Aachen: 120 Demonstranten warnen: Kriegseinsatz in Syrien ist falsch

Aachen : 120 Demonstranten warnen: Kriegseinsatz in Syrien ist falsch

Es gibt gleich eine ganze Reihe von Maßnahmen, die die Terrormiliz IS bekämpfen könnten. Ein Kriegseinsatz in Syrien jedenfalls ist der falsche Weg, meinten etwa 120 Demonstranten, die am Donnerstagabend durch Aachens Straßen zogen, um ihre Meinung kundzutun.

Dabei trugen sie Transparente mit Aufschriften wie „Krieg ist Terror“, „Schluss mit dem Kriegsterror“ und „Die Kriege müssen beendet werden“.

„Der Kriegseinsatz in Syrien treibt die Terrorspirale weiter an“, meinte dann auch Franz-Josef Surges vom Aachener Friedenspreis während der Kundgebung am Elisenbrunnen. Ursache für den Terror sei die Ungleichverteilung des Reichtums in der Welt, meinte er. Und so forderten er und die anderen Redner immer wieder eine Politik, die sozial Benachteiligte nicht ausschließt, sondern ihnen Bildung und Integration bietet.

In einer Resolution forderten sie die Aachener Bundestagsabgeordneten Ulla Schmidt (SPD), Rudolf Henke (CDU), Oliver Krischer (Grüne) und Andrej Hunko (Linke) dazu auf, ihre Entscheidung mit Blick auf die Abstimmung im Bundestag zum Kriegseinsatz in Syrien zu überdenken.

Denn Krieg könne keine Antwort auf Terror sein, sondern sei selbst Terror, meinte Rudolf Gottfried vom Antikriegsbündnis, das zur Demo aufgerufen hatte. Militärische Gewalt habe sich immer als Irrweg herausgestellt und zu noch mehr Gewalt geführt. Außerdem erhöhe sich mit einem Einsatz der Bundeswehr in Syrien auch die Terrorgefahr in Deutschland.

Ausbildung und Jobs

Statt kriegerischer Handlungen forderten die Demonstranten eine Politik, die Druck auf die Regierung in der Türkei und die Golfstaaten macht, damit die den IS nicht weiter unterstützen. Und sie wünschen sich, dass die Milliarden, die die Kriege kosten, in Ausbildung und Jobs für die soziale und politische Integration von Jugendlichen investiert werden.

Auch die Theologin Dr. Lioba Zodrow machte sich für die Jugend stark. Sie beschrieb den IS als gewalttätig, intolerant und hierarchisch geordnet. Gerade Jugendliche, die in der Gesellschaft zu „Losern“ geworden seien, liefen Gefahr, sich vom IS anheuern zu lassen.

Dagegen helfen ihrer Meinung nach nur Bildung und Integration mit entsprechender finanzieller Ausstattung: „Wir sollten Flüchtlinge als Einwanderer schätzen, die viele Qualitäten mitbringen.“ Eine wirksame Art, dem IS zu schaden, sei die freundliche Aufnahme von Flüchtlingen in Europa.

Und schließlich kam auch die Jugend selbst noch zu Wort. „Bomben auf Syrien sind Öl ins Feuer“, meinte Marleen Schade von der Linksjugend. „Jedes Kind weiß, dass es nichts bringt, Terror mit Terror zu bekämpfen“, sagte sie weiter und forderte: „Die Bundeswehr muss raus aus allen Ländern dieser Welt.“

Nach der Kundgebung machten sich die Demonstranten auf den Weg durch die Stadt: vom Elisenbrunnen über die Peterstraße, Kurhausstraße, Großkölnstraße zum Markt und dann über Kleinmarschierstraße und Kapuzinergraben wieder zurück zum Elisenbrunnen. Und per Lautsprecher wurden die Passanten immer wieder auf den Grund der Demo hingewiesen. „So wollten wir möglichst viele Menschen mit unserer Botschaft erreichen“, meinte Rudolf Gottfried.

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