Aachen: 177.000 Briefe an die Wähler sind unterwegs

Aachen : 177.000 Briefe an die Wähler sind unterwegs

Wer bei der Bundestagswahl am 24. September seine Stimme abgeben darf, sollte schon Post von der Stadt haben oder in den nächsten Tagen welche bekommen. In dieser Woche werden die Wahlbenachrichtigungen an die rund 177.000 Wahlberechtigten verschickt. „Die Briefe sollten bis Ende der Woche zugestellt sein, spätestens bis nächsten Montag“, erwartet Rita Klösges vom städtischen Presseamt.

Wer dann keine Post vom Wahlamt im Briefkasten hat, sollte beim Fachbereich Wahlen nach dem Grund fragen. Zwar kann man grundsätzlich auch ohne Wahlbenachrichtigung einen Wahlschein beantragen — etwa für die Briefwahl —, in der Praxis hat die Sache aber so ihre Tücken.

Seit Dienstag können die Unterlagen auch online angefordert werden. Darauf weist die Stadt auf ihrer Homepage hin. Und: Der Antrag könne auch gestellt werden, bevor die Wahlbenachrichtigung zugestellt wurde. „Folgende Angaben sind erforderlich: Familienname, (alle) Vornamen, Geburtsdatum und Wohnanschrift (Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Ort).“

Klickt man sich im Internet über den entsprechenden Link durch, landet man auch beim Antragsformular für die Briefwahl. Dort allerdings werden nicht nur die Personalien, sondern auch Wahlbezirk und Wählerverzeichnisnummer gefordert. Diese Angaben aber kennt nur, wer vorher seine Wahlbenachrichtigung erhalten hat. Online landet man ohne Wahlbenachrichtigung also ganz schnell in einer Sackgasse.

Rita Klösges erklärt die Sache so: Das Angebot, den Wahlschein ohne Wahlbenachrichtigung zu beantragen, sei vornehmlich für ganz dringende Fälle gedacht. Für Menschen zum Beispiel, die sehr plötzlich und für längere Zeit verreisen müssen. „In solchen Fällen sollten die Betroffenen sich telefonisch beim Wahlamt melden. Die Kollegen suchen die fehlenden Angaben dann heraus.“ Das sei in Einzelfällen durchaus machbar, sagt Klösges, in großem Umfang aber nicht zu stemmen. Grundsätzlich ist eine telefonische Antragstellung beim Wahlamt ohnehin nicht vorgesehen.

Probleme vor der Landtagswahl

Die Frage, wie man zu seinem Wahlschein kommt, dürfte vor allem jene umtreiben, die bei der Landtagswahl im Frühjahr überhaupt keine Wahlbenachrichtigung erhalten haben. In etlichen Bezirken häuften sich die Beschwerden. Woran es lag, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Ein Aachener Ratsherr, so Klösges, habe erst jüngst mitgeteilt, dass er immer noch auf seine Unterlagen für die Landtagswahl warte …

In vielen Altbauten in Aachen, etwa im Frankenberger Viertel, haben die einzelnen Mietparteien keine Briefkästen im Flur. Die Post für alle wird durch den Briefschlitz in der Haustür geschoben. Auch das verhindere die Zustellung von Wahlbenachrichtigungen nicht, betont Rita Klösges. Der Zusteller vergewissere sich nur, dass der Name am Klingelschild stehe.

Fragen zur Wahl können beim Fachbereich Wahlen, Telefon 432-1609, E-Mail: wahlen@mail.aachen.de, oder über das Servicecenter Call Aachen, Telefon 432-0, gestellt werden.

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