1. Aachener Skateboard Club möchte städtisches Gelände pachten

Junger Verein sucht neues Zuhause : Skateboarder könnten bald an die Vennbahn ziehen

Mehrere Jahre Arbeit haben die Aktiven des Ersten Aachener Skateboard Clubs in ihre Anlage im Moltkepark im Frankenberger Viertel gesteckt – ein Mammutprojekt. Nun könnte erneut viel Arbeit auf die Sportler zukommen, denn die Anlage wird stillgelegt, es steht ein Umzug an. Möglicherweise geht es an die Vennbahn.

Rund 80 Mitglieder, Kooperationen mit Aachener Grundschulen im Bereich des Offenen Ganztags, Engagement im Frankenberger Viertel, beispielsweise beim Lothringair Festival: Der 1. Aachener Skateboard Club (ASC) ist ganz offenkundig ein Verein mit einem aktiven Vereinsleben. Doch seit Anfang dieses Jahres gibt es für die Sportler nur noch eingeschränkte Trainingsmöglichkeiten. Aus Lärmschutzgründen darf der ASC die Anlage, die über mehrere Jahre in Eigenregie entstand, nur noch zweimal pro Woche nutzen, ab diesem Herbst überhaupt nicht mehr (wir haben mehrfach berichtet). Jetzt zeichnet sich eine Lösung ab.

Gespräche mit der Stadt

„Wir sind in sehr guten Gesprächen mit der Stadtverwaltung“, erklärt Tobias Kleinschmidt, Vorsitzender des ASC, im Gespräch mit unserer Zeitung. Er und die anderen Skateboarder haben mehrere städtische Ausschüsse besucht, der Kommunalpolitik von ihrer Vereinsarbeit und den Problemen im Moltkepark berichtet. Weil die Anlage, die der Verein in Eigenregie errichtet hatte, eigentlich nie genehmigungsfähig gewesen wäre und gegen den Lärmschutz verstößt, begann die Suche nach einem Ausweichstandort. Fündig geworden ist man nun möglicherweise in Rothe Erde.

„Es geht um ein Grundstück an der Vennbahn, gleich am Madrider Ring“, berichtet Arne Stuhlweißenburg vom Vorstand des ASC. Noch sei nichts in trockenen Tüchern, betont er. So fänden derzeit in der Verwaltung interne Gespräche darüber statt, ob das ausgeguckte Grundstück tatsächlich infrage kommt.

Zwar liegt das besagte Grundstück etwas weiter außerhalb als der momentan benutzte Skatepark im Moltkepark, was ein Nachteil sei. Doch in den Augen der Skater überwiegen die Vorteile: Die Anlage ist groß genug, um Hindernisse und Parcours aufzubauen, die den sportlichen Ansprüchen der Aktiven genügen. Außerdem befindet sich keinerlei Wohnbebauung im direkten Umfeld, Lärmbeschwerden im Gewerbegebiet seien wohl kaum zu erwarten.

Ob im Moltkepark oder anderswo: Die Vereinsarbeit geht weiter, so oder so:. Foto: Andreas Herrmann

So ist der Verein guter Dinge, wenn man auch viel Arbeit auf sich zukommen sieht: „Momentan ist das eine landwirtschaftlich genutzte Fläche, und bevor wir dort skaten können, muss erst einmal eine Menge getan werden“, sagt Stuhlweißenburg und zählt voller Tatendrang auf: „Wir müssen für eine Entwässerung des Geländes sorgen, bevor wir betonieren können. Wir brauchen Infrastruktur, Strom- und Wasseranschluss.“ Und dann beginne die Planung und der Aufbau eines neuen Skateboard-Parks ganz von vorn. Eine erste Projektskizze, wie man sich das neue Gelände vorstellen könnte, hat der Vereinsvorstand bereits bei der Stadtverwaltung eingereicht. „Es wird deutlich mehr Arbeit als beim jetzigen Skatepark werden“, ist Stuhlweißenburg sich sicher, „aber wir glauben trotzdem fest daran, dass wir das realisieren können.“ Sollte es zu einer Verpachtung von der Stadt an den Verein kommen, so ergäben sich auch neue Möglichkeiten für die Finanzierung eines solchen Projekts: „Wenn wir ein städtisches Grundstück gepachtet haben, können wir auch Mittel beim Landessportbund beantragen, um den Bau voranzutreiben.“

Bevor es aber wieder losgeht mit dem Betonmischen und Bauen von Rampen, Cubes und anderen Hindernissen, stehen noch einige wichtige Termine an. Wie die Stadtverwaltung auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt, wird das Thema Skateboard-Park am Dienstag, 17. September, sowohl im Kinder- und Jugendausschuss als auch im Bürgerforum besprochen werden. Auch da sind die Vereinsmitglieder guter Dinge: „Wir haben sehr konstruktive Gespräche mit den Politikern geführt, die haben großes Entgegenkommen signalisiert“, sagt Tobias Kleinschmidt. Auch seien durch die Termine in den Ausschüssen bereits neue Kooperationen mit weiteren Aachener Schulen entstanden. „Es ist klasse, wenn die Schüler das Skateboardfahren lernen wollen und wir so Nachwuchs für unseren Verein finden“, sagt Kleinschmidt.

Contest am 31. August

Die Vereinsarbeit geht übrigens auch außerhalb der Schulen weiter. Man habe sie ermutigt, sich für den Integrationspreis der Stadt Aachen zu bewerben, erzählt Tobias Kleinschmidt. Und am gleichen Wochenende, an dem die Gewinner des Preises bekanntgegeben werden, genauer gesagt am Samstag, 31. August, findet ein Skateboard Contest statt – wohl der letzte auf der Anlage im Moltkepark. Dabei zeigen die Aachener Skateboarder und auch viele Gäste von außerhalb, welche Tricks sie auf den Brettern beherrschen. Zuschauer sind ab ca. 13 Uhr herzlich eingeladen, ebenso zur After-Show-Party, die um 21 Uhr im Musikbunker an der Goffartstraße beginnt.

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