Aachen: 13. Aachener Friedenslauf: 2400 Kinder geben ihr Bestes

Aachen: 13. Aachener Friedenslauf: 2400 Kinder geben ihr Bestes

Rund 2400 Mädchen und Jungen aller Klassen und Schulformen gaben ihr Bestes. Wo? Na, beim 13. Aachener Friedenslauf mitten durch die Innenstadt. Das Motto erinnerte an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren: „1914-2014: Aus Feinden können Freunde werden — Mach den ersten Schritt“.

Und die Schüler aus Aachen und Umgebung liefen bei herrlichem Sommerwetter zugunsten diverser Friedensprojekte in aller Welt eine 800-Meter-Runde nach der anderen. Die Stimmung war hervorragend.

Die Läuferinnen und Läufer suchten sich im Vorfeld Sponsoren (Eltern, Verwandte, Nachbarn, Geschäfte beziehungsweise Firmen aus der Umgebung usw.), die für jede gelaufene Runde einen frei gewählten Betrag spenden. So kann ein großer Geldbetrag gesammelt werden, wissen Matthias Fischer, Mitgründer des Netzwerkes Aachener Schulen gegen Gewalt und Rassismus und Mitgründer des Aachener Friedenslaufs, sowie Friedenslaufs-Koordinatorin Annett Werner von Pax Christi im Bistum Aachen aus Erfahrung.

Die Schuhe zugeschnürt, noch schnell einen Schluck getrunken, ein Apfelstückchen gegessen, und schon schickte Moderator André Schnitker die Akteure mit den Worten „Ich wünsche euch ganz viel Kraft in den Beinen“ auf die Strecke — erst die Grundschulen, dann die Sekundarschulen. Selbstverständlich waren entlang der Strecke Versorgungsstellen aufgebaut.

Einige der Schulen, wie beispielsweise die GHS Drimborn, das Rhein-Maas-Gymnasium oder die Grundschule Passstraße, sind seit dem ersten Lauf dabei. Anastasia Maier, die in die dritte Klasse der Karl-Kuck-Schule geht, war zum ersten Mal mit von der Partie. Gesammelt hatte sie Zuhause und auf „Papas Arbeit“. Fünf oder sechs Runden wolle sie laufen, verriet die Neunjährige, schließlich habe man in der Schule Ausdauer trainiert. Die Grundschule mache nahezu regelmäßig mit, meist mit den zweiten und dritten Schuljahren, sagte Lehrerin Nicole Nisgaiski. Als Vorbereitung auf den Friedenslauf war unter anderem das friedenspädagogische Projekt „Ich — Du — Wir — Ohne Gewalt“ genutzt worden.

„Für arme Kinder“

Der zwölfjährige Max Moser nahm zum zweiten Mal am Lauf teil. „Wir laufen für den Frieden in aller Welt und für arme Kinder“, weiß der Rhein-Maas-Gymnasiast zu berichten. Als Begleitprogramm behandelte „seine“ 6c das Thema „Klima und Kleidung mit Kleidertauschbörse“.

Menschen ohne und mit Behinderung liefen mit. Die Zuschauer, die sich entlang der Strecke einfanden, feuerten alle eifrig an. Seit Mai hätten sich Schulen mit Projekten aus dem Begleitprogramm beschäftigt, berichtet Koordinatorin Annett Werner. So berichtete beispielsweise Spasoje Kulaga als Zeitzeuge altersgerecht von seinen Erfahrungen während des Krieges in Bosnien-Herzegowina und über sein heutiges Leben als „Friedensarbeiter“. Es gab ein „Dance for Freedom“-Projekt sowie „bewegten Religionsunterricht.

Busrundfahrt noch im Angebot

Auch gab es eine Busrundfahrt zum Thema „Deutsch-belgische Grenzgeschichte(n) im Kontext der beiden Weltkriege“ . Diese Touren, so Matthias Fischer, werden noch das ganz Jahr über angeboten. Schulen, die Interesse haben, können sich bei der VHS unter Telefon 0241/4792111 melden.

Der Spendenanteil, der an das „Netzwerk Aachener Schulen gegen Gewalt und Rassismus“ geht, fließen in Anti-Rassismus- und Anti-Gewalttraining in Aachen. Unter anderem finanziert das Netzwerk Auftritte von Pantomime-Künstler Scheibub, der Kindern spielerisch gewaltfreie Wege der Konfliktlösung beibringt. Übrigens lief der Pantomime auch mit — wenn auch nicht so viele Meter wie die Kinder. Pax Christi unterstützt mit seinem Anteil etwa Freiwilligendienste in Friedensprojekten im westlichen Balkan. Und das „Forum Ziviler Friedensdienst“ setzt die Spenden für Projekte des Zivilen Friedensdienstes ein sowie zur Ausbildung von Friedensfachkräften.