Aachen: 2014 geht „bina mira“ in Aachen über die Bühne

Aachen: 2014 geht „bina mira“ in Aachen über die Bühne

Die Spannung steigt bei den Jugendlichen von „rohestheater“: Die Theatergruppe der Mies-van-der-Rohe-Schule fährt vom 19. bis 26. September anlässlich des Weltfriedenstages nach Odzak in Bosnien-Herzegovina. Die Aachener Jugendlichen treffen dort mit bosnischen, serbischen und kroatischen Jugendlichen zusammen — gemeinsame Theaterarbeit als Form friedensstiftender Begegnung.

Gemeinsam mit den bosnischen Schülern wird eine Choreographie erarbeitet. Ein Ziel ist die Vorbereitung des Friedenstheatertreffens „bina mira“ (Bühne des Friedens) im kommenden Jahr in Aachen vor. „Anlass ist das 100. Jahr seit Ausbruch des Ersten Weltkriegs“, erklärt Regisseur Eckhard Debour.

Bina mira ist ein Europäisches Friedenstheaterfestival für Jugendliche vom Aachener Netzwerk für humanitäre Hilfe und interkulturelle Friedensarbeit e.V. in Kooperation mit dem Aachener Friedenspreis, Pax Christi und Mladi Tuzle in Bosnien.

Orthodoxe Serben, katholische Kroaten und muslimische Bosniaken leben in Bosnien. Heinz Jussen vom Netzwerk für humanitäre Hilfe und interkulturelle Friedensarbeit hat den Krieg und die Auseinandersetzungen selbst miterlebt. Er möchte die Jugendlichen motivieren, über das Theater zusammenzufinden und friedlich etwas Kreatives zu schaffen.

Staffellauf für den Frieden

Der kulturelle Austausch mit Aachen besteht seit einigen Jahren: Bereits 2008 waren die Aachener mit ihrer damaligen Theaterproduktion Bosnien-Herzegowina und initiierten das internationale Friedens-Jugendtheaterfestival „bina mira“ mit. 2010 besuchten bosnische Schüler Aachen. 2011 waren die Aachener in Serbien.

Rund um den Weltfriedenstag am 21. September 2014 findet das Europäische Friedenstheaterfestival „bina mira“ in Aachen statt. Mögliche Spielstätte ist die Mies-van-der-Rohe-Schule, es besteht aber auch eine Kooperation mit dem Stadttheater. Das Ganze wird eingebettet in den Friedenslauf „flame for peace“, einen Staffellauf, der am 21. September 2014 in Aachen ankommt.

Derzeit überlegen die Schüler, welches Stück sie im kommenden Schuljahr spielen möchten, lernen sich als Gruppe neu kennen. Zwei der der „Neuen“ sind die beiden 17-jährigen Marc Beuven und Lukas Schröder. „Mich reizt es, hier Theater auszuprobieren.

Ich habe bisher gar keine Erfahrungen damit und lasse das auf mich zukommen“, sagt Beuven. Der 20-jährige Manuel Tschernik ist schon seit vier Jahren dabei. Auch als Ehemaliger der Schule bleibt er der rund 30-köpfigen Gruppe treu, bis er sein Schauspielstudium beginnt.

„Demnächst wollen wir noch Schützengräben besichtigen, um uns an das Thema Erster Weltkrieg anzunähern“, beschreibt Tschernik. Nicht um viel Text gehe es diesmal, sondern mehr um Ausdruck und Bewegung. Für viel beachtete Aufführungen wie „Das Jüngste Gericht“, ein Stück über Kannibalismus, haben die jungen Schauspieler schon einige Auszeichnungen eingeheimst.