, dass sie ihr Ziel schaffen und prompt wurde das Ziel auf 60 Kilometer angehoben. Als erste erreichte Lieke diese Marke und wurde mit ihren 15 Jahren damit nicht nur beste in der Juniorenwertung, sondern auch beste Frau in der Gesamtwertung.

Bester in der Männerwertung

Keine zehn Minuten vor Schluss knackte auch Oliver die 60 Kilometer-Marke und wurde Bester in der Männerwertung. „Es ist ein tolles Gefühl über die eigenen Grenzen hinauszugehen“, meinte er nach einer entspannenden Dusche, dennoch sichtlich erschöpft.

Bedanken möchten sich beide für den Ansporn und die Motivation durch die Veranstalter und die Schirmherrin, die durchaus bekannt ist: Vera Niemeyer, die sich 2017 mit 96,3 Kilometern sogar den Weltrekord im 24-Stunden-Schwimmen holte. Sie übergab den Teilnehmern die Urkunden.

Die „Nachtwertung“, also die meisten zurückgelegten Kilometer zwischen 2 und 6 Uhr morgens, gewann Lukas Bückner. Er schwamm in dieser Zeit an seinem 19. Geburtstag eine Distanz von 17,7 Kilometern.

Insgesamt legte das Teilnehmerfeld, das von der Sechsjährigen bis zum 81-jährigen reichte, exakt 2747,2 Kilometer im Wasser zurück.