Aachen: 157 neue Zimmer bald an der Großkölnstraße

Aachen : 157 neue Zimmer bald an der Großkölnstraße

Fast 20 Jahre sind vergangen, seit an der unteren Großkölnstraße die letzten Textilien über die Ladentheke gereicht worden sind. Seit ein paar Tagen geht es den ehemaligen Pfeiffer-Immobilien nun — endlich und gründlich — an den Kragen.

An der Rückfront des bereits seit 1999 verwaisten Gebäudekomplexes, zum Seilgraben hin, hat der sogenannte Longfrontbagger bereits ganze — respektive halbe — Arbeit geleistet. Stück für Stück knabbert sich die imposante Baumaschine mit 30 Metern Reichweite in die marode Substanz des alten Geschäftshauses. In wenigen Tagen soll auch die längst reichlich unansehnlich gewordene Front in der Fußgängerzone fallen. Und schon in einem guten Jahr soll auf dem rund 1100 Quadratmeter großen Areal ein Neubau eröffnet werden, der Platz für Einzelhandel und/oder Gastronomie und vor allem für ein Hotel bietet.

Bestens im Zeitplan: Projektleiter Heinz Sowa geht davon aus, dass der Neubau innerhalb eines guten Jahres fertiggestellt ist — sofern die Archäologie nicht für Verzögerungen sorgt. Foto: Michael Jaspers. Foto: Jaspers

Die heikelsten Altlasten in Sachen städtebauliche Altlast sind inzwischen bereits den Entsorgungsspezialisten überantwortet worden, berichteten Greta Kossing, Sprecherin des Nordhorner Investors List Develop Commercial, und Projektentwickler Heinz Sowa am Mittwoch beim Ortstermin. Sämtliche Bauteile aus Asbest sind verschwunden. „Wir gehen davon aus, dass der Abriss Mitte August erledigt ist und der Neubau bereits im Spätsommer 2019 eröffnet werden kann“, erklärte Sowa.

Die alte Pfeiffer-Immobilie weicht endlich einem Neubauprojekt: Stück für Stück beißt sich der sogenannte Longfrontbagger von der Rückfront am Seilgraben aus durch die alte Bausubstanz. Auf dem 1100 Quadratmeter großen Gelände an der Großkölnstraße entsteht bis zum Spätsommer kommenden Jahres ein Hotel mit 157 Betten. Unser kleines Bild zeigt den Plan für die Fassade in Richtung Grabenring. Foto: Michael Jaspers, Animation: Prasch Buken Partner Architekten.

Unmittelbar danach soll der Startschuss für den Tiefbau fallen. Das Fundament für das neue Gebäude wird auf 110 Bohrpfählen implantiert, die bis zu 16 Meter in den Untergrund getrieben werden. Spätestens dann dürfte auch die Stunde der Archäologen schlagen — schließlich ist innerhalb des inneren Grabenrings in Aachen bekanntlich jederzeit damit zu rechnen, dass kostbare Zeugnisse aus der Vergangenheit entdeckt werden. Konkrete Hinweise auf potenziell spektakuläre Funde gebe es derzeit allerdings nicht, weiß Sowa.

Beim Blick in die nahe Zukunft schaut er indes bereits auf einen knapp 6000 Quadratmeter umfassenden, fünfeinhalbgeschossigen Neubau, der praktisch nahtlos zwischen die bestehenden Nachbargebäude gegenüber der Einmündung zur Mefferdatisstraße platziert wird.

Ob sich im Parterre — wie bislang vorgesehen — ein Lebensmitteldiscounter ansiedeln wird, sei allerdings noch offen, erklärte Sowa, der das Projekt mit dem Hamburger Architekturbüro Prasch Buken Partner realisiert. In den Obergeschossen, die durch zwei Innenhöfe getrennt werden, richtet die Hotelkette B&B Hotels 157 Zimmer ein. Die Verträge sind bereits unter Dach und Fach, betonte Greta Kossing. Neben dem Frühstücksraum im Erdgeschoss blieben rund 700 Quadratmeter für besagten Supermarkt oder auch Einzelhandel anderer Art, zum Beispiel weitere Gastronomie.

Zudem entsteht eine Tiefgarage mit 18 Stellplätzen, die vom Seilgraben aus anfahrbar ist. Dort werden die Autos der Hotelgäste per Aufzug ins Untergeschoss transportiert. Und auch die derzeit vom großen Bagger blockierten Parkplätze auf dem schmalen Streifen Ecke Seilgraben/Minoritenstraße dürften spätestens im September 2019 wieder zur Verfügung stehen. „Wir sind bestens im Zeitplan“, unterstrichen die Projektentwickler.

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