Aachen: 2020 kommt Albrecht Dürer in Aachen ganz groß raus

Aachen : 2020 kommt Albrecht Dürer in Aachen ganz groß raus

Das Jahr 2020 soll in Aachen das Jahr Albrecht Dürers werden. Viele Werke des berühmten Künstlers (1471-1528) sollen in den drei Museen Ludwig Forum, Centre Charlemagne und Suermondt-Ludwig-Museum vom 7. Oktober 2020 bis 10. Januar 2021 zu sehen sein. Und derzeit laufen die Vorbereitungen dafür auf Hochtouren.

Alle drei Museumsleiter haben sich Gedanken zu den Ausstellungen gemacht, die zu Dürer, aber auch in das Format ihres Museums passen sollen. Was sie vorhaben, haben sie am Donnerstagabend im Kulturausschuss vorgestellt. Ausgaben in Höhe von 4,46 Millionen Euro wurden dafür berechnet.

Doch eins vorab: „Natürlich ist es nicht einfach, so eine Ausstellung vorzubereiten“, sagt Peter van den Brink, Leiter des Suermondt-Ludwig-Museums. Beim Thema Dürer stünde Aachen nicht gerade auf Platz eins der Städte, die seine Werke von anderen Museen weltweit erhielten und ausstellen dürften. Zwar hat sich Dürer laut seines ausführlichen Reisetagebuchs in Aachen aufgehalten und dort einige Werke angefertigt — so unter anderem auch eine Zeichnung des Katschhofs — aber seine Kunst sei eben heiß begehrt. Daher rechne man auch mit rund 100.000 Besuchern, die eigens der Ausstellungen wegen in die Kaiserstadt kommen könnten. „Das könnte ein Publikumsmagnet werden“, sagt auch Kulturdezernentin Susanne Schwier. Sie wolle eigens auf der Internationalen Tourismus-Börse Berlin (ITB) im März für Aachen und die Ausstellung werben.

Zusammenarbeit mit Antwerpen

Einige Verhandlungen mit anderen Museen bezüglich möglicher Leihgaben liefen bereits und die drei Museumsleiter konnten auch schon einige Erfolge bekanntgeben. Im Suermondt-Ludwig-Museum soll Dürers Reise nach Aachen und Antwerpen im Fokus stehen. Bislang planen die Museen mit Arbeitstiteln, die genauen Namen der Ausstellungen werden noch folgen. „Dürer ist viel gereist für einen Künstler in dieser Zeit“, sagt van den Brink.

In Aachen landete er, um sich bei Kaiser Karl V., der auch eine große Rolle in den Ausstellungen spielen wird, weil sich seine Krönung am 23. Oktober 1520 im Jahr 2020 zum 500. Mal jährt, seine Apanage, also eine Abfindung, von 100 Thalern im Jahr bewilligen zu lassen. Während seiner Reise führte der Maler ein Reisetagebuch. Anhand dessen soll die Reise mit rund 120 Exponaten rekonstruiert werden. Neben Arbeiten aus Papier werden auch Gemälde, Skulpturen und Referenzwerke gezeigt.

„Seine berühmten Zeichnungen eines Walrosses und des Katschhofs sind zugesagt“, verkündete van den Brink stolz. Ihm liegen bereits schriftliche Zusagen des Barber Institute Birmingham, des Städel Museums Frankfurt, des British Museum London, der Foundation Custodia Paris und der Akademie der bildenden Künste Wien vor. Nicht alle Werke können im Suermondt-Ludwig-Museum ausgestellt werden, das Museum arbeitet daher mit dem Königlichen Museum der Schönen Künste in Amsterdam zusammen. Je 60 Zeichnungen werden in den beiden Museen zu sehen sein. So auch der „Aachener Hund“, eine Zeichnung, die in Aachen entstanden ist, sagt van den Brink.

Im Centre Charlemagne dreht sich in der Ausstellungszeit dann alles um „den gekauften Kaiser“, ebenfalls ein Arbeitstitel. Dort wird die Krönung Karls des V. im Fokus stehen. „Es ist eine Krönung, von der viele Darstellungen existieren“, sagt Frank Pohle, Leiter der Route Charlemagne. Er möchte die Ausstellung in drei Abteilungen gliedern. Es geht dabei um den jungen Karl, seine Krönung und den Wandel der Welt. „Es gibt viele Jugendbilder von Karl V., da er beinahe alle zwei Jahre porträtiert wurde“, so Pohle weiter. Es gebe sogar eine Zeichnung Dürers, die zeigt, wie Karl V. den Krönungsmantel trägt. Verbindungen zwischen beiden Ereignissen, also der Krönung Karls und der Reise Dürers, gebe es also genügend.

Im Ludwig Forum geht man auf „Künstlerreisen“ ein. Andreas Beitin, Leiter des LuFos, plant, „Dürer in seiner Person als Künstlerstar“ und die Künstlerreisen als solche zu zeigen und auf den schon damals existierenden Medienwandel und die Globalisierung einzugehen. All das möglichst modern mit Hilfe von Videokunst. Die intensiven Vorbereitungen werden im Ludwig Forum allerdings erst im nächsten Jahr beginnen.

Insgesamt werden 4,64 Millionen Euro für die drei Ausstellungen veranschlagt. 610.000 Euro beträgt der Eigenanteil der Stadt Aachen, Sponsoren übernehmen 410.000 Euro, man plant mit Zuschüssen von 2,31 Millionen Euro und ausstellungsbezogenen Einnahmen von 1,31 Millionen Euro. Die hohen Kosten entstünden dabei zum Teil auch durch die hohen Versicherungssummen für die einzelnen Kunstwerke.

Für die Ausstellung soll das Suermondt-Ludwig-Museum zudem mit einer neuen Klimaanlage ausgestattet werden. Auch die vielen kleinen Zwischenwände im Erdgeschoss sollen rausgenommen werden. „Das ist schon lange nötig und wir nehmen die Ausstellung nur zum Anlass, das endlich in Angriff zu nehmen“, sagt Schwier. Nächstes Jahr sollen diese Maßnahmen realisiert werden, daher wird es dort 2019 auch keine große Ausstellung geben.

Mehr von Aachener Nachrichten